10.08.12

Leichtathletik

Hammerwurf-Skandal – Doch noch Bronze für Heidler

Heidlers weitester Wurf kam nicht die Wertung, da die Kampfrichter einen falschen Einschlag maßen. Dann wurden alle Würfe per Hand vermessen. Nachdem Chinas Protest abgelehnt wurde, ist Bronze sicher.

Foto: DPA

Am Ende war alles gut: Betty Heidler gewinnt die Bronzemedaille im Hammerwurf. Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus.

12 Bilder

London erlebte den nächsten Kampfrichter-Skandal: Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler wurde bei den Olympischen Spielen offenbar um eine Medaille gebracht.

Der Wettkampf hatte für die Frankfurterin durchwachsen begonnen. Nach vier Versuchen lag die Deutsche mit 73,90 Meter auf dem achten Platz. Nun trat sie zum fünften Mal an. Sie drehte sich um die eigene Achse und schleuderte den Hammer ins weite Runde. Es war Heidlers bester Versuch, der Hammer schlug in die Nähe der 77-Meter-Marke ein. Dies wäre im Bereich der Medaillen gewesen.

Heidler durfte Wurf wiederholen

Die Kampfrichter maßen jedoch den falschen Einschlag des Hammers. Für Heidler wurde erst gar keine Weite angezeigt und dann ein Wert von 72,34 m. Dieser stammte aber von der gleich nach ihr werfenden Moldauerin Salina Marghieva.

Die Deutsche beschwerte sich beim Kampfgericht, blieb aber erstaunlich ruhig. "Das ist nicht möglich", sagte sie. Nach intensiven Diskussionen durfte die 28-Jährige den Versuch wiederholen, blieb aber unter 70 Metern und machte den Wurf selbst ungültig.

"Das darf bei Olympia nicht passieren"

Danach gingen die Debatten im Inneraum weiter, auch im sechsten Wurf konnte Heidler sich nicht mehr steigern. "Das ist ein Skandal, das darf bei Olympia nicht passieren", ereiferte sich Thomas Kurschilgen, der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Gold gewann die Russin Tatjana Lysenko mit 78,18 Metern vor Anita Wlodarczyk aus Polen (77,60). Bronze sicherte sich zunächst Zhang Wenxiu aus China mit 76,34. Sie sollte es nicht behalten.

Kampfrichter messen per Hand nach

Nach dem Wettkampf betraten Kampfrichter mit Maßbändern den Rasen und maßen alle Einschläge über 75 Meter per Hand nach. Heidler hielt sich weit nach Wettkampfende noch als einzige Athletin im Innenraum auf und bekam lange nach ihrem letzten Wurf gute Nachrichten.

Ihr Wurf wurde nachträglich mit 77,13 Metern gemessen. Dies bedeutete 28 Minuten nach Wettkampfende doch noch die Bronzemedaille für Betty Heidler. Jubelnd lief sie in die Arme ihres Trainers Michael Deyhle.

"Ich freue mich dermaßen"

Dass Heidler trotz der Aufregung um sie herum so ruhig blieb, erklärte sie wie folgt: "Ich wusste relativ zeitig, dass der Wurf weit und im System drin war. Es ging am Ende eigentlich nur noch darum, dass es offiziell wird. Ich freue mich so dermaßen, dass es noch geklappt hat. Das war natürlich eine ganz schöne Warterei und raubt einem die Freude während des Wettkampfs – aber das spielt jetzt alles keine Rolle mehr."

Denn dieser Kampfrichter-Skandal hatte ausnahmsweise ein Happy End. Allerdings nicht für die Chinesin, die ihre Bronzemedaille nun verloren hat. Ihr Verband hat Protest gegen die Wertung eingelegt. Dieser wurde abgelehnt.

Quelle: won
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Kristall Sauna Therme   Ludwigsfelde in Brandenburg bei Berlin   das grov¸e Angebot fv r Baden Wellness und Sauna vor. FKK und Sportbad.
23.05.13Ludwigsfelde
Freizeitbad vor den Toren Berlins warnt vor Sextätern

Die Kristall Saunatherme in Ludwigsfelde geht nach sexuellen Übergriffen in dem FKK-Bad in die Offensive: In Zusammenarbeit mit der Polizei installierten die Verantwortlichen Videokameras. mehr...


Rammstein-Frontman Till Lindemann auf der Bühne in Moskau
23.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Freitag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Freitag, den 24. Mai. mehr...


In Häusern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieben die Mietpreise relativ stabil. Im Durchschnitt stiegen die Mieten in Berlin um mehr als sechs Prozent
23.05.13Kommentar
Warum Berlin die hohen Mieten nicht hinnehmen darf

Die Berliner Durchschnittsmiete ist im Mietspiegel um mehr als sechs Prozent gestiegen. Vor allem Normalverdiener leiden darunter. Noch können und sollten wir aber gegensteuern, findet Jachim Fahrun. mehr...


Im Olympiastadion steht ein weiteres Sporthighlight bevor: das Champions-League-Finale 2015
23.05.13Fußball
Finale 2015 der Champions League im Olympiastadion

Dieses Jahr bekommt Berlin die Fanmeile zum Champions-League-Finale – in zwei Jahren wird das Spiel hier im Olympiastadion stattfinden. Berlins Fußball-Präsident verspricht: "Wir können Fußball". mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Multimedia
Synchronschwimmen

Olympias schönste Wassernixen

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
USA Bär spaziert durch Vorort von Los Angeles
London Islamisten töten britischen Soldaten
Deutsche Welle In Norditalien kommt die Erde nicht zur Ruhe
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote