Bundesliga

Herthas Rückrundenstart: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Herthas Salomon Kalou (l.) im Duell mit dem Augsburger Ragnar Klavan

Foto: nph / Schreyer / picture alliance / nordphoto

Herthas Salomon Kalou (l.) im Duell mit dem Augsburger Ragnar Klavan

Hertha will am Sonnabend gegen den FC Augsburg endlich mal wieder mit einem Sieg in eine Rückrunde starten. Die Anspannung wächst.

Berlin.  Der Trainer hatte einen Wunsch. "Bitte schreibt nach der guten Hinrunde nicht, dass die Rückrunde schlecht werden kann." Dieser Gedanke solle sich gar nicht erst bei seinen Spielern festsetzen. Das Standing von Pal Dardai in Berlin ist gut, Hertha geht als Überraschungsdritter der Bundesliga in die Rückserie.

Also erinnern wir an dieser Stelle nicht an die Saison 2013/14, als Hertha BSC nach einer starken Hinrunde mit 28 Punkten in der Rückserie lediglich 13 Zähler ­einsammelte. Manager Michael Preetz sagt energisch: "Wir sehen das halb­volle und nicht das halbleere Glas. Wir haben eine tolle Hinserie gespielt, die uns wahnsinnig viel Selbstvertrauen für die Rückrunde mitgibt."

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Die Hertha-Verantwortlichen werden seit Monaten gefragt, wie sie diese Entwicklung vom Fastabsteiger im Mai 2015 zum Liga-Dritten im Dezember erklären. Alle Antworten, ob vom Manager, von Trainer Dardai oder von Kapitän Fabian Lustenberger, erwähnen als einen zentralen Punkt den Auftakt.

Gemeint sind der Sieg in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Arminia Bielefeld sowie das schwer erkämpfte 1:0 am ersten Spieltag beim FC Augsburg, das ­Salomon Kalou mit seinem ersten Saisontor sicherstellte. In zwei Tagen startet Hertha in die Rückrunde. Im Pokal sind die Blau-Weißen – entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten – immer noch dabei. Am 10. Februar winkt mit einem Sieg bei Zweitligist 1. FC Heidenheim das Halbfinale.

Kein Sieg zum Rückrundenauftakt seit Januar 2010

In der Liga sollen am Sonnabend im Heimspiel gegen Augsburg die Weichen umgehend auf eine erfolgreiche Rückrunde gestellt werden (15.30 Uhr, Olympiastadion). So hübsch sich das Hermann-Hesse-Zitat liest: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Bei Hertha wissen sie auch um das Sprichwort "aller Anfang ist schwer".

Pal Dardai wird gebeten, diesen Absatz zu überspringen. 0:2 beim 1. FC Nürnberg, 0:1 bei Eintracht Frankfurt, 0:2 bei Werder Bremen – das sind die Resultate, mit denen Hertha in den letzten drei Bundesliga-Saisons (2012, 2014 und 2015) jeweils ins neue Jahr gestartet ist. Der letzte Sieg zu Jahresbeginn datiert vom Januar 2010, einem 3:0 in Hannover.

Warten auf Langkamp

Mit jedem Trainingstag in dieser Woche nimmt die Anspannung zu. "Mir schwirrt der Kopf vor lauter Möglichkeiten, was ich machen könnte", antwortete Trainer Dardai auf die Frage, ob Abwehrchef Sebastian Langkamp mit seiner Oberschenkel-Blessur fit wird oder ersetzt werden muss.

Beim Training am Mittwoch übernahm Niklas Stark die Position des Innenverteidigers. Dardai beeilte sich jedoch zu erklären, dass er bei Stark nicht sicher sei, ob der nach seiner Verletzung bei 100 Prozent sei. "Bei Alex Baumjohann oder Tolga Cigerci weiß ich, dass sie da sind." Er habe zwei Tage und wolle die Sache noch mal durchdenken.

Regelmäßigen Trainingsbeobachtern fällt auf, dass auch nach dem Weihnachtsurlaub kein Schlendrian eingekehrt ist. Alle ziehen mit. Besonders auffällig ist Vedad Ibisevic. Der Stürmer, 31 Jahre alt, könnte sich mit Dienst nach Vorschrift begnügen.

Jarstein meldet sich fit für Augsburg

Als Torjäger ist er in der Startelf gegen Augsburg eh' gesetzt. Doch Ibisevic steht auf dem Gaspedal. Er hat 2008 mit Hoffenheim erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man zur Halbserie als Sensationsherbstmeister gefeiert wird – und mit einer lauen Rückrunde ins Mittelmaß abschmiert. Deshalb hat die energische Art, in der Ibisevic vorangeht, ­Signalwirkung für das Team.

Immerhin, eine Frage, die den Trainer beschäftigt hat, ist beantwortet. Nach überstandener Erkältung trainierte Stammtorwart Rune Jarstein wieder mit. Dardai: "Bei Rune sieht es so aus, dass er gesund ist und ­Sonnabend ­spielen kann."

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