Olympia-Ticker
Olympia-Aus für Griechin nach rassistischem Tweet
Wegen eines rassistischen Twitter-Kommentars ist Voula Papachristou von den Spielen ausgeschlossen worden. Außerdem: Britische Fußballerinnen gewinnen das Eröffnungsspiel gegen Neuseeland.
Kerber und Lisicki bei Olympia-Turnier gesetzt
Angelique Kerber und Sabine Lisicki bleiben beim olympischen Tennisturnier in Wimbledon schwere Auftakthürden erspart. Die deutschen Spielerinnen wurden von der International Tennis Federation (ITF) am Mittwoch gesetzt. Kerber wurde auf Position sieben eingestuft, Lisicki als Nummer 15. Angeführt wird das Tableau bei den Damen von der Weißrussin Victoria Asarenka vor Agnieszka Radwanska aus Polen. Für die Doppel-Konkurrenz wurden Kerber/Lisicki an Nummer 5 gesetzt.
Das Männer-Tableau führt Roger Federer an. Der Schweizer will sein erstes Einzelgold bei Olympia gewinnen. Ihm folgt Novak Djokovic aus Serbien vor dem Briten Andy Murray. Der deutsche Einzelstarter Philipp Kohlschreiber gehört nicht zu den gesetzten 16 Spielern.
Ägyptische Athleten erhielten gefälschte Ausrüstung
Die ägyptische Olympia-Mannschaft ist laut Aussage der Synchronschwimmerin Yomna Khallaf mit gefälschten Markenartikeln ausgestattet worden. "Die Tasche hat zum Beispiel vorne ein großes Nike-Logo, und die Reißverschlüsse sind von Adidas", schrieb die 20-Jährige beim Onlinedienst Twitter. Die Ausrüstung hatten die Sportler vom ägyptischen Olympischen Komitee erhalten.
Es sei "sehr frustrierend, dass die Teilnehmer 2000 (ägyptische) Pfund bezahlen müssen, um okay auszusehen", schrieb Khallaf. Sie würden lieber komplett weiße oder schwarze Hemden tragen als dieses "beschissene Zeug".
Weißrussischer Präsident darf nicht zu Olympia
Weißrusslands international isolierter Präsident Alexander Lukaschenko darf nicht zu den Olympischen Spielen nach London reisen. Eine Sprecherin der britischen Botschaft in Minsk sagte der unabhängigen Agentur Belapan am Mittwoch, der autoritär regierende Lukaschenko gehöre zu den Personen, denen die Einreise in die Europäische Union nicht gestattet sei.
Diese Regelung in Folge der gefälschten Präsidentenwahl in der Ex-Sowjetrepublik Ende 2010 werde für die Zeit der Olympischen Spiele nicht geändert, sagte die Sprecherin. Lukaschenko ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees seines Landes.
Das Innenministerium in London wollte den Fall nicht kommentieren. Der Westen wirft Lukaschenko, der als "letzter Diktator Europas" gilt, Menschenrechtsverletzungen vor.
Dirk Nowitzki gratuliert Fahnenträgerin Keller
Basketball-Superstar Dirk Nowitzki hat Hockey-Rekordnationalspielerin Natascha Keller zur Nominierung als deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele gratuliert. "Herzlichen Glückwunsch. Freu mich riesig für dich. Und keine Angst: So schwer ist die Fahne nicht. Viel Glück und genieß es", twitterte Nowitzki am Mittwoch.
Der NBA-Profi von den Dallas Mavericks hatte die deutsche Olympia-Mannschaft vor vier Jahren in Peking bei der Eröffnung angeführt. Keller hatte nach ihrer Auswahl durch den Deutschen Olympischen Sportbund erklärt: "Ich habe schon Bedenken, ob ich es so hinkriege wie Dirk Nowitzki, der größer und stärker ist als ich."
Neuer Dopingtest bei Olympia im Einsatz
Ein mehr als zwölf Jahre lang entwickelter Dopingtest zum Nachweis für den Missbrauch des Wachstumshormons HGH kommt bei den Olympischen Spielen in London erstmals zum Einsatz. Das bestätigte Wada-Präsident John Fahey auf einer Pressekonferenz der Welt-Anti-Doping-Agentur in London am Dienstag: "Der Test wurde nach langer Überprüfung vor ein oder zwei Wochen bewilligt."
Der bisherige HGH-Test erlaubte nur einen maximal dreitägigen Nachweis nach der Einnahme, während das neue Analyseverfahren eine Zeitspanne von mehr als zwei Wochen abdecken soll. Der neue Test basiert im Gegensatz zum alten auf dem indirekten Nachweis mittels Identifikation von Biomarkern.
Goldfavoritin Selsouli von Olympia ausgeschlossen
Mariem Alaoui Selsouli, Goldfavoritin über 1500 m aus Marokko, ist wegen Dopings von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden. Das bestätigte der Leichtathletik-Weltverband IAAF am Mittwoch. Der 28-Jährigen droht eine lebenslange Sperre, weil sie bereits 2009 des Epo-Dopings überführt wurde. Bei Selsouli, Zweite der Hallen-WM 2012 und Weltranglisten-Erste (3:56,15 Minuten), war beim Diamond-League-Meeting in Paris am 6. Juli das verbotene Diuretikum Furosemid gefunden worden. Furosemid kann als maskierendes Mittel für Dopingsubstanzen benutzt werden.
Selsouli verzichtete auf die Öffnung der B-Probe, hat aber das Recht auf eine Anhörung beim marokkanischen Leichtathletik-Verband, um ihren positiven Dopingfall zu erklären. Die Anhörung muss in den kommenden drei Monaten stattfinden.
Dopingsperre gegen tschechischen Kanuten aufgehoben
Der Internationale Kanuverband hat die sechsmonatige Dopingsperre gegen den Tschechen Jan Sterba am Mittwoch vorzeitig aufgehoben. Sterba gehört zum tschechischen Vierer-Kajak und wäre nach der Entscheidung nun startberechtigt bei Olympia. Der Tschechische Kanuverband versucht nach eigenen Angaben, die Teilnahme des 31-Jährigen an den Wettkämpfen in London kurzfristig zu ermöglichen. Sterba selbst sprach nach der Entscheidung von einer "großen Genugtuung".
Der Kanute war am 17. Mai während der Olympia-Qualifikation in Polen positiv auf eine stimulierende Substanz getestet worden, die allerdings nicht auf der Dopingliste geführt ist. Gegen die sechsmonatige Sperre des Verbandes hatte Sterba daraufhin Beschwerde eingelegt. Er gab an, vor dem Rennen ein Nahrungsergänzungsmittel mit Namen 'Shot Gun' zu sich genommen zu haben, auch weil er die darin enthaltene Substanz nicht auf der Dopingliste gefunden habe.
Olympia-Aus für Griechin nach rassistischem Kommentar
Wegen eines rassistischen Twitter-Kommentars ist die griechische Dreispringerin Voula Papachristou am Mittwoch von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden. "Kommentare dieser Art werden nicht akzeptiert. Sie wurde ausgeschlossen", sagte der Chef der griechischen Olympia-Mannschaft, Isidoros Kouvelos, im griechischen Radio. Die Athleten, allen voran aus Griechenland, dem Geburtsort der modernen Spiele, dürften solche Kommentare nicht abgeben. Papachristou werde nicht nach London reisen, hieß es.
Papachristou hatte am Mittwoch den Satz "Mit so vielen Afrikanern in Griechenland werden die Mücken aus dem West-Nil zumindest Essen von zu Hause bekommen" getwittert. In den vergangenen Monaten waren in Griechenland mehrere Menschen nach Mückenstichen an West-Nil-Fieber erkrankt. Die Athletin löschte inzwischen ihr Twitter-Konto.
Groß wirbt um Verständnis
Schwimm-Olympiasieger Michael Groß wirbt vor Beginn der Olympischen Spiele in London um Verständnis für Deutschlands Spitzensportler. "Im Fernsehen sieht das immer so leicht aus, und man denkt sich, warum gurken die da so rum? Sind die dämlich? Dabei ist es absolut am Limit, was die Athleten bei Olympia leisten", sagt der dreifache Goldmedaillen-Gewinner von 1984 und 1988 in der ARD-Sendung "Beckmann", die am Donnerstag um 22.45 Uhr ausgestrahlt wird: "Nuancen wirken sich dramatisch aus und entscheiden über Sieg oder Niederlage."
Doping-Alarm in Kenia
Das Olympiateam ist bisher nicht betroffen, aber über Kenias Langstrecklern liegt vier Jahre nach den sechs Siegen und 14 Medaillen bei den Sommerspielen in Peking ein Dopingschatten. Binnen drei Tagen gibt es Berichte über vier positive Fälle.
Laut der Neuen Zürcher Zeitung ist nun auch Mathew Kisorio positiv getestet worden. Bei den kenianischen Meisterschaften über 10.000 m fand man bei dem Vierten der Crosslauf-WM 2011 und drittschnellsten Halbmarathonläufer der Leichtathletik-Geschichte (58:46 Minuten) ein anaboles Steroid. Beim Linz-Marathon wurde der frühere Junioren-Weltmeister Ronald Kipchumba mit EPO-Spuren im Blut erwischt.
Vier weitere Olympia-Pferde angekommen
Vier weitere deutsche Olympia-Pferde sind am Mittwoch nach der Fahrt durch den Euro-Tunnel wohlbehalten in Großbritannien angekommen. Alle haben den Transport gut überstanden, sagte der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser. Die deutsche Dressur-Delegation wartet noch auf das Ersatzpferd D'Agostino von Fabienne Lütkemeier aus Paderborn, das erst am Dienstag nachnominiert wurde und verspätet per Schiff anreist. Das Paar war nachgerückt für Monica Theodorescu (Sassenberg) und ihren erkrankten Wallach Whisper.
Auf einer Anlage in Windsor stehen nach Roesers Angaben bereits Damon Hill von Helen Langehanenberg (Havixbeck), Desperados von Kristina Sprehe (Dinklage), Diva Royal von Dorothee Schneider (Framersheim) und Dablino von Anabel Balkenhol (Rosendahl). Die deutschen Dressurreiterinnen bereiten sich ein paar Tage in Windsor auf das olympische Turnier vor, ehe die Pferde am Samstag auf die Anlage im Greenwich Park gebracht werden.
Verkehrschaos bislang ausgeblieben
Das befürchtete Verkehrschaos in London ist am Tag der Eröffnung der sogenannten Olympic Lane bislang ausgeblieben. Das teilte Jackie Brock-Doyle, Sprecherin des olympischen Organisationskomitees am Mittwoch mit. "London bewegt sich. Es gibt keine Probleme", sagte sie. Seit Mittwochmorgen sind gewisse Fahrbahnen nur noch für Fahrzeuge zugelassen, die zum olympischen Transportsystem gehören. Zudem müssen die Autofahrer mit Umleitungen und erweiterten Parkverboten rechnen. Die "Spiele-Spuren", dürfen nur von Olympia-Abgesandten, Sponsoren, Journalisten, Athleten und Rettungsdiensten befahren werden.
Geplanter Olympia-Streik abgesagt
Der für den Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele geplante Streik von Passkontrolleuren am Flughafen Heathrow ist abgesagt worden. Man habe sich in einigen Bereichen mit dem Innenministerium geeinigt, teilte die zuständige Gewerkschaft am Mittwoch mit.
Mitarbeiter des Innenministeriums hatten im Streit um Arbeitsplatzkürzungen und Renten am Donnerstag die Arbeit niederlegen wollen. Darunter wären auch Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde in Heathrow gewesen. Das Innenministerium begrüßte die Entscheidung. Der größte Flughafen Europas soll am Donnerstag mit der Ankunft Tausender Olympia-Zuschauer den verkehrsreichsten Tag seiner Geschichte erleben.
Elfjähriger fliegt ohne Papiere nach Rom
Ein elf Jahre alter Junge ist vom nordenglischen Flughafen Manchester aus nach Rom geflogen – ohne Reisepass, ohne Bordkarte und ohne Begleitung Erwachsener. Kurz vor dem Beginn der Olympischen Spiele in London kam der Junge auch problemlos durch die Sicherheitskontrolle, ohne dass seine Papiere vor der Reise mit der Fluglinie Jet2.com kontrolliert wurden. "Dieser extrem ernste Fall wird nun mit Dringlichkeit vom Flughafen und der Fluggesellschaft untersucht", sagte ein Flughafensprecher in Manchester.
"Es ist sicher, dass die Dokumente nicht korrekt geprüft wurden, weder bei der Sicherheitskontrolle, noch am Einsteige-Gate", hieß es weiter. Der Junge müsse nun sicher von Rom zurück nach Großbritannien gebracht werden. Manchester ist Schauplatz der Olympischen Spiele. Im Old-Trafford-Stadion finden Spiele des Fußball-Turniers statt, das am Mittwoch mit der Frauen-Partie Großbritannien gegen Neuseeland im walisischen Cardiff beginnt.
IOC kündigt 5.000 Dopingtests an
Insgesamt 5.000 Dopingtests vor und während der Olympischen Spiele hat Professor Arne Ljungqvist in London angekündigt. Auf der 124. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sagte der Chef der Medizinischen IOC-Kommission, dass etwa 300 Proben bereits genommen worden seien und für die Auswertung "rund um die Uhr das modernste Labor" im Kings College in Harlow 30 Kilometer nordöstlich des Londoner Stadtzentrums zur Verfügung stehe.
Fünf Nachtests von 2004 fehlen noch
Auch zwei Tage vor dem Olympia-Auftakt in London stehen noch immer nicht die Ergebnisse der letzten Dopingtests von Athen 2004 fest. Dies bekannte am Mittwoch bei der 124. Session des Internationalen Olympischen Komitees IOC-Anti-Doping-Chef Arne Ljungqvist. Die B-Proben der fünf Nachtests seien noch nicht analysiert, auch wenn die achtjährige Aufbewahrungszeit in Kürze ablaufe. Nach London sollen alle 3667 Athener Proben vernichtet werden.
Auf Druck der Medien hatte sich das IOC erst im April dieses Jahres mit möglichen Nachkontrollen auf damals noch nicht auffindbare verbotene Substanzen beschäftigt. Ljungqvist erklärte, hätte man dies deutlich früher getan, wäre die Chance auf positive Ergebnisse nicht so hoch gewesen, weil die heutigen Analysemethoden noch gefehlt hätten. Selbstkritisch räumte er jedoch ein: "Sicher, etwas früher hätten wir es tun können."
Schwimmer fühlen sich im Olympia-Dorf beengt
Deutschlands Schwimmer fühlen sich im Olympischen Dorf etwas beengt. "Die Sportler aller Nationen hocken doch ganz schön dicht aufeinander. Auch die Zimmer sind nicht groß. Und es ist relativ laut", sagte Paul Biedermanns Heimtrainer Frank Embacher der Nachrichtenagentur dapd und fügte hinzu: "Es ist halt kein Hotel."
Biedermann, seine Freundin Britta Steffen und die weiteren Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) trainierten am Mittwoch erstmals im Londoner Aquatics Centre, das während der Sommerspiele 17.500 Zuschauern Platz bietet. "Paul war schon im März hier, aber da waren die oberen Ränge noch abgehängt. Es ist schon beeindruckend", sagte Embacher.
Biedermann ist gleich zum Auftakt am Samstag über 400 Meter Freistil gefordert. Am gleichen Tag will Doppel-Olympiasiegerin Steffen die 4x100-Meter-Freistilstaffel zu einer Medaille führen.
















