Crowdlending-Aktion Hertha sammelt eine Million Euro in nur neun Minuten

Mit der Crowdlending-Aktion will Hertha die Digitalisierung des Vereins vorantreiben, aber auch in der Klientel der Junge, Hippen, der Gründerszene Anschluss finden

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Mit der Crowdlending-Aktion will Hertha die Digitalisierung des Vereins vorantreiben, aber auch in der Klientel der Junge, Hippen, der Gründerszene Anschluss finden

Eigentlich war die Aktion auf 60 Tage angelegt: Nun sammelt Hertha BSC in Windeseile eine Million Euro bei Anlegern ein.

Im Handumdrehen hat Hertha BSC eine Million Euro eingesammelt. Eigentlich hatte der Fußball-Bundesligist 60 Tage angesetzt, um die Summe in der Form des "Crowdlending" zusammen zu bekommen. Um 14 Uhr an diesem Sonnabend wurde das Projekt "Hertha 4.0" auf dem Online-Kreditmarktplatz Kapilendo.de freigeschaltet: Neun Minuten später war alles vorbei, Anleger hatten eine Million Euro gezeichnet.

Ingo Schiller, Finanzchef von Hertha BSC, ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Aber hier staunte er: "Neun Minuten, Wahnsinn. Wir bedanken uns für das Vertrauen, das die Anleger in uns setzten."

Hertha BSC leiht die Summe von einer Million für drei Jahre. Sie wird mit 4,5 Prozent pro Jahr verzinst. 2019 zahlt der Bundesligist jedem Anleger seinen Anteil zurück. Zwischen 100 Euro und 10.000 Euro konnte man investieren.

Nur private Nutzer als Geldgeber

Christopher Grätz, Gründer und Vorstand von Kapilendo sagte der Morgenpost: "Wir haben im Vorfeld mitbekommen, dass es ein großes Interesse gibt. Viele Leute haben den Newsletter zum Thema Hertha bestellt. Aber dass diese Summe in so kurzer Zeit komplett gezeichnet ist, ist überraschend. Wir sind begeistert."

Grätz sagte, dass der komplette Betrag "ausschließlich von privaten Nutzern" gezeichnet worden sei. Es habe keine institutionellen Geldgeber gegeben.

Hertha will mit der Million die Digitalisierung des Vereins vorantreiben. Die Summe ist wichtig. Mehr noch geht es dem Hauptstadt-Klub jedoch darum, in der Klientel der Junge, Hippen, der Gründerszene mit diesem "Crowdlending" Anschluss zu finden .

Eine erneute, "digitale Fananleihe" ist denkbar

"Das ist ein überwältigender Erfolg", sagte Schiller und nannte die Aktion "eine digitale Fananleihe, die erste, digitale Finanzierung bei einem Fußballverein in Deutschland". Sogar eine Neuauflage der Aktion sei denkbar. "Das halten wir uns offen", sagte Schiller.

Die digitale Transformation des Vereins sei ein wichtiges Thema. "Da geht es unter anderem um moderne Trainings- und Scoutingmethoden. Da haben wir noch einiges vor", so Schiller.

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