Bundesliga Bei Hertha lebt der Traum von Europa

Traf zum 1:0 für Hertha: Genki Haraguchi

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Traf zum 1:0 für Hertha: Genki Haraguchi

Die Berliner setzen sich im Olympiastadion gegen den FC Ingolstadt nach cleverer Vorstellung mit 2:1 (0:0) durch.

Drei Tage nach dem 40. Geburtstag von Pal Dardai erfüllte die Mannschaft von Hertha BSC dem Trainer seinen größten Wunsch: einen Sieg im wichtigen Bundesliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt.

Mit 2:1 (0:0) setzten sich die Berliner gegen den kampfstarken Aufsteiger durch. Dardai gratulierte jedem seiner Spieler, Cotrainer Rainer Widmayer bekam gar einen Kuss auf die Stirn. "Das sind Emotionen", sagte Dardai, "wir sind leidenschaftlich."

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In der ersten Saison von Dardai als Cheftrainer lebt bei Hertha der Traum von Europa. Nach dem 14. Saisonsieg rangieren die Blau-Weißen mit 48 Punkten weiter auf Rang drei. Der berechtigt am Ende der Saison zur direkten Teilnahme an der Champions League. Auch die Konkurrenz spielte mit. Verfolger Mönchengladbach (42) hatte bereits Freitag auf Schalke (44) verloren. Auch Mainz (1:1 in Bremen) und Wolfsburg (1:1 gegen Darmstadt) ließen Punkte liegen.

Ein schweres Stück Arbeit

Doch ehe der neunte Heimsieg feststand, musste Hertha ein schweres Stück Arbeit abliefern. Vor der Magerkulisse von 40.385 Zuschauern im Olympiastadion entwickelte sich das erwartete Spiel. Die Gäste aus Ingolstadt attackierten Torwart Rune Jarstein oder Herthas Innenverteidiger bereits beim Aufbau, so dass die Hausherren große Mühe hatten, in einen Spielfluss zu kommen.

Die Berliner – Trainer Pal Dardai hatte die gleiche Formation aufgeboten wie in der Vorwoche - waren auf diese Taktik eingestellt. Aber sie litten darunter, dass das Gegenmittel nicht griff. Die meisten 40-Meter-Pässe, die Marvin Plattenhardt oder John Brooks schlugen, um das Spiel zu verlagern, kamen nicht an.

So entwickelte sich ein Geschehen mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, aber zunächst wenigen gefährlichen Torszenen. Herthas Torsteher Jarstein musste in der ersten Hälfte nur einmal eingreifen. Einen 16-Meter-Schuss von Pascal Groß parierte der Norweger im Nachfassen (9.).

Beim Hauptstadt-Klub sorgte Vedad Ibisevic mit einem Seitfallzieher für Aufsehen, der Ball flog jedoch übers Ingolstädter Tor (38.). Pech hatte Marvin Plattenhardt im Anschluss an eine Hertha-Ecke. Sein Schuss wäre wohl im Dreiangel des Tores gelandet, doch Salomon Kalou duckte sich zu langsam ab, von seinem Rücken stieg der Ball auf und klatschte auf die Latte des FCI-Tores (44.).

Ingolstadts Trainer motzt

Nach der Pause gelang Hertha endlich die eine gelungene Passage, die die ersehnte Führung brachte. Salomon Kalou schickte Marvin Plattenhardt auf der linken Seite, dessen Flanke spitzelte Genki Haraguchi reaktionsschnell ins kurze Eck, 1:0 (54.).

Ingolstadts Co-Trainer Michael Henke motzte: "Du wirst hier nur beschissen! Weil die ja Champions League spielen muss." Die Gäste hatten bei der Balleroberung von Per Skjelbred ein Foul gesehen, Schiedsrichter Patrick Ittrich auf Weiterspielen entschieden. Skjelbred sagte: "Es war ein Zweikampf, ich wollte den Ball, es gab auch Körperkontakt."

Mit der Führung war bei Hertha die Sicherheit da. Vladimir Darida bediente auf der Außenbahn Haraguchi. In dessen scharfe Eingabe an den zweiten Pfosten lief Kalou hinein und drückte den Ball ins Tor, 2:0 (69.). Der Ivorer festigte seinen Status als bester Hertha-Torjäger mit nun 13 Saisontreffern. Kalou lobte: "Ein großartiger Pass von Genki. Er hat ein Superspiel gemacht und viele Chancen herausgearbeitet. Ich freue mich für ihn."

"Spaß haben und uns keinen Kopf machen"

Nun spielten die Nerven mit. Alle Herthaner wussten, wie wichtig diese Partie auf dem Weg nach Europa ist. Die Berliner kassierten ein vermeidbares Gegentor, einen Kopfballtreffer von Lukas Hinterseer (75.) – und gerieten ins Schwimmen, brachten den wichtigen Sieg aber über die Zeit.

Torwart Jarstein sagte: "Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel gucken, Spaß haben und uns keinen Kopf machen." Nächster Gegner ist am 3. April Borussia Mönchengladbach.

Die Partie im Protokoll

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