01.08.12

Absichtlich verloren

Badminton-Doppel sorgt für ersten großen Olympia-Skandal

Absichtlich soll das topgesetzte chinesische Damendoppel sein Spiel verloren haben. Auch andere versuchten, einen Sieg zu umgehen.

Foto: REUTERS

Die Badminton-Spielerinnen Wang Xiaoli und Yu Yang aus China haben versucht, absichtlich ein Spiel zu verlieren. Der längste Ballwechsel dauerte vier Schläge.

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Skandal beim olympischen Badmintonturnier in London: Im Damendoppel zwischen den topgesetzten Chinesinnen Wang Xiaoli/Yu Yang und den Südkoreanerinnen Jung Kyung Eun/Kim Ha Na versuchten beide Paare, das Spiel zu verlieren, um eine bessere Ausgangsposition in der K.o-Runde zu haben.

Neun Aufschläge spielten die favorisierten Chinesinnen alleine im ersten Satz ins Netz oder ins Aus und verloren schließlich 11:21, 14:21. Der längste Ballwechsel im ersten Durchgang hatte ganze vier Schläge. Nachdem der Schiedsrichter beide Doppel ermahnt hatte, fingen immerhin die Südkoreanerinnen an, ernsthaft um den Sieg zu spielen. Die Zuschauer in der Wembley Arena buhten die Spielerinnen für die unwürdige Vorstellung minutenlang aus.

Weltmeisterin Yu gab die absichtliche Niederlage im Gespräch indirekt sogar zu: "Unsere Gegner waren wirklich stark. Es war das erste Mal, dass wir gegen sie gespielt haben, und am Mittwoch beginnt die K.o-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben."

Später am Abend wiederholte sich das Schauspiel beim Spiel der Indonesierinnen Greysia Polii und Meiliana Jauhari gegen das südkoreanische Paar Ha Jung Eun und Kim Min Jung. Während Zuschauer die Spielerinnen aufforderten, die Halle zu verlassen, zeigte ein Schiedsrichter beiden Doppeln die schwarze Karte - sie bedeutet Disqualifikation. Sie wurde nach Protesten beider Seiten zurückgenommen. Das Spiel endete schließlich mit einem Dreisatzsieg der Südkoreanerinnen.

Jetzt drohen den acht Spielerinnen Sanktionen wegen Fehlverhaltens vom Badminton-Weltverband WBF.


Medaillenspiegel
1.
USA462929
2.
China382723
3.
Großbritannien291719
4.
Russland242632
5.
Südkorea1387
6.
Deutschland111914
7.
Frankreich111112
8.
Italien8911
9.
Ungarn845
10.
Australien71612
11.
Japan71417
12.
Kasachstan715
13.
Niederlande668
14.
Ukraine659
15.
Neuseeland625
16.
Kuba536
17.
Iran453
18.
Jamaika444
19.
Tschechien433
20.
Nordkorea402
21.
Spanien3104
22.
Brasilien359
23.
Südafrika321
24.
Äthiopien313
25.
Kroatien312
26.
Belarus255
27.
Rumänien252
28.
Kenia245
29.
Dänemark243
30.
Aserbaidschan226
Polen226
32.
Türkei221
33.
Schweiz220
34.
Litauen212
35.
Kanada1512
36.
Schweden143
37.
Kolumbien134
38.
Georgien133
Mexiko133
40.
Irland113
41.
Argentinien112
Serbien112
Slowenien112
44.
Norwegen111
Tunesien111
46.
Dom. Republik110
47.
Trinidad & Tobago103
Usbekistan103
49.
Lettland101
50.
Algerien100
Bahamas100
Grenada100
Uganda100
Venezuela100
55.
Indien024
56.
Mongolei023
57.
Thailand021
58.
Ägypten020
59.
Slowakei013
60.
Armenien012
Belgien012
Finnland012
63.
Bulgarien011
Estland011
Indonesien011
Malaysia011
Puerto Rico011
Taiwan011
69.
Botswana010
Gabun010
Guatemala010
Kosovo010
Portugal010
Zypern010
75.
Griechenland002
Katar002
Moldawien002
Singapur002
79.
Afghanistan001
Bahrain001
Hongkong001
Kuwait001
Marokko001
Saudi-Arabien001
Tadschikistan001
86.
Albanien000
Amerikanisch Samoa000
Andorra000
Angola000
Antigua & Barbuda000
Äquatorialguinea000
Aruba000
Bangladesch000
Barbados000
Belize000
Benin000
Bermuda000
Bhutan000
Bolivien000
Bosnien-Herzegowina000
Br. Jungfern-Inseln000
Brunei000
Burkina Faso000
Burundi000
Chile000
Cook-Inseln000
Costa Rica000
Djibouti000
Dominica000
DR Kongo000
Ecuador000
El Salvador000
Elfenbeinküste000
Eritrea000
Fidschi000
FS Mikronesien000
Gambia000
Ghana000
Guam000
Guinea000
Guinea-Bissau000
Guyana000
Haiti000
Honduras000
Irak000
Island000
Israel000
Jemen000
Jordanien000
Jungfern-Inseln000
Kaiman-Inseln000
Kambodscha000
Kamerun000
Kapverdische Inseln000
Kirgisistan000
Kiribati000
Komoren000
Kongo000
Laos000
Lesotho000
Libanon000
Liberia000
Libyen000
Liechtenstein000
Luxemburg000
Madagaskar000
Malawi000
Malediven000
Mali000
Malta000
Marshallinseln000
Mauretanien000
Mauritius000
Mazedonien000
Monaco000
Montenegro000
Mosambik000
Myanmar000
Namibia000
Nauru000
Nepal000
Nicaragua000
Niederl. Antillen000
Niger000
Nigeria000
Oman000
Österreich000
Pakistan000
Palästina000
Palau000
Panama000
Papua-Neuguinea000
Paraguay000
Peru000
Philippinen000
Ruanda000
Salomonen000
Sambia000
Samoa000
San Marino000
São Tomé und Príncipe000
Senegal000
Seychellen000
Sierra Leone000
Simbabwe000
Somalia000
Sri Lanka000
St. Kitts & Nevis000
St. Lucia000
St. Vincent/Grenadines000
Sudan000
Suriname000
Swasiland000
Syrien000
Tansania000
Timor-Leste000
Togo000
Tonga000
Tschad000
Turkmenistan000
Tuvalu000
Uruguay000
VA Emirate000
Vanuatu000
Vietnam000
Zentralafr. Republik000

Spieler aus anderen Ländern verurteilten das Verhalten der Asiatinnen scharf. Die Bulgarin Alesia Zaitsave sagte, das chinesische Team manipuliere regelmäßig Spiele, um rein chinesische Duelle möglichst lange zu vermeiden. Deutschlands bester Badmintonspieler Marc Zwiebler sagte berichtete von ähnlichem vorgehen der Südkoreaner bei einem Turnier 2008. "Wenn es der Fall war, dass sie absichtlich verloren haben, ist das eine große Schande", sagte Zwiebler. Der Vorfall schade dem Image des Sports.

Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), ärgerte sich maßlos über das Verhalten der asiatischen Spielerinnen. "Ich würde alle disqualifizieren, die so etwas machen", sagte Kranitz. Beide Doppel wussten, dass der Sieger in der oberen Hälfte mit dem chinesischen Doppel Tian Qing/Zhao Yunlei spielen wird.

Bei den Olympischen Spielen in London werden im Badminton erstmals Gruppenspiele ausgetragen. Die Sportart ist seit 1992 im olympischen Programm. Am späten Dienstagabend tagte noch eine Kommission des Weltverbandes BWF, um die Vorfälle zu untersuchen.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es bei der Olympia-Qualifikation immer wieder Diskussionen um unsportliches Verhalten der Chinesen gegeben. Häufig wurden Spiele kampflos abgegeben, wenn zwei Chinesen aufeinandertrafen.

Vor einiger Zeit hatte Cheftrainer Li Jongbo sogar öffentlich eingeräumt, dass es 2004 bei den Olympischen Spielen im Halbfinale des Dameneinzels eine Absprache gegeben hatte. Der Trainerstab hatte Zhou Mi angewiesen, nach verlorenem ersten Satz das Spiel an die spätere Goldmedaillengewinnerin Zhang Ning abzugeben.

Quelle: Reuters/sid/dpa/nbo
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