01.02.13

Hertha BSC

Levan Kobiashvili feiert Comeback nach 264 Tagen Sperre

Herthaner Kobiashvili war mehr als sieben Monate gesperrt. Nun will er sich gegen Regensburg bewähren, ist aber Realist.

Von Uwe Bremer
Foto: picture alliance / City-Press Gb

Längste Sperre im deutschen Profifußball: Das letzte Spiel von Levan Kobiashvili liegt siebeneinhalb Monate zurück
Längste Sperre im deutschen Profifußball: Das letzte Spiel von Levan Kobiashvili liegt siebeneinhalb Monate zurück

Das Malheur hatte sich abgezeichnet. Beim Jonglieren mit dem Ball benutzte Peter Niemeyer (29) seinen schwächeren linken Fuß. Beim Trainingsspiel vermied er nicht nur Zweikämpfe, Niemeyer ließ die Bälle rechts und links an sich vorbei fliegen.

Nach einer knappen Stunde schüttelte er den Kopf und ging vorzeitig vom Platz. "Es ist bitter, es geht nicht, die Schmerzen sind zu groß", sagte Niemeyer. Damit entpuppt sich die Zehenprellung, die sich der Kapitän von Hertha BSC vor zehn Tagen in einem Test im Trainingslager in der Türkei zugezogen hat, als unerwartet hartnäckig.

Niemeyer muss beim Start ins neue Jahr passen und fällt für die Partie am Sonntag bei Jahn Regensburg aus (13.30 Uhr). Er hatte fast eine Woche auf den Belastungstest hingearbeitet, doch die Belastung kommt noch zu früh. Für Trainer Jos Luhukay ist nun seine Idee dahin. Ursprünglich hatte er sieben Wochen nach dem letzten Punktspiel die gleiche Elf aufbieten wollen, die Mitte Dezember 2:1 gegen den FSV Frankfurt gewonnen hatte.

Kobiashvili als Ersatz wahrscheinlich

Nun muss der Coach des Tabellenzweiten der Zweiten Liga umdisponieren. Luhukay sagte: "Wir wollten testen, ob es geht. Wenn Peter Schmerzen hat, macht es keinen Sinn. Es ist besser, wir wissen früh Bescheid, jetzt werde ich mir eine Alternative überlegen."

Schaut man auf die Liste von Herthas Mittelfeldspielern, wäre Fabian Lustenberger eine logische Lösung für die Niemeyer-Position im defensiven Mittelfeld. Doch der Schweizer hat sich im Abwehrzentrum unverzichtbar gemacht.

Luhukay neigt nicht dazu, eine Lücke zu stopfen, indem er an anderer Stelle eine neue aufreißt. Möglich wäre der Einsatz von Christoph Janker, Fabian Holland oder Felix Bastians. Aber wahrscheinlich wird die Wahl auf Levan Kobiashvili fallen. Der hatte in den verbleibenden Freundschaftsspielen als Niemeyer-Vertreter gespielt.

Unmittelbar nach dem Training wollte der Georgier davon zunächst nichts wissen. "Wir haben noch einen Tag Zeit, vielleicht reicht es für Peter. Er ist als Kapitän unser wichtigster Spieler, es wäre bitter, wenn er ausfällt." Kobiashvili wollte partout nicht dastehen als jemand, der sich vordrängelt.

Der "fairste Spieler seit dem zweiten Weltkrieg"

Mit seiner eigenen Leistung, da wiegelte er ab. "Die war soweit okay, aber es waren doch nur Vorbereitungsspiele. In Punktspielen geht es noch mal ganz anders zur Sache."

Kobiashvili, der Realist. Wenn am Sonntag der Ligabetrieb startet, liegt sein letztes Pflichtspiel 264 Tage zurück. Der Deutsche Fußball-Bund hatte ihm mit siebeneinhalb Monaten die längste Sperre verpasst, die je ein Profi in Deutschland erhalten hat. Weil, so die Aussage von Schiedsrichter Wolfgang Stark, Kobiashvili ihm am 15. Mai 2012 in dem chaotischen Relegations-Rückspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) mit der Faust auf den Kopf geschlagen habe.

Kobiashvili hat das stets bestritten. Hertha hat sich auf seine Seite gestellt und demonstrativ im Juni 2012 den Vertrag mit "dem fairsten Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg" (Ex-Trainer Otto Rehhagel) bis 2015 verlängert. Um die Strafanzeige, die Stark gestellt hatte, vom Tisch zu bekommen, hat Kobiashvili zähneknirschend im vergangenen Dezember einen Strafbefehl über 60.000 Euro akzeptiert.

Kobiashvili mit Schwächen in der Vorbereitung

Nach knapp neun Monaten ohne Spiel sagt Kobiashvili: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent." Fügt aber auch an, dass er sich wohlfühle. "Ich bin fit." Und umdribbelt die Frage, bei wieviel Prozent er genau stehe mit einem verschmitzten Lächeln. "Das weiß ich nicht, das wird sich erst im Spiel zeigen."

Es bleibt ein Zweifel, was eine so lange Pause mit einem Profi im Spätherbst seiner Karriere macht. Doch die Verantwortlichen bei Hertha sind zuversichtlich. Kobiashvili tut sich seit Jahren in der Vorbereitung schwer. Das war auch bei den Testspielen in Belek in der Türkei zu sehen.

Aber bisher hat er sich immer noch als Wettkampftyp präsentiert. Wenn es ernst wird, ist Kobiashvili zur Stelle. Sonst wäre er kaum auf 336 Bundesliga-Einsätze und 100 Länderspiele für Georgien gekommen. Trainer Luhukay lässt sich nicht in die Karten schauen. "Ich habe jetzt ja etwas Zeit, um eine Lösung zu finden."

Wie auch immer die ausfällt, Kapitän Niemeyer setzt auf die Mannschaft, die seit immerhin 17 Spielen ungeschlagen ist: "Es tut mir sehr leid, dass ich in Regensburg nicht helfen kann, aber die Jungs werden das auch ohne mich schaffen – da bin ich sicher."

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