09.02.13

Nach Rangelei

Hertha-Trainer suspendiert Franz und Lasogga

Jos Luhukay zog Konsequenzen aus einer Trainingsrangelei und setzt im Derby gegen Union auf Kluge und Niemeyer. Bei Sieg winkt Platz eins.

Foto: pa/ZB

 Herthas Herz: Peer Kluge (r.) bereitete im Derby-Hinspiel das 1:0 von Wagner vor
Herthas Herz: Peer Kluge (r.) bereitete im Derby-Hinspiel das 1:0 von Wagner vor

Jos Luhukay hat sich in den siebeneinhalb Monaten seiner Amtszeit bei Hertha BSC ein ums andere Mal als Pädagoge verdient machen müssen. Und auch am Sonnabend, zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Stadtderby gegen den 1. FC Union musste der Niederländer wieder einmal seine erzieherischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Nachdem am Vortag Maik Franz und Pierre-Michel Lasogga in einem Übungsspiel aneinander geraten waren, und Franz seinem Kollegen sogar Prügel angedroht hatte und mit einer Grätsche gesundheitsgefährdende Taten folgen ließ, nahm sich Luhukay die beiden Streithähne zur Brust und suspendierte sie aus dem Kader.

Beide Profis sind unzufrieden mit ihrer Rolle als Reservist, mit der sie sich nach jeweils langen Verletzungspausen vorerst begnügen müssen. Herthas Manager Michael Preetz sagte zur Trainingsrangelei: "Wir wussten, dass einige von den Rückkehrern mit brennendem Ehrgeiz zurück kommen. Aber das gilt es jetzt in die richtige Bahn zu lenken." Luhukay hat sich entschieden, den beiden eine Denkpause zu geben. Eine erzieherische Maßnahme.

Luhukay will als Meister aufsteigen

Nur wenige Tage zuvor hatte Luhukay schon einmal einen pädagogischen Kniff angewendet: Damit seine Mannschaft, die mit komfortablem Vorsprung auf Tabellenplatz zwei rangiert und nunmehr seit 18 Spielen ungeschlagen ist, sich nicht auf dem Erreichten ausruht, gab der Trainer eine Zielsetzung aus: "Wenn man Zweiter ist, dann gibt man sich damit nicht zufrieden. Ich will als Meister aufsteigen."

Zwei Punkte trennen Hertha derzeit vom Tabellenführer Eintracht Braunschweig. Doch durch das 1:1-Unentschieden der Niedersachsen gegen den VfR Aalen am Freitagabend bietet sich Luhukays Team nunmehr die Gelegenheit, bei einem Derbysieg erstmals in dieser Saison auf Platz eins vorzurücken. Denn die Blau-Weißen verfügen über das bessere Torverhältnis (plus 25, Braunschweig plus 21) und könnten mit einem Erfolg Luhukays Ziel ein Stückchen näher kommen.

Und die Chancen dafür haben sich noch einmal verbessert. Denn unerwartet ist Herthas Mittelfeldspieler Peer Kluge ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der 32-Jährige hatte sich beim Auftakt gegen Jahn Regensburg am vergangenen Wochenende (5:1) einen Bänderanriss im Sprunggelenk zugezogen und drohte auszufallen. Und weil auch der Einsatz von Kapitän Peter Niemeyer wegen einer Zehenverletzung fraglich war, stand Luhukay plötzlich ohne sein Herzstück da.

Pekarik und Ben-Hatira im Kader

Doch auch der 29-Jährige ist fit für das Derby und wird spielen: "Bei Peter sehe ich überhaupt gar kein Problem", sagte Luhukay. Sein Mitwirken sei wichtig, "da man in der letzten Woche gesehen hat, dass er nicht nur als guter Fußballer fehlte, sondern auch als Kapitän und Motivator, der die Mannschaft mitreißt." Neben Niemeyer wird aller Voraussicht nach Kluge auflaufen können, der noch gute Erinnerungen an den 2:1-Sieg im Hinspiel hat. "Das war eine Versöhnung mit unseren Fans. Damals haben sie gesehen, dass wir uns reinhauen, und das werden wir auch diesmal tun", sagte der Routinier.

Neben Kluge und Niemeyer kann Herthas Cheftrainer darüber hinaus sogar auf zwei weitere prominente Rekonvaleszenten zurückgreifen. Erstmals seit seiner schweren Schulterverletzung Ende November wird Rechtsverteidiger Peter Pekarik wieder im Kader stehen. Der Slowake habe im Test gegen die eigenen Amateure unter der Woche einen "stabilen Eindruck" gemacht und sei eine Option, so Luhukay. Sollte Pekarik gar von Beginn an spielen, würde wohl Marcel Ndjeng, der den 26-Jährigen zuletzt vertreten hatte, um eine Position nach vorn ins rechte Mittelfeld rücken.

Neben Pekarik dürfte auch Änis Ben-Hatira erstmals seit seiner komplizierten Knöchelverletzung vor dreieinhalb Monaten wieder im Aufgebot stehen. Der im Wedding aufgewachsene Deutsch-Tunesier habe sich mit Extratraining in dieser Woche die "letzten Prozente, die noch gefehlt haben" geholt, sagte er, und könnte sogar in der Startelf stehen.

Quelle: mey
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Tödliches Virus Erstmals Ebola-Seuche in den USA festgestellt
Zeitzeugin So erlebte Angela Merkel das Ende der DDR
Prager Rede Wie Genscher den Weg zum Mauerfall ebnete
Verrückte Sammlung Mexikaner stellt Harry-Potter-Weltrekord auf
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Shopping-Zentrum

Das sagen Kunden und Ladenbesitzer zu der neuen…

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote