Logo der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/sport/hertha/article1204433/Funkel-will-an-positive-Tendenz-bei-Hertha-glauben.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Fußball

Funkel will an positive Tendenz bei Hertha glauben

Die Abwehr sei besser geworden, gegen Köln sei man das bessere Team gewesen. Doch es hilft nichts. Die Angst von Fans und Verin vor dem Abstieg von Hertha BSC in die Zweite Liga wächst. Präsident Werner Gegenbauer versucht, Management und Trainer zu stärken.

Zurück Bild 1 von 31 Weiter
Hertha BSC Berlin v 1. FC Koeln - Bundesliga
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
Hertha BSC - 1. FC Köln 0:1 (0:0)
Raffael entscheidet dieses Laufduell gegen Maniche für sich.

Die Atmosphäre auf dem Gelände von Hertha BSC war trostlos. Nur wenige Zuschauer waren gestern zum Vormittagstraining gekommen. Der Himmel war wolkenverhangen, das viele Laub rund um das Spielfeld nass und die Mienen der Kicker, als sie am Tag nach dem 0:1 gegen den 1. FC Köln vom Spielfeld trotteten. Lachen sah man keinen der Bundesliga-Profis. Kein Wunder, die Niederlage am Sonntag war keine gewöhnliche. Hertha war die bessere Mannschaft und hatte trotzdem unglücklich verloren. Der Gegner war ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt. Nach der zehnten Saison-Pleite haben die Berliner bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16.

Anzeige

Hertha wirkte innerhalb Berlins gestern isoliert. Während die Stadt den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit feierte, diskutierte auf dem Vereinsgelände jeder darüber, wie die sportliche Wende zu schaffen ist. Seit dem Wiederaufstieg 1997 hat sich Hertha etabliert im Kreis der Besten. Lange Jahre war der Hauptstadt-Klub der beste Aufsteiger der vergangenen 25 Jahre. Seit Erreichen der Champions League 1999 ging es vorrangig um die Frage, wann Hertha endgültig zu den nationalen Topteams gehört. Doch nun zeichnet sich das Unfassbare ab: der Sturz in die zweite Liga. Natürlich wollen die Verantwortlichen das nicht so sehen. „Wir stehen wieder auf “, sagte Trainer Friedhelm Funkel. Das seien keine Durchhalteparolen. Er ist vom Klassenerhalt überzeugt.

„Nach dem Spiel gibt es keinen Grund, mich schützend vor die Mannschaft zu stellen. Es gibt eine klare Tendenz – die ist positiv.“

Statistik spricht gegen Hertha

Die Abwehr sei in den vergangenen Spielen sicherer geworden. Das 0:0 gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg, das 3:2 in der Europa League gegen den SC Heerenveen und die Leistung gegen Köln gebe ihm Hoffnung. Es fehle lediglich das Quäntchen Glück. Viele Fans und Beobachter hingegen fragen sich: Ist Hertha überhaupt noch zu retten?
-Anzeige-

Bislang hat noch keine Mannschaft den Sprung ans rettende Ufer geschafft, die nach zwölf Runden von 36 möglichen lediglich vier Punkte gesammelt hat. „Dann werden wir eben die Ersten sein“, sagte Funkel trotzig. „Ich bin mir sicher, dass wir bis zum Winter noch zwei, drei Siege holen und dann eine erfolgreiche Aufholjagd starten werden.“

Den Optimismus des Trainers in Ehren, in den Internet-Foren hingegen berichten die Anhänger von ihrer Angst vor dem Abstieg. Tenor: Das Restprogramm ist zu schwer, um bis zu Weihnachten den Anschluss herstellen zu können. Die Fans hoffen auf Neue in der Winterpause. „Wir werden uns daran messen, welchen Spielraum wir zur Verfügung stellen können“, sagte Präsident Werner Gegenbauer in der rbb-Sendung „Sportplatz“. Um die sportliche Situation zu verbessern, werde man die finanzielle nicht ins Desaster führen. Der ehemalige Hertha-Trainer Lucien Favre hatte nach seiner Beurlaubung gesagt, dass Hertha, um die Liga zu halten, im Winter zehn Millionen Euro investieren müsse.

Ein Argument, dass für Gegenbauer nicht zieht: Bei allem Respekt vor den Leistungen Favres für Hertha – was der am 28. September beurlaubte Ex-Trainer heute sagt, „ist völlig bedeutungslos.“ Ganz abgesehen davon, dass zehn Millionen Euro Transfersumme für die mit 33,5 Millionen verschuldete Hertha eine utopische Dimension ist.

Trotz der Misserfolge sprach der Präsident zum wiederholten Mal Manager Michael Preetz und Trainer Friedhelm Funkel das Vertrauen aus.

„Die Leistung gegen Köln hat gestimmt, auch wenn sie uns in der Tabelle nicht weiter bringt. Ich habe keinen Zweifel, dass sich die Mannschaft wieder aufrichtet. Die Äußerungen von Friedhelm Funkel sind keine Durchhalteparolen. Wir Herthaner tun gut daran, dem Trainer zu folgen.“

Anzeige
Anzeige
Trainer-Wechsel bei Hertha BSC - Ist Friedhelm Funkel die richtige Wahl?
Anzeige
Wer wird Deutscher Meister 2009/10?
Heute Morgen Übermorgen
Heute
-8°  |  -5°
Morgen
-9°  |  -6°
Übermorgen
-8°  |  -4°