20.02.13

Sommerspiele

Skateboarder buhlen um Olympia-Platz der Ringer

Nachdem das IOC die Ringer aus dem olympischen Programm streichen wird, kämpfen andere Sportarten um die Aufnahme in das größte Sportevent. Auch die Skateboarder, die aber ein großes Problem haben.

Foto: dpa

Die Skatboarder hoffen auf die Aufnahme ins olympische Programm
Die Skatboarder hoffen auf die Aufnahme ins olympische Programm

Als Tony Hawk noch mit dem Skateboard durch die Lüfte flog und mit seinen "900-Grad-Umdrehungen" Fachwelt und Laien gleichermaßen entzückte, war er in den USA so bekannt wie heute der Fußballprofi Mesut Özil.

Mit 44 Jahren fliegt der Mann, dessen Name Falke bedeutet, längst nicht mehr, doch ein Superstar ist er geblieben. Vielleicht gereicht es der Szene jetzt zum Vorteil.

Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) unerwartet die Ringer aus dem vorläufigen Programm der Sommerspiele 2020 strich, stieß der Falke zu. "Die Sommerspiele brauchen das Skateboarden im Moment mehr, als das Skateboarden die Spiele braucht", tönt er: "Olympia will Spannung und Aufregung. Genau das bietet Skateboarding. So wie Snowboarden im Winter."

Über zehn Millionen Skateboarder in den USA

Allein in den Vereinigten Staaten schätzt der Weltverband ISF die Zahl der Skateboarder auf mehr als zehn Millionen. Da liegt es für Branchenstar Hawk auf der Hand: "Packt Skateboarden ins Programm – und die jungen Zuschauer werden kommen!"

Doch nicht nur die: Schon wittert das amerikanische Snowboard-Idol Shaun White, Olympiasieger von 2006 und 2010, seine Chance, sowohl bei Winter- als auch bei Sommerspielen anzutreten. Kein Wunder, dass auch er meint: "Skateboarden gehört zu Olympia."

Dauerzwist hinter den Kulissen

Das Problem allerdings sind nicht nur die anderen sechs konkurrierenden Sportarten, die im September 2013 vom IOC ins olympische Programm aufgenommen werden wollen. Sondern ist auch ein Dauerzwist hinter den Kulissen.

Eine Sportart kann nur dann akzeptiert werden, wenn sie von einem internationalen Verband reguliert wird – bei den Skateboardern aber streiten seit Jahren drei unterschiedliche Föderationen um die Hegemonie.

Sympathie für die Skateboarder ist im IOC durchaus erkennbar. Das Exekutivkomitee-Mitglied Gerhard Heiberg sagt: "Wir brauchen Sportarten, die Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren anziehen." Der Norweger muss es wissen: Er ist 73 Jahre alt.

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