22.02.13

Zweite Liga

Benjamin Köhler kehrt zu seiner alten Liebe Hertha zurück

Köhler begann seine Karriere in Berlin, jetzt spielt er bei Kaiserslautern. Im Spitzenspiel geht es um die letzte Chance auf Platz zwei.

Von Jörn Meyn
Foto: Bongarts/Getty Images

Benjamin Köhler (r.) kam in Januar 2013 nach Kaiserslautern und stand dreimal in der Startelf. Der 32-Jährige soll dem FCK mit seiner Erfahrung (230 Bundesligaspiele) beim Aufstieg helfen
Benjamin Köhler (r.) kam in Januar 2013 nach Kaiserslautern und stand dreimal in der Startelf. Der 32-Jährige soll dem FCK mit seiner Erfahrung (230 Bundesligaspiele) beim Aufstieg helfen

Es könnte sich für Benjamin Köhler ein bisschen anfühlen wie ein Wiedersehen mit der Jugendliebe nach langen Jahren. Obwohl viel Zeit vergangen ist, gibt es bei der ersten Begegnung dennoch dieses seltsam flaue Gefühl in der Magengegend.

Am Montagabend wird es für Köhler ein solches Wiedersehen geben, denn dann trifft der 32-Jährige mit seiner neuen Mannschaft vom 1. FC Kaiserslautern im Spitzenspiel der Zweiten Liga auf Hertha BSC im Olympiastadion (20.15 Uhr/Sport1 und im Live-Ticker der Berliner Morgenpost).

Doch während es für seine Kollegen eines von vielen Auswärtsspielen der laufenden Saison wird, ist die Reise in die Hauptstadt für Köhler eine Heimkehr. Die Partie Zweiter gegen Dritter, sagt er, "ist für mich persönlich etwas ganz besonderes, denn Berlin ist meine Heimat".

Bundesliga-Debüt neben Herthas heutigem Manager Preetz

Eine Heimat, die Köhler schon vor über zehn Jahren verlassen hat, und die er dennoch nie vergessen hat. Der im Stadtteil Reinickendorf aufgewachsene Mittelfeldspieler begann seine Profikarriere bei Hertha. Vom 1. FC Lübars wechselte er 1998 in die A-Jugend der Blau-Weißen und schaffte von dort den Sprung zu den Amateuren, wo er in 91 Spielen 38 Tore erzielte.

Der nur 1,72 Meter kleine Offensivspieler machte Herthas damaligen Profi-Trainer Jürgen Röber auf sich aufmerksam, der ihn zur ersten Mannschaft holte. Neben Herthas heutigen Manager Michael Preetz gab Köhler am 14. Spieltag der Saison 2000/2001 sein Bundesliga-Debüt. Vier Minuten vor Schluss wurde er für Pal Dardai eingewechselt. Es sollten Köhlers einzige vier Minuten Bundesliga für Hertha bleiben.

Über die Umwege MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen kam er zu Eintracht Frankfurt, wo er achteinhalb Jahre blieb, seinen Heimatklub jedoch nie aus den Augen verloren hat. "Ich gucke immer auf Hertha", sagt Köhler, "egal in welcher Liga sie spielen, denn ich bin verbunden mit der Stadt und dem Verein".

Gegen Hertha ein richtungsweisendes Spiel

Doch diese Verbundenheit wird am Montagabend ruhen müssen. Denn für Köhler und den 1. FC Kaiserslautern, zu dem er im Januar gewechselt war, geht es gegen Hertha um die letzte Chance, noch einmal in das Rennen um die direkten Aufstiegsplätze eins und zwei eingreifen zu können.

Denn die Berliner liegen mit zehn Punkten Vorsprung komfortabel vor den Pfälzern, die nur bei einem Sieg im Olympiastadion noch einmal Rang zwei angreifen könnten. "Wenn wir verlieren, sind das schon 13 Punkte. Dann ist es bei elf ausstehenden Partien fast unmöglich, noch Zweiter zu werden", sagt Köhler. Daher sieht er das Duell gegen seine alte Liebe auch als ein "richtungsweisendes Spiel" im Kampf um Platz zwei.

Um diesen doch noch zu erreichen, hat Kaiserslauterns Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz nach einem unerwarteten Durchhänger zum Ende des Jahres, als der FCK nur einen Punkt aus vier Spielen holte, im Winter noch einmal kräftig investiert.

Köhler ist einer von sechs Neuen

Sechs Neue kamen, darunter die beiden viel versprechenden Talente Michell Weiser vom FC Bayern München (Ausleihe) und Chris Löwe von Borussia Dortmund sowie Markus Karl vom 1. FC Union. Doch der wichtigste Transfer war Köhler.

Kaiserslauterns Trainer Franco Foda sagte nach der Verpflichtung: "Benny kann uns mit seiner Erfahrung und seinen taktischen Fähigkeiten beim Erreichen unserer Ziele weiterhelfen." In allen drei Spielen nach der Winterpause stand Köhler in der Startelf, in denen der FCK sieben Punkte holte und kein einziges Gegentor hinnehmen musste.

Der Druck auf die Pfälzer, aufsteigen zu müssen, ist durch die finanziellen Anstrengungen (schon im Sommer kamen mit Mohamadou Idrissou, Alexander Baumjohann, Albert Bunjaku und Mimoun Azaouagh teure Profis mit Bundesligaerfahrung) noch einmal gestiegen.

"Natürlich ist der Druck für uns groß. Aber auch bei Hertha ist er groß", sagt Köhler. Zunächst gehe es für seine Mannschaft darum, Platz drei zu verteidigen, der für die Relegation berechtigt. "Platz zwei und eins sind vorerst unrealistisch." Und daher ist für Köhler auch Hertha der Favorit am Montagabend, "denn sie spielen zu Hause und sind seit 20 Spielen ungeschlagen."

Gelingt Kaiserslautern aber der Auswärtserfolg "machen wir vielleicht noch einmal Druck nach oben. Wir wollen in Berlin punkten und sind selbstbewusst".

Respekt vor Herthas Spielmacher Ronny

Vor einem aber warnt Köhler ganz besonders: Herthas Spielmacher. "Ronny hat mir in dieser Saison sehr imponiert. Er hatte lange Probleme und ist jetzt der Topscorer der Liga. Er kann schon den Unterschied ausmachen und ragt heraus", sagt Köhler.

Daher gehe es für sein Team besonders darum, Freistöße zu verhindern (bei denen der Brasilianer gefährlich ist). Gelänge dies und die Wiederholung der couragierten Leistung vom Hinspiel (1:1), als Ronny mit einem Fernschuss den Pfälzer Sieg noch verhinderte, dann wäre diesmal auch ein Sieg möglich, sagt Köhler.

An der Tabellenkonstellation zum Saisonende würde es allerdings wohl nichts ändern: "Hertha steigt auf. Auch Braunschweig ist stabil. Wahrscheinlich bleibt es so, wie es gerade in der Tabelle steht. Aber wir schaffen es dann in der Relegation." Dann gäbe es auch in der Bundesliga ein Wiedersehen mit der alten Liebe.

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