03.02.13

Zweite Liga

Hertha will gegen Regensburg Tempo für den Aufstieg aufnehmen

Nach 50 Tagen Winterpause geht es für Hertha BSC wieder um Punkte. Gegen den Tabellenletzten Regensburg sind die Vorzeichen klar.

Von Jörn Meyn
Foto: DPA

Alles auf Anfang: Gegen Regensburg und die zweitschlechteste Abwehr der Liga wollen Fabian Lustenberger (l.) und seine Kollegen von Hertha BSC wieder jubeln
Alles auf Anfang: Gegen Regensburg und die zweitschlechteste Abwehr der Liga wollen Fabian Lustenberger (l.) und seine Kollegen von Hertha BSC wieder jubeln

Jos Luhukay hat in den knapp sieben Monaten seiner Schaffenszeit bei Hertha BSC freilich viel bewegt. Den Spielplan der Zweiten Bundesliga allerdings, den konnte selbst der niederländische Cheftrainer der Berliner nicht verändern. Dabei hätte Luhukay den Einbruch der Winterpause gern noch ein wenig hinausgezögert: "Aus unserer Sicht", sagte der 49-Jährige vor dem Auftakt in die zweite Saisonhälfte am Sonntag gegen den SSV Jahn Regensburg (13.30 Uhr/Sky) "hätte die Hinserie noch ein, zwei oder drei Spiele länger dauern können". Schließlich habe sein Team zum Jahresende unbeirrt weiter gepunktet (drei Siege im Dezember), während die Konkurrenz aus Kaiserslautern und Cottbus schwächelte.

Hertha seit 17 Spielen ohne Niederlage

Wenn Hertha nach genau 50 Tagen Zwangspause in Regensburg nun also den Spielbetrieb wieder aufnimmt, dann schließt sich für die Blau-Weißen ein Kreis. Denn gegen die Oberpfälzer gelang im Hinspiel nicht nur der erste Saisonsieg (2:1). Der mühsam erkämpfte Heimerfolg war auch der Ausgangspunkt einer beeindruckenden Serie von mittlerweile 17 Spielen ohne Niederlage, durch die sich die Berliner ein beruhigendes Polster von dreizehn Zählern Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz erarbeitet haben.

Doch von der Serie will Luhukay vorerst nichts mehr wissen: "Wir kommen aus der Winterpause und fangen wieder bei Null an", sagte der Trainer. Nach einer vierwöchigen Vorbereitung komme es gegen den Tabellenletzten Jahn Regensburg nun vor allem darauf an "einen guten Start zu erwischen", so Trainer Luhukay.

Dass ein holpriger Beginn nach einer längeren Pause schnell für Unruhe sorgen kann, hat Herthas Mittelfeldspieler Peer Kluge bereits zum Saisonauftakt erlebt, als er und seine Mannschaftskollegen mit nur einem Punkt aus zwei Partien und dem Pokal-Aus gegen den Viertligisten Wormatia Worms schon gehörig unter Druck standen. Nun seien die Vorzeichen zwar durchaus positiver, "aber dennoch mache ich mir Gedanken", so Kluge, der die Kapitänsbinde vom verletzten Peter Niemeyer übernehmen wird. Gerade weil in der Rückrunde nur noch 15 Partien zu spielen sind, "ist es extrem wichtig, dass wir besser beginnen als noch in die Hinrunde". Ein Start nach Maß würde die Sicherheit zurückbringen, die das Spiel der Herthaner zuletzt ausgemacht hatte.

Luhukay streicht Verteidiger Kobiashvili

Wie richtungsweisend gerade die ersten Partien nach der Winterpause sind, konnte Hertha besonders in den vergangenen beiden Spielzeiten erleben. Im negativen Sinne als man unter Michael Skibbe im Vorjahr mit sechs Niederlagen in die Rückrunde stolperte, diesen Rückstand bis zum Ende nicht mehr aufholen konnte und folgerichtig abstieg. Im positiven Sinne als man 2010/2011 mit drei Siegen aus den Startlöchern kam, sich damit an der Tabellenspitze der Zweiten Liga festsetzte und dort nicht mehr zu verdrängen war.

Jos Luhukay ist sich der Wichtigkeit der ersten Schritte bewusst und hätte daher am liebsten trotz neuerlicher Alternativen an seiner zuletzt so erfolgreichen Mannschaft festgehalten. Doch durch den Ausfall von Niemeyer muss der Trainer die Position im defensiven Mittelfeld neu besetzen, und viele hatte dabei mit einer Rückkehr von Levan Kobiashvili gerechnet, der nach seiner monatelangen Sperre wieder spielberechtigt ist. Aber daraus wird nichts: Luhukay strich den Georgier überraschend aus dem Kader und verzichtet darüber hinaus auch auf den wiedergenesenen Flügelspieler Änis Ben-Hatira.

Lasogga und Franz im Hertha-Kader

In der Vorbereitung habe man deutlich gesehen, dass viele der Rückkehrer noch Defizite hätten, so Luhukay. Immerhin stehen mit Pierre-Michel Lasogga und Maik Franz zwei Rekonvaleszenten wieder im Kader. Wen er allerdings statt Niemeyer auflaufen lassen wird, ist noch offen. Als Alternativen gelten der erst 17 Jahre alte Hany Mukhtar und Marvin Knoll, der diese Rolle bereits in einigen Vorbereitungsspielen übernommen hatte. Aber auch die Ernennung eines eher defensiveren Akteurs wie Fabian Holland oder Roman Hubnik ist denkbar.

Beim Gegner aus Regensburg träumt man freilich von derartigen Luxusproblemen. Der Tabellenletzte wartet seit elf Spielen auf einen Sieg und hat im Winter aufgrund der mittlerweile sieben Punkte Rückstand auf den rettenden Rang 15 noch einmal kräftig eingekauft. Mit dem Ex-Herthaner Timo Ochs (Tor), Julian de Guzmán, dem Spanier Koke und dem Brasilianer Carlinhos sind gleich vier Akteure gekommen. Der wichtigste Zugang aber sitzt auf der Trainerbank.

Smuda soll den Jahn retten

Mit dem ehemaligen polnischen Nationaltrainer Franciszek Smuda, der Polen zur EM 2012 führte, will Regensburg den "völligen Neuanfang" (O-Ton Manager Franz Gerber) schaffen. Und der Schlesier, den sie in der Oberpfalz schon liebevoll "Franz" nennen, hat bereits angedeutet, dass er beim Jahn einiges umkrempeln will. So wird sich Francky Sembolo, Torschütze beim Hinspiel und Regensburgs bester Angreifer (sieben Treffer, drei Vorlagen), aller Voraussicht nach auf der Bank wiederfinden. Für ihn dürfte Herthas Leihgabe Marco Djuricin (20) seine Chance gegen die alten Kollegen bekommen.

Luhukay jedenfalls ist gewarnt und ließ Regensburg zuletzt zweimal beobachten. Grund zur Sorge aber sieht er nicht: "Wir müssen auf uns schauen", so der Trainer. Die Qualität, auch den Tabellenletzten zu schlagen, sei ohne Frage da. Zudem befand Luhukay kämpferisch: "Wenn der Zusammenhalt im Team so extrem stark bleibt, dann kann uns normalerweise keiner mehr aufhalten."

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