27.02.13

Zweite Liga

Vertragspoker beginnt - Ronny soll ein Herthaner bleiben

Hertha-Manager Michael Preetz verhandelt bereits mit Dino Lamberti, dem Berater des Brasilianers. Das gemeinsame Ziel ist ein neuer Vertrag.

Von Jörn Meyn
Foto: Bongarts

Ronny (Mitte) versteht es, sich durchzusetzen. So wie hier gegen zwei Spieler des 1. FC Kaiserslautern
Ronny (Mitte) versteht es, sich durchzusetzen. So wie hier gegen zwei Spieler des 1. FC Kaiserslautern

Er hatte sich nicht den allerbesten Tag ausgesucht, nach Wochen mit Galavorstellungen mal ein eher mäßiges Spiel zu zeigen. Erst verschoss Herthas Spielmacher Ronny beim Spitzenspiel der Zweiten Liga gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:0) einen Strafstoß. Und danach schien ihn der Fehlschuss derart zu beschäftigen, dass der Brasilianer nicht wie so oft in dieser Saison mit feinen Zuspielen glänzte, sondern mit Abspielfehlern und Glücklosigkeit auffiel.

Folgerichtig wechselte ihn Trainer Jos Luhukay elf Minuten vor dem Abpfiff aus. Ein gebrauchter Tag für den 26-Jährigen und das, obwohl auf der Tribüne ein Mann saß, der gerade dabei ist, wichtige Weichen für Ronnys Zukunft zu stellen.

Die Verhandlungsposition für den Spieler hat sich eher verbessert

Dino Lamberti, Ronnys langjähriger Berater, war aus Zürich angereist. Am Dienstag traf sich der Schweizer mit Herthas Manager Michael Preetz, um über die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags seines Schützlings zu verhandeln. Eigentlich waren schon im Januar Gespräche vereinbart, doch Lamberti musste aus Krankheitsgründen absagen. Seine Verhandlungsposition jedenfalls hat sich in der Zwischenzeit nicht verschlechtert.

Im Gegenteil: Gerade nach der Winterpause, als Hertha die spielerische Leichtigkeit der Hinrunde vermissen ließ, zeigte sich Ronnys Wert für die Berliner. An sechs der neun Treffer, die Hertha in den vier Partien nach der Winterpause erzielt hat, war der Offensivspieler direkt beteiligt (drei Tore, drei Vorlagen). Immer, wenn es im Spiel holperte, war Ronny zur Stelle und erlöste die Blau-Weißen mit einem ruhenden Ball wie im Derby gegen den 1. FC Union (2:2), als er den Anschluss durch Adrian Ramos per Ecke vorbereitete und selbst mit einem Freistoß zum Ausgleich traf.

Für ihn änderte der Trainer sogar sein Spielsystem

Lange Zeit galt Ronny als schlampiges Genie. Doch unter Trainer Luhukay hat er sich zu einem Garanten für den Aufstieg und mit zwölf Toren und zehn Vorlagen zum besten Scorer der Liga gemausert. Deshalb möchte Preetz Ronny gern längerfristig binden. "Es gibt gute Gründe, dass er bei uns bleibt", so der Manager, "wir sprechen weiter und hoffen, es zu einem positiven Abschluss für Hertha zu bringen. Wann es so weit sein wird, kann ich nicht sagen. Ich weiß es nicht."

Der beste Trumpf im Kampf um Ronny sitzt auf der Bank: Jos Luhukay. Mit ihm habe der Spieler eine besondere Ebene gefunden, sagte Preetz. Der Trainer war es, der die von vielen seiner Vorgänger bemerkte, aber nie wirklich genutzte Qualität des Spielmachers einzusetzen vermochte. Für Ronny änderte der Niederländer sogar sein geplantes Spielsystem von 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 mit Ronny als "Zehner" hinter einer einzigen Spitze und setzte auch weiterhin auf ihn, als er zu Saisonbeginn noch nach seiner Form suchte.

Auch Luhukay hofft auf eine schnelle Einigung

Trotz des Vertrauensverhältnisses spricht Luhukay mit Ronny nicht über die Vertragsverlängerung: "Das ist ein unnötiger Störfaktor. Zwischenmenschlich ist alles okay. Die vertragliche Situation darf dieses gute Verhältnis nicht belasten", so der 49-Jährige. Er respektiere beide Seiten, die von Ronny, der mehr verdienen möchte, und jene des Vereins, der aufgrund der Verbindlichkeiten nur begrenzte Mittel hat. "Ich sehe das ganz nüchtern. Sportlich wollen wir ihn gern behalten." Verein und Spieler müssen sich nun einigen. "Natürlich hoffe ich, dass es nicht bis zum letzten Spieltag dauert. Das wäre nicht gut für unsere Planung", sagte Luhukay.

Wann eine Entscheidung in der Personalie Ronny fallen wird, ist noch offen. Lamberti jedenfalls hat den Hertha-Fans bereits Hoffnung gemacht: Ronny fühle sich in Berlin wohl und werde von den Anhängern geliebt. Zwar gebe es auch Anfragen anderer Vereine.

Nicht vergessen: Preetz hielt immer zu dem Brasilianer

Dennoch werde man nicht vergessen, dass Hertha und insbesondere Michael Preetz immer zu Ronny gestanden haben, als dieser noch im zweiten Glied bei den Berlinern stand. "Ich sehe keinen Grund, warum Ronny nicht verlängern sollte. Außer, Luhukay geht zu den Bayern und will ihn mitnehmen", sagte Lamberti und lachte dabei herzlich. Denn er weiß: Wahrscheinlicher ist es, dass Ronny und Luhukay in der kommenden Saison mit Hertha in der Bundesliga antreten werden.

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