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Letzter Test

So spielt Hertha BSC gegen St. Pauli

Ein Testspiel steht noch an für Hertha BSC vor dem Start des DFB-Pokals: Am Sonnabend geht es zum FC St. Pauli. Ein Härtestest, den Trainer Favre ernst nimmt. Es sollen die spielen, die auch im Pokal antreten - einschließlich des 18-jährigen Lennart Hartmann. Am Sonntag wird dann mit den Fans gefeiert.

Testspiel SSV Ulm 1846 - Hertha BSC Berlin
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa
Der 18-Jährige Lennart Hartmann wird gegen St. Pauli für Hertha spielen

Raffael schrie laut auf und sank zu Boden, Christoph Janker hatte den Stürmer rüde weggegrätscht. Lennart Hartmann wälzte sich auf dem Gras, er war bei einem Kopfball-Duell unsanft über den Haufen gesprungen worden. Hertha BSC setzt im Training um, was Kapitän Arne Friedrich von den Kollegen fordert: „Wir müssen jetzt die Spannung hochfahren.“ Der Fußball-Bundesligist bestreitet am Sonnabend seine Generalprobe für das anstehende Spieljahr. Hertha probt den Ernstfall beim FC St. Pauli (17.30 Uhr). Beim Zweitligisten am Millerntor, der damit seine Saisoneröffnungs-Party feiert, erwartet den Erstligisten eine ähnliche enthusiastische Atmosphäre wie eine Woche später beim DFB-Pokalspiel bei Preußen Münster. Hertha-Trainer Lucien Favre sagte über die Erwartungen zum Härtetest: „Ich möchte, dass wir eine gute Leistung bieten. Das Resultat ist zweitrangig.“

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Abwehrchef Friedrich wurde deutlicher als sein Vorgesetzter. „Das ist ein wichtiges Spiel. St. Pauli auswärts, das ist ein guter Gegner. Wir müssen uns jetzt einspielen. Vor allem wollen wir zu Null spielen.“ Die starke Defensive war Herthas Grundlage für die überraschend starke Saison 2009/2010, die der Hauptstadt-Klub auf Rang vier beendet hatte.

Doch seit dem Abgang von Josip Simunic (wechselte für sieben Millionen Euro Ablösesumme zur TSG Hoffenheim) wackelt die Abwehr. In sechs Vorbereitungsspielen kassierten die Blau-Weißen insgesamt acht Gegentore. Nur einmal, beim 2:0 gegen Ferencvaros Budapest, stand die Null bei Hertha.

Auch wenn der Erstligist noch an ein, zwei Transfers arbeitet, tritt Trainer Favre mit der stärksten Formation am Millerntor an. Er nimmt nur Profis mit, die eine Woche später im DFB-Pokal spielberechtigt sind. Das heißt, die aktuellen Testspieler André Ayew und Ivan Perisic bleiben in Berlin.

Hartmann ist Herausforderer von Pal Dardai

Beim Abschlusstraining am Freitag war die derzeit stärkste Elf zu begutachten. Keine Überraschung ist, dass Rückkehrer Artur Wichniarek (32) unangefochten den Platz im Sturmzentrum erobert hat, den zum Ende der vergangenen Saison Marko Pantelic besetzt hatte. Ihm zur Seite steht Raffael als hängende Spitze.

Durchaus als Überraschung darf man Lennart Hartmann werten. Der 18-Jährige trug das gelbe Leibchen der Stammspieler und wird gemeinsam mit Gojko Kacar als „Doppel-Sechs“ erwartet. Trainer Favre hatte erst jüngst angekündigt, dass er „keine Angst hat, Lennart Hartmann zu bringen“. Hartmann war schon vor einem Jahr in der Vorbereitung positiv aufgefallen. Er war in der Uefa-Cup-Qualifikation, im DFB-Pokal sowie am ersten Bundesliga-Spieltag im Einsatz (2:0 in Frankfurt). Doch dann hatte eine Serie von Verletzungen, die in einer Hüftoperation endete, den Höhenflug jäh gestoppt.

„Ich bin wieder schmerzfrei und freue mich über jedes Training, an dem ich teilnehmen kann“, sagt Hartmann. Er rechnet es dem Trainer hoch an, „dass er mich nie hat fallen lassen“. Hartmann wirkt in der Position vor der Abwehr, der Schlüsselzone des modernen Fußballs, trotz seiner Jugend erstaunlich abgeklärt. Er ist, auch wenn er selbst das nie sagen würde, Herausforderer von Pal Dardai (33). Der Routinier kuriert einen Bluterguss oberhalb der Achillessehne aus. Derzeit joggt er mit Physiotherapeut David de Mel. Ob der Ungar rechtzeitig zum Pokalspiel in einer Woche fit wird, ist offen. Dardai hat eine starke vergangene Saison gespielt. Aber Trainer Favre wünscht sich auf der Position mehr Konkurrenzkampf. Deshalb wird Hartmann in der kommenden Zeit Chancen erhalten.

Der Rest der Startelf besteht aus bekannten Akteuren. Die Abwehr bilden Torwart Jaroslav Drobny, Lukasz Piszczek, Friedrich, Steve von Bergen und Marc Stein. Im Mittelfeld werden Maximilian Nicu auf der rechten und Cicero auf der linken Seite spielen.

Auf dem Sprung stehen Patrick Ebert und Janker, beide werden Einsatzzeiten bekommen. Nach der Rückkehr aus Hamburg stehen die Hertha-Profis allerdings nicht vor dem letzten freien Sonntag, ehe der Punktspiel-Alltag wieder greift. Am Sonntag lädt Hertha BSC seine Fans ab 14 Uhr zur großen Saisoneröffnung auf das Trainingsgelände am Olympiastadion.

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