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Leichtathletik-WM in Berlin

Organisatoren lehnen billigere WM-Tickets ab

Bei der Leichtathletik-WM in Berlin herrscht oft gähnende Leere auf den Zuschauer-Rängen. Selbst bei Usain Bolts Traumlauf klafften am Sonntag große Lücken. Durchschnittlich ist bisher nicht einmal die Hälfte der Karten verkauft. Die Preise sind zum Teil gepfeffert. Doch die Veranstalter verweigern Rabatte.

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Am letzten Tag bedankten sich die Athleten bei der Gastgeber-Stadt-Berlin für die tolle Stimmung während der Leichtathletik-WM.
Foto: AP
Zum Abschluss bedankten sich die Athleten bei der Gastgeber-Stadt-Berlin für die tolle Stimmung während der Leichtathletik-WM.

Obwohl zum Teil gähnende Leere im Olympiastadion herrscht, wird es keine Ticketrabatte zur Leichtathletik-WM in Berlin geben. Weder die Organisatoren noch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollen Nachlässe gegen den Zuschauerschwund hinnehmen.

„Wenn 336.000 Besucher Karten im Vorverkauf gekauft haben, dann zeigt das, dass wir, glaube ich, ein sehr gutes Preisgefüge an den Tag gelegt haben“, sagte der Sprecher des Organisationskomitees, Michael Mronz, am Dienstag im RBB-Inforadio. Ein verbilligter Verkauf wäre nicht fair gegenüber denen, die ihre Karten im Vorverkauf erstanden hätten, sagte Mronz. Und auch der Helmut Digel, Vize-Präsident des Leichtathletik Weltverbandes IAAF pflichtete ihm bei.

Mronz verwies zudem darauf, dass das Berliner Olympiastadion mit 70.000 Plätzen für eine Leichtathletik-Veranstaltung deutlich größer sei als frühere WM-Stadien wie etwa in Osaka mit nur etwa 50.000 Plätzen.

75 Euro für einen normalen Platz

In Berlin wurden bisher gerade einmal 45 Prozent der Karten durchschnittlich verkauft. Die WM-Preise sind zum Teil gepfeffert. Zwar kostete am Dienstag eine Karte relativ weit weg vom Geschehen und hoch oben neben dem Marathontor 13 Euro. Doch bereits für den Mittwoch lag der Preis hier mit 30 Euro mehr als doppelt so hoch. Wer die Wettbewerbe von den Mitteltribünen aus sehen will, muss bis zu 75 Euro hinblättern. Die attraktivsten Plätze am Zieleinlauf liegen bei bis zu 153 Euro.

Die Preise hatte für erheblichen Unmut gesorgt. Solche Beträge seien etwa für Familien eindeutig zu hoch, kritisierte etwa der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD). Er vermisse eine flexible Preisgestaltung für Familien oder Senioren, wie das bei Sportveranstaltungen etwa in den USA üblich sei. Der SPD-Politiker forderte, die Preise herabzusetzen, auch wenn dies gegenüber Vollzahlern ungerecht erscheinen könnte.

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Clemens Prokop, lässt die Kritik nicht gelten. „An den Ticketpreisen kann es nicht liegen. Die teuersten Karten sind verkauft“, sagt Prokop. „Für die zweite WM-Hälfte haben wir sehr gute Verkaufszahlen.“ Vermarkter Mronz sieht das auch so: Von Donnerstag an werde das Olympiastadion wieder richtig gut besucht sein. Die Stadionauslastung werde dann bei knapp 80 Prozent der verfügbaren Karten liegen, für den letzten Sonntag seien bereits mehr als 75 Prozent vergriffen. Der Sonnabend galt bisher als ausverkauft. Doch selbst für diesen Tag soll es noch Karten geben.

Leere Ränge fürs Fernsehen unproblematisch

Von den 76.000 Sitzen wurden 56.000 Plätze für den Tickethandel freigegeben - so viele wie bei keiner anderen WM. „Das Problem haben wir schon früh erkannt“, sagt auch IAAF-Vize-Präsident Digel. Es sei schwer, ein so großes Stadion zu füllen, „mit einem Programm, das nicht jeden Tag attraktiv ist“. Der Sportsoziologe drängt auf eine WM-Reform mit einem vorgeschalteten Qualifikationstag, einen strafferen Ablauf und täglich bis zu fünf Finalentscheidungen.

Für das Fernsehen sind die leeren Ränge kein größeres Problem. „Die Zuschauerzahlen sind in Ordnung, bei anderen Weltmeisterschaften waren es auch nicht mehr“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Für die Kameraleute gebe es keinerlei Anweisungen, die leeren Ränge gezielt auszublenden oder sie gezielt zu zeigen.

Tickets können Sie zum Preis von 30 bis 175 Euro im Internet unter www.berlin2009.org oder unter der Hotline Tel. 01805 / 12 00 91 (eine Minute kostet 0,14 Euro aus dem deutschen Festnetz) und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Am Dienstag, 18. August, sind die Wettkämpfe in eine Vormittag- und eine Abendveranstaltung aufgeteilt. Für beide Termine benötigen Sie jeweils ein eigenes Ticket. Die Karten beinhalten An- und Abreise mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Parkplätze stehen am Stadion nicht zur Verfügung. dpa/ddp/apä

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