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Hertha BSC

Lustenberger bricht sich im Trainingslager den Fuß

Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss längere Zeit auf Fabian Lustenberger verzichten. Der Schweizer Mittelfeldspieler erlitt im Trainingslager der Berliner im österreichischen Stegersbach einen Ermüdungsbruch im linken Fuß. Gleiches war bereits im Januar mit dem rechten Fuß passiert.

Fabian Lustenberger
Foto: AP
Fabian Lustenberger, der nach einer gleichen Verletzung im rechten Fuß erst vor einigen Wochen ins Hertha-Training zurückgekehrt war, ist bereits wieder zurück in Berlin

Die sportliche Führung traf sich zur Krisensitzung an der Eckfahne. Mit ernstem Gesichtsausdruck und seinem Handy in der Hand ging Herthas Manager Michel Preetz am Donnerstag während des Trainings am Vormittag auf Trainer Lucien Favre und Scout Rudi Wojtowicz zu. Er überbrachte ihnen eine schlechte Nachricht. Soeben hatte er erfahren, dass Fabian Lustenberger sich im Testspiel bei Ferencvaros Budapest (2:0) am vergangenen Dienstag einen Ermüdungsbruch im linken Fuß zugezogen hat.

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Dies ergab eine Untersuchung im Landeskrankenhaus in Fürstenfeld. Der Mittelfeldspieler flog am Nachmittag zurück nach Berlin und wird rund drei Monate ausfallen. Ohne eine Gipsschiene konnte er nicht schmerzfrei auftreten. „Das ist ein bitterer Rückschlag für ihn“, sagte Preetz.

Gleiche Verletzung im Januar

Der Schock war allen Beteiligten anzusehen. Wojtowicz und Preetz schüttelten mehrfach ungläubig mit dem Kopf, Favre riss erschrocken die Augen auf. Ihnen war sofort klar, dass die Verletzung für Lustenberger ein Desaster ist. In körperlicher und psychischer Hinsicht. Seine Krankengeschichte ist in der jüngeren Bundesliga-Geschichte einmalig. „Ich hatte im Spiel gleich das Gefühl, dass irgendwas ist. Es waren dieselben Symptome wie beim ersten Bruch. Am Tag danach wurden die Schmerzen immer schlimmer. Diesen Schock muss ich erst einmal ein paar Tage verarbeiten“, sagte Lustenberger.

Erst im vergangenen Januar hatte sich der Schweizer dieselbe Verletzung im rechten Fuß zugezogen. Zwei Ermüdungsbrüche in beiden Füßen mit 21 Jahren – schlimmer geht es kaum. „Es ist sehr schade für Fabian und für uns“, sagte Favre. Lustenberger hatte sich gerade wieder an die Mannschaft herangekämpft. In den vergangenen Monaten hatte er in der Reha an seinem Körper gearbeitet und konnte seit zwei Wochen wieder trainieren. Wie dankbar er darüber war, konnten die Trainingszuschauer an seiner Körpersprache und Fröhlichkeit erkennen.

Gutes Debüt als Innenverteidiger

Nachdem der Schweizer U21-Nationalspieler in der abgelaufenen Hinrunde nur vier Spiele von Beginn an absolvierte und die Rückserie verletzt verpasste, hatte er sich für die neue Saison vorgenommen, den Durchbruch zu schaffen. Die privaten Bedingungen stimmen: Seit seinem Wechsel vor zwei Jahren vom FC Luzern in die Hauptstadt hat er sich immer besser eingelebt. Seit sieben Monaten ist er mit „Miss Brandenburg“ Monique zusammen. Die 21-Jährige ist derzeit als Kandidatin in der Castingshow „Sommermädchen 2009“ auf ProSieben zu sehen. Sie trägt in der Sendung stolz das Trikot ihres Freundes.

Die Unterstützung der Blondine motivierte Lustenberger zusätzlich – und zuletzt bewies er seine Qualitäten. In Budapest probierte Favre ihn als Innenverteidiger aus – und war begeistert. Er habe taktisch fantastisch gespielt. „Fabian hat gezeigt, dass er ein Kandidat für diese Position ist. Er wird uns fehlen“, sagte Preetz. Die Verletzung habe keine Auswirkung auf die Transfer-Überlegungen.

Die erneute Verletzung wirft die Frage auf: Halten Lustenbergers Knochen die Belastung als Leistungsfußballer nicht aus? Ist sein Körper dem Alltag in der Bundesliga nicht gewachsen?

„Solange es dafür keine Belege gibt, lässt sich nicht sagen, ob ein Spieler eine Nichteignung hat“, sagt Mannschaftsarzt Dr. Ulrich Schleicher. Wahrscheinlich war der Knochen schon vor dem Spiel beschädigt. „Das ist ein schleichender Prozess. Zu Ermüdungsbrüchen kommt es häufig, wenn der Spieler vorher umgeknickt ist. Es kommt zu einer Belastungssituation im Gewebe und in dem Bereich zu einer Mangelversorgung. Die Knochen sind dann anfällig“, erklärt Schleicher.

Operiert werden muss Lustenberger wohl nicht. Die medizinische Abteilung hatte sein Blut zuletzt untersucht. Ein Mangel an Knochensalz stellte sie nicht fest. Jetzt soll das Blut erneut geprüft werden. Unabhängig davon beginnt für Lustenberger die Leidenszeit von neuem.

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