12.08.12

London 2012

Bolt krönt Olympia-Gala mit Weltrekord und Staffel-Gold

Wieder Gold für Bolt! Der schnellste Mann der Welt hat sich zum König der Londoner Spiele gekrönt.

Foto: AFP
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Geflogen? Usain Bolt, Yohan Blake, Nesta Carter und Michael Frater (v.l.) holten Gold und Weltrekord

Unwiderstehlich und in Weltrekordtempo ist Superstar Usain Bolt zu seinem dritten Gold in London gesprintet und hat seine Fabelbilanz von Peking wiederholt. Der 25-Jährige gewann am letzten Tag der Wettkämpfe im Olympiastadion als Schlussläufer der jamaikanischen Staffel auch die 4x100 Meter. Zuvor hatten 80.000 Kehlen Mo Farah im lautesten Rennen der Leichtathletik-Geschichte zum Sieg gebrüllt: Großbritanniens Held triumphierte nach den 10.000 auch über die 5000 Meter.

Bei seinem dritten Triumph nach den 100 und 200 Metern knackte Bolt mit seinen Teamkollegen von der siegreichen WM-Staffel – Nesta Carter, Michael Frater und Yohan Blake – den Weltrekord. Das Quartett war in 36,84 Sekunden noch zwei Zehntelsekunden schneller als 2011 bei seinem Rekordlauf in Daegu. "Es ist immer eine wunderbare Sache, so aufzuhören. Das ist ein tolles Gefühl. Es waren großartige Olympische Spiele, und ich bin glücklich", sagte Bolt und räumte ein, dass er gern noch schneller gelaufen wäre. Als Zweite stellten die US-Amerikaner in 37,04 Sekunden die alte Bestmarke ein. Bronze ging an die Staffel aus Trinidad und Tobago in 38,12 Sekunden. Die zunächst drittplatzierten Kanadier wurden disqualifiziert.

Als sechsmaliger Olympiasieger hat Bolt nur noch ein Leichtathletik-Trio vor sich: Den Finnen Paavo Nurmi (9-mal Gold zwischen 1920 und 1928), den Amerikaner Carl Lewis (9-mal Gold zwischen 1984 und 1996) und dessen Landsmann Ray C. Ewry (8-mal Gold zwischen 1900 und 1908).

Mit einem energischen Endspurt zu Silber

Über 5000 m zeigte Farah erneut der sonst so übermächtigen Konkurrenz aus Afrika die Fersen. Der gebürtige Somalier siegte in 13:41,66 Minuten und als siebter Athlet der Olympia-Historie über beide Langstrecken. Äthiopiens Dejen Gebremeskel und Thomas Longosiwa aus Kenia konnten den entfesselt laufenden "Magic Mo" auf den letzten beiden Runden nicht mehr einfangen. Und so dröhnte zum Jubel der Olympia-Gastgeber wieder David Bowies "Heroes" aus den Lautsprechern.

Seinen dritten Olympiasieg hintereinander verpasste Norwegens Speerwurf-Ass Andreas Thorkildsen (30) als Fünfter. Keshorn Walcott aus Trinidad und Tobago holte mit 84,58 Metern zur Verblüffung aller Gold für die Karibikinseln, die eigentlich auf Sprinter spezialisiert sind. Topfavorit und Europameister Vitezlav Vesely aus Tschechien ging als Vierter leer aus. Tino Häber aus Leipzig wurde Achter.

Über 800 Meter sicherte sich Caster Semenya mit einem energischen Endspurt Silber. Die Südafrikanerin, die nach ihrem WM-Titel 2009 in Berlin große Diskussionen um ihre Geschlechtszugehörigkeit ausgelöst hatte, konnte allerdings Marija Sawinowa nicht mehr einholen: Die Weltmeisterin aus Russland gewann in 1:56,19 Minuten. Im Hochsprung glänzte Anna Tschitscherowa aus Russland bei ihrem Olympiasieg mit 2,05 Metern. Den vierten Weltrekord der Spiele neben David Rudisha über 800 Meter, der Sprintstaffel der US-Frauen und Jamaikas Sprint-Assen stellte die russische Geherin Jelena Laschmanowa auf. Die 20 Kilometer bewältigte sie in 1:25:02 Stunden. Melanie Seeger aus Potsdam kam als 19. an, Sabine Krantz vom TV Wattenscheid gab bei Kilometer 14 entkräftet auf.

Auf der längsten Leichtathletik-Strecke kam nach schweißtreibenden 50 Kilometern der zweimalige Weltmeister aus Russland, Sergej Kirdjapkin, in 3:35:59 Stunden als Erster ins Ziel. André Höhne machte den allerletzten Schritt seiner Karriere: Der 34-jährige Berliner wurde bei seiner dritten Olympia-Teilnahme Elfter (3:44:26). "Der Mann mit dem Hammer kam bei Kilometer 40. Im Ziel war ich glücklich und froh, dass ich endlich aufhören darf", gab Höhne zu und meinte nach 20 Jahren Leistungssport: "Ich habe immer alles gegeben und kann stolz auf mich sein." Zum Abschluss der olympischen Leichtathletik gehen an diesem Sonntag die Marathonläufer auf die Strecke. Ein deutscher Teilnehmer hat sich nicht qualifizieren können.

Quelle: BMO
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