Laufen in Berlin
Das Tagebuch bis zum Berlin-Marathon
Wenn am 28. September der Berlin-Marathon startet, laufe ich mit. Es ist mein siebter Marathon und soll ein besonderer Lauf werden. Dieses Tagebuch ist eine Einladung, mich bei der Vorbereitung zu begleiten. Aber warum laufe ich eigentlich? Und wie ging es los?
Von Romanus Otte
Laufen? Wie langweilig. Zu einem echten Sport gehörten für mich immer zwei Dinge: Ball und Gegner. Ich war ein Fußballkind, da war Laufen stets der lästige Teil des Trainings. So dachte ich bis vor sieben Jahren. Dann fing ich an zu laufen. Ohne besonderen Anlass. Und es war gut. Später sah ich in Hamburg ein Plakat für den Hanse-Marathon, der exakt an meinem 40. Geburtstag starten sollte. Den Gedanken fand ich charmant. Also lief ich los.
Für den Berlin-Marathon 2008 ist die Ausgangslage so: Ich bin 46 Jahre alt. Je drei Mal bin ich den Marathon in Hamburg und Berlin gelaufen. Premiere in Hamburg 2002 in 4:39 Stunden. Am schnellsten in Berlin 2004 mit 4:08 Stunden. Den letzten in Berlin 2006 fast ohne gezielte Vorbereitung in quälenden 4:45. Ein Durchschnittsläufer eben, eher langsam, eher zu schwer, eher mit zu wenig Zeit zum Laufen.
Ich laufe aus Spaß und weil es mir gut tut. Laufen entspannt mich. Am liebsten laufe ich allein. Ich empfinde es als Luxus, einmal nicht reden und nicht zuhören zu müssen. Nicht präsent sein und doch ganz im Hier und Jetzt. Aber bloß nicht zuviel Philosophie. Und bitte nicht zu ernsthaft werden. Ich laufe, damit ich mehr essen kann (weil ich gern esse und Juliane so großartig kocht). Ich will also nicht weniger essen, damit ich schneller laufen kann.
Aber Laufen macht auch mehr Spaß, je leichter es fällt. Ein wenig Ehrgeiz darf also sein. Und es macht auch Freude, schneller zu werden, einmal mit dem Tempo spielen zu können auf niedrigem Niveau. Für dieses Jahr gibt es also ein Ziel: Den Berlin-Marathon in vier Stunden, also in 3:59:59.
Die Vorbereitung begann zwölf Wochen vor dem Termin des Laufes. Es gibt einen Trainingsplan, den ich nach Vorlagen aus Dieter Baumanns Buch "Laufen Sie mit" und Anregungen aus verschiedenen Laufzeitschriften selbst zusammengestellt habe. Und ich halte mich sogar daran. Vier bis fünf Läufe in der Woche, darunter ein schneller und ein langer Lauf. Zusammen 50 bis 60 Kilometer. Bisher läuft alles nach Plan.
Und dann ist da noch der Lauf nach dem Lauf. Ich habe einen Startplatz für den New-York-Marathon Anfang November. Da aber geht es dann nur noch um das Erlebnis, und die Uhr wird nur dazu benutzt, auf keinen Fall zu schnell zu werden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
At last we take Manhattan / But first we take Berlin.
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