Olympia-Wasserspringen
Wie ein Bordstein Deutschlands Duo fast lahmlegte
Über einen gesamten Olympia-Zyklus hat das deutsche Wassersprung-Duo Patrick Hausding und Sascha Klein vom Turm auf europäischer Ebene dominiert. In London soll die Krönung folgen.
Das olympische Abenteuer begann mit einer Schrecksekunde. Ein Bordstein wäre Deutschlands bestem Wasserspringer Patrick Hausding beinahe zum Verhängnis geworden, als er zu Beginn der Woche umknickte und eine leichte Bänderdehnung im rechten Fuß erlitt.
Doch pünktlich für seinen ersten Wettkampf hat sich Hausding wieder fit gemeldet, er springt am Montag (16.00 Uhr MESZ) mit Synchronpartner Sascha Klein mit Medaillenhoffnung vom Turm.
"Wir haben den gesamten Olympiazyklus dominiert"
Wie man international zu Medaillen springt, zeigt das deutsche Vorzeige-Duo konstant seit vier Jahren. 2008 in Peking wurde es Silber, obwohl sich beide erst wenige Monate zuvor zusammengefunden hatten. "Das war schon etwas ganz Besonderes, vor allem, weil wir in dem Jahr aus dem Nichts auferstanden sind", sagt Hausding.
Silber gab es auch bei der WM in Shanghai im Vorjahr. Bei europäischen Titelkämpfen im Wasserspringen sind sie fünfmal in Folge unbesiegt. "Wir haben jetzt einen gesamten Olympiazyklus dominiert. Das muss uns erstmal jemand nachmachen", sagt Hausding.
Und deshalb ist er "sehr zuversichtlich, dass wir es schaffen können". Klein ergänzt: "Wir wollen wieder Vollgas geben. Unser Ziel ist eine Medaille." Der 26-Jährige kämpfte in den vergangenen Wochen ebenfalls mit gesundheitlichen Beschwerden. Ellenbogenprobleme hatten ihn bei der EM in Eindhoven im Mai von einer erfolgreichen Titelverteidigung im Einzel abgehalten.
Nun, rechtzeitig zum Jahreshöhepunkt, ist der Riesaer aber wieder fit. "Ich werde zwar noch regelmäßig behandelt, aber insgesamt geht es mir gut. Im Training habe ich keine Beschwerden", sagte er nach der Übungseinheit am Freitag.
Chinesen sind Favoriten im Wasserspringen
Fitness ist auch bitter nötig: Weltweit dominieren die Chinesen in Perfektion. In Peking holten die überragenden Springer aus dem Reich der Mitte sieben von acht möglichen Goldmedaillen. Die Favoritenrolle ist also auch für die Spiele in London klar verteilt. "Die haben eine unglaubliche Konstanz in ihren Sprüngen, mit einem sehr hohen Grundniveau, was fast nicht nachzumachen ist", sagt Hausding. "Sie sind eine Klasse für sich", ergänzt Bundestrainer Lutz Buschkow.
Neben dem Duo Zhang Yanquan/Cao Yuan darf man vor allem auf die Lokalmatadoren um Jungstar Thomas Daley und seinen Partner Peter Waterfield gespannt sein. "Im Turm-Synchronspringen sind alle Teams in der Welt so gleichwertig, dass wirklich jeder die Medaillen holen kann", sagt Hausding.
Den Auftakt der Wettbewerbe machen schon am Sonntag (16.00 Uhr MESZ) die Frauen mit der Synchron-Entscheidung vom Drei-Meter-Brett. Das deutsche Duo Katja Dieckow (Halle/Saale) und Uschi Freitag (Aachen) hatte mit Platz fünf bei der WM ebenso einen Quotenplatz verpasst wie Dieckow an der Seite der Berlinerin Nora Subschinski beim Qualifikations-Wettbewerb in London im Februar.
















