25.01.13

Zweite Liga

Hertha gelingt die Generalprobe für den Neustart

Das letzte Testspiel im Trainingslager gewinnt Hertha BSC gegen den österreichischen Erstligisten Sturm Graz. Ben-Hatira trifft wieder

Von Jörn Meyn
Foto: dpa

Trainer Jos Luhukay kann mit dem Trainingslager in Belek ganz zufrieden sein
Trainer Jos Luhukay kann mit dem Trainingslager in Belek ganz zufrieden sein

Zwei Eigenschaften hat Jos Luhukay in den knapp sieben Monaten seiner Amtszeit bei Hertha BSC versucht, seiner Mannschaft einzuimpfen: Qualität und Mentalität. Am Freitagmorgen stand der Cheftrainer auf dem Trainingsplatz im türkischen Winterlanger in Belek und formte mit den Händen eine Waage: "Wenn es gut bei uns läuft, dann zeigen wir unsere Qualität. Wenn es aber nicht so gut läuft, dann müssen wir das mit Mentalität ausgleichen", sagte der Niederländer und dabei balancierten seine Hände abwechselt hoch und runter. In den ersten 19 Ligapartien ist es freilich gut gelaufen bei den Herthanern. Dennoch habe es auch weniger überzeugende Spiele gegeben, in denen nur der Wille am Ende ausschlaggebend für den Sieg gewesen sei. Jene Balance zwischen Qualität und Mentalität sei die entscheidende System-Verbesserung im Vergleich zur Abstiegsmannschaft der Vorsaison, "bei der das nicht immer der Fall war", so Luhukay.

Lange Zeit fehlte es den Berlinern an Qualität

Beim letzten Testspiel vor der in acht Tagen beginnenden zweiten Saisonhälfte bei Jahn Regensburg zeigte die imaginäre Waage am Freitagnachmittag wieder einmal ein bisschen mehr auf die Seite des Mentalen. Luhukay hatte sich für die Generalprobe den Vierten der österreichischen Bundesliga SK Sturm Graz ausgesucht, und auch wenn diese am Ende mit einem 3:2 als gelungen gelten konnte, ließ Hertha lange Zeit die Qualität vermissen.

Dass Luhukay den letzten Härtetest ernst nahm, zeigte die Startformation der Berliner. Gegen das Team des deutschen Trainers Peter Hyballa ließ er zum Großteil die derzeitige erste Mannschaft spielen. Verzichteten musste Luhukay jedoch erneut auf Peter Niemeyer. Der Kapitän hatte sich beim 2:2 gegen Bayerns Amateure am Dienstag eine hartnäckige Zehenverletzung zugezogen und fiel erneut aus. Ihn ersetzte Levan Kobiashvili. Da auch Flügelspieler Ben Sahar wegen einer leichten Blessur passen musste, kam der 22-Jährige Marvin Knoll zu seinem dritten Einsatz in Belek.

Lustenbergers Fehler führt prompt zum 0:1

Doch sonderlich eingespielt wirkte Hertha zunächst nicht. Graz trat forsch auf und übernahm nach anfänglicher Zurückhaltung schnell die Hoheit über das Geschehen. Mit dem von Herthas Ligakonkurrenten Kaiserslautern entliehenen deutschen Stürmer Richard Sukuta-Pasu entwickelten die Österreicher Druck nach vorn. Sukuta-Pasu war es auch, der einen Fehler von Abwehrchef Fabian Lustenberger nutzte, um sich auf der rechten Seite durchzusetzen und den in der Mitte völlig freistehenden Imre Szabics zu bedienen, der zum 1:0 für Graz einschob (12. Minute).

Doch eine Mischung aus beiden von Luhukay eingeforderten Eigenschaften sorgte innerhalb von nur zwei Minuten für die Wende in der Partie. Erst lief der Brasilianer Ronny wie schon beim Test gegen Bayerns U23 zu einem Freistoß aus 25 Metern Entfernung an und traf exakt wie drei Tage zuvor in den rechten Winkel (35.). Luhukay lobte seinen Spezialisten nach dem Abpfiff: "Ronny ist sensationell. Diesen Treffer habe ich sehr genossen." Nur wenige Momente nach dem Ausgleich setzte sich Adrian Ramos auf der linken Seite durch, passte in den Strafraum, wo Sami Allagui den Ball zur 2:1-Führung ins Tor drückte (37.).

Luhukay zufrieden mit dem Ergebnis, nicht mit dem Spiel

Im zweiten Durchgang ersetzte Hany Mukhtar im Mittelfeld Levan Kobiashvili und Änis Ben-Hatira kam für Marvin Knoll. Der Deutsch-Tunesier hatte drei Monate wegen einer Knöchelverletzung gefehlt und auch er sollte sein Erfolgserlebnis bekommen. Nach schöner Vorarbeit durch Mukhtar verwandelte der 24-Jährige gekonnt zum 3:1 flach ins Eck (70.). Und weil Graz im Gegenzug nur noch zum Anschlusstreffer durch Florian Kainz kam (71.) und kurz vor Abpfiff auch zwei gute Chancen vergab, blieb es dabei. "Insgesamt", sagte Luhukay nach der Partie "war der Sieg nicht unverdient". Sein Team habe nur zu viele Gelegenheiten ausgelassen. Für das Mentale aber ist das zweitrangig: Nach dem Sieg gegen Lugano am Vortag sei das 3:2 gegen Graz ein schöner Abschluss des Trainingslagers, sagte Luhukay und vor allem "gut für den Kopf."

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