14.02.2013, 08:24

Zweite Liga Nach dem Derby spielt Hertha in Aalen vor Dorfplatzkulisse


Blick nach vorn: Herthas Trainer Jos Luhukay warnt seine Mannschaft, den kommenden Gegner VfR Aalen nicht zu unterschätzen

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Blick nach vorn: Herthas Trainer Jos Luhukay warnt seine Mannschaft, den kommenden Gegner VfR Aalen nicht zu unterschätzen Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Von Jörn Meyn

Am Sonnabend muss das Team von Coach Luhukay in der schwäbischen Provinz in den Zweitliga-Alltag zurückfinden - und das ohne Peer Kluge.

Am Mittwochnachmittag bekam Marcel Ndjeng noch einmal Gänsehaut, als er über das zurückliegende Stadtderby gegen den 1. FC Union sprach: "Das war atemberaubend. Als wir eingelaufen sind und die Choreografie unserer Fans gesehen haben, staunten wir alle nur", sagte Herthas Mittelfeldspieler.

Staunen wird der Berliner Zweitligaklub auch am Sonnabend, wenn Hertha BSC im Auswärtsspiel beim VfR Aalen (13 Uhr/Sky und im Live-Ticker der Berliner Morgenpost) antritt. Denn während am Montag im Olympiastadion knapp 75.000 Zuschauer das Derby verfolgten und für eine einmalige Kulisse in dieser Zweitligasaison sorgten, erwartet Ndjeng und seine Mannschaft ein Kontrastprogramm, das größer kaum sein könnte.

Im Schnitt nur 7000 Zuschauer in Aalen

In die Scholz Arena in Aalen nämlich kamen in den zehn Heimspielen der laufenden Spielzeit weniger Zuschauer als am Montagabend beim Derby in Herthas Heimstätte. Der Aufsteiger aus der schwäbischen Provinz spielt im Schnitt vor gerade einmal 7122 Zuschauern.

Auf die Berliner wartet nach den Derby-Eindrücken ein Kontrastspiel. "Da wird sich der ein oder andere schon umschauen", sagte Ndjeng.

Dass mit der Rückkehr in die triste Alltäglichkeit der Zweiten Liga aber auch die Spannung bei den Hertha-Profis sinken wird, glaubt Ndjeng nicht: "Spätestens, wenn wir auf dem Platz stehen und merken, dass Aalen auch eine gute Truppe hat, werden alle wach sein", sagte der 30-Jährige.

Trainer Jos Luhukay hat die Entwicklung der Aalener aufmerksam verfolgt. Und daher warnt der Niederländer sein Team auch davor, den Gegner zu unterschätzen: "Sie haben mich als Aufsteiger sehr beeindruckt. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die dort gemacht wird. Schon im Hinspiel hat Aalen es uns sehr schwer gemacht." Damals kam die Mannschaft des 49-Jährigen zu einem umkämpften 2:0-Sieg und hatte gegen die kompakte Abwehr der Aalener ihre Mühe.

Der VfR ist ein Favoritenschreck

Seitdem hat sich das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl noch einmal stabilisiert und verfügt nach dem Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (17 Gegentore) und Hertha (18) mittlerweile über die drittbeste Defensive der Liga (19).

Darüber hinaus hat sich der VfR in seiner allerersten Zweitligasaison auch den Ruf des Favoritenschrecks erspielt: Nicht nur den derzeitigen Tabellendritten 1. FC Kaiserslautern konnte Hasenhüttls Mannschaft bereits besiegen (1:0), sondern auch den Bundesligaabsteiger 1. FC Köln (2:0) und den ambitionierten FC St. Pauli (1:0).

Und die Formkurve zeigt nach oben: Denn den Tabellenführer Eintracht Braunschweig hatte Aalen am vergangenen Spieltag ebenfalls am Rande einer Niederlage (1:1), als den "Löwen" erst wenige Minuten vor Schluss der Ausgleich gelang.

Luhukay muss Kluge ersetzen

Luhukay ist sich bewusst, dass der krasse Kontrast zwischen Derby-Stimmung und Dorfplatzatmosphäre seine Tücken haben kann. Und deshalb appelliert er an sein Team: "Wir müssen uns jetzt wieder mental neu fokussieren", forderte der Trainer.

Das Duell gegen den Stadtrivalen am Montag sei ein Ausnahmespiel gewesen. "Gegen Aalen müssen wir jetzt wieder in den Alltag zurückfinden."

Dabei nicht helfen kann Peer Kluge. Der 32-Jährige sah gegen Union seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. Luhukay muss also wieder einmal personell umbauen. Da Kluge den offensiveren Part der beiden zentralen Mittelfeldspieler gibt, wird der Trainer nicht wie gegen Jahn Regensburg vor zwei Wochen, als Peter Niemeyer fehlte, auf den defensiven Roman Hubnik zurückgreifen, sondern einen eher offensiveren Spieler aufbieten. Die besten Chancen haben Hany Mukhtar, Marvin Knoll und Levan Kobiashvili.

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