23.02.13

Zweite Liga

Hertha holt bei Flutlicht weniger Punkte als bei Tag

Wenn bei den Berlinern das Kunstlicht angeht, sinkt die Punkte-Quote. Am Montagabend kommt Kaiserslautern ins Olympiastadion – abends.

Von Uwe Bremer und Jörn Meyn
Foto: dpa

In dieser Saison trat das Team von Trainer Jos Luhukay bislang siebenmal unter Flutlicht an. Resultat: 13 Zähler – 1,86 Punkte pro Spiel
In dieser Saison trat das Team von Trainer Jos Luhukay bislang siebenmal unter Flutlicht an. Resultat: 13 Zähler – 1,86 Punkte pro Spiel

Licht aus, Spot an! So hieß es in einer populären Anmoderation von Ilja Richter vor vielen Jahren. Wenn der Spot anging, dann erschien in der Sendung "Disco" der Star des Abends.

Bei Hertha BSC ist es so: Wenn das Flutlicht angeht, sinkt die Punkte-Quote. Tagsüber spielen die Berliner fast durchgehend am Maximum. In 15 Partien sammelte der Aufstiegsfavorit 39 Punkte. Das entspricht einer starken Quote von 2,6 Punkten pro Spiel.

Anders sieht es aus, wenn die Dunkelheit kommt. Siebenmal in dieser Saison trat das Team von Trainer Jos Luhukay unter Flutlicht an. Resultat: 13 Zähler – 1,86 Punkte pro Spiel.

Die Beteiligten staunen. "Ist das so", fragte Luhukay. Das sei ihm noch nicht aufgefallen. "Ich spiele lieber unter Flutlicht als mittags um 13 Uhr", sagte Abwehrchef Fabian Lustenberger.

Am Montag ist es wieder soweit. Beim Liga-Gipfel empfängt Hertha den 1. FC Kaiserslautern, der Zweite gegen den Dritten. Im gleißenden Licht der 155 Doppel-Strahler im Olympiastadion. Kapitän Peter Niemeyer lässt sich von der Bilanz nicht einschüchtern. "Flutlicht- und Montagabendspiele sind etwas besonderes. Ganz Fußball-Deutschland schaut zu, weil es keinen anderen Fußball gibt. Ich spiele da gerne."

Es werden nur 35.000 Zuschauer erwartet

Es sind zumeist die Topspiele, die am Montag angesetzt werden. Damit erklärt Niemeyer auch die geringere Ausbeute. "Die Chance, Punkte liegen zu lassen, ist montags einfach größer als bei normalen Spielen."

Fabian Lustenberger findet, dass Profis mit diesen Umständen zurecht kommen müssen. Ebenso wie mit dem sehr unterschiedlichen Publikumsaufkommen. Während das Derby vor elf Tagen gegen Union (2:2) ausverkauft war, wäre Hertha froh, wenn gegen Kaiserslautern 35.000 Zuschauer den Weg ins Olympiastadion fänden. "Klar ist das toll, wenn 75.000 Fans da sind", sagte Lustenberger. "wenn aber am Montag nur die Hälfte kommt, ändert das nichts an unserem Ziel: Wir wollen gewinnen."

Die Begegnung des 23. Spieltages ist das Treffen zweier Bundesliga-Absteiger, die beide den gleichen Weg beschreiten. Mit Hertha und Kaiserslautern stehen sich die beiden teuersten Kader der Zweiten Liga gegenüber. Beide Klubführungen haben ihre Mitglieder bereits darauf vorbereitet, dass für das Ziel der direkten Rückkehr ins Oberhaus die laufende Zweitliga-Saison mit einem Minus abgeschlossen werde. Beide haben ihre Kader tiefgreifend umgestaltet. Lautern hat nach 16 Zugängen im vergangenen Sommer im Winter noch mal sechs Neue geholt. Und liegt dennoch zehn Punkte hinter Hertha und zwölf hinter Spitzenreiter Braunschweig zurück. "Lauterns Problem ist nicht ihre eigene Leistung, sondern die von uns und Braunschweig", sagte Hertha-Manager Michael Preetz, "Weil die beiden Mannschaften so stabil sind, ist Lautern nur Dritter."

Duell auf Augenhöhe

Bei den Gastgebern dribbeln sie ein wenig um das Wort "Vorentscheidung" herum. "Natürlich wollen wir gewinnen", sagte Trainer Luhukay, "aber selbst bei einem Sieg von uns ist noch nichts entschieden. Das wäre eine sehr gute Ausgangsposition." Luhukay bleibt bei seiner Hochrechnung, dass das Aufstiegsrennen nicht vor dem 30. Spieltag entschieden sein wird. Der Trainer sagte: "Kaiserslautern hat viel individuelle Qualität. Das wird ein Spiel auf Augenhöhe."

Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng sagte bei einem Sponsoren-Termin für Ausrüster Nike in einer zum Laufareal umgebauten Fabrikhalle in Kreuzberg: "Lautern spielt einen gepflegten Fußball und hat eine starke Innenverteidigung. Da werden wir taktisch, läuferisch und mental voll gefordert sein." Mit dabei waren auch Pierre-Michel Lasogga, Fabian Lustenberger und Änis Ben-Hatira. Der hat seine fiebrige Erkältung auskuriert und sagte: "Ich bin wieder bei 100 Prozent. Der Trainer entscheidet nun, ob ich dabei bin."

Hubnik fehlte wegen Erkältung

Jos Luhukay hat die Wahl: 26 Profis sind fit, nur Roman Hubnik (Erkältung) fehlt. "Das ist nicht einfach, die Wahl zu treffen. Das ist auch für die Spieler nicht einfach", sagte Luhukay, "wenn da jemand unzufrieden ist, kann ich das verstehen." Die vier Profis, die beim Sponsoren-Termin waren, demonstrierten, dass sie vor Dunkelheit und künstlichem Licht keine Angst haben. Die Vorführung mit Presse-Rummel und TV-Aufnahmen fand im Dunkel mit Disco-Beleuchtung statt. "Das hat Mitternachtsatmosphäre", befand Ndjeng. Insofern heißt es für Hertha am Montag: Das Olympiastadion zu Berlins coolste Party-Location zu machen.

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