19.01.13

Fußball

Hertha siebt aus - Beichler und Radjabali-Fardi müssen gehen

Coach Luhukay hat für beide Profis keine Verwendung mehr. Sie sollen sich in der U23 fit halten. Ein Signal für andere Spieler im Kader.

Von Uwe Bremer
Foto: picture alliance / Augenklick/Ra

Abschied: Daniel Beichler wird Hertha BSC verlassen
Abschied: Daniel Beichler wird Hertha BSC verlassen

Es war die letzte Trainingseinheit bei Minus-Graden. Am Sonnabend fliegt Hertha BSC für eine Woche ins Trainingslager in die Türkei. An der Mittelmeerküste in Belek werden am Wochenende Sonne und 16 Grad erwartet. Dazu war es die letzte Einheit für Daniel Beichler (24) und Shervin Radjabali-Fardi (22) in Berlin. Das Duo spielt in den Planungen von Trainer Jos Luhukay keine Rolle mehr.

Beide sind nicht dabei, wenn der Flieger von Air Berlin am Sonnabend in Tegel Richtung Antalya abhebt. Beichler und Radjabali-Fardi werden sich bis auf weiteres bei Carsten Heine und Herthas U23 fit halten. Berater des Duos versuchen bis zum 31. Januar, dem Ende der Winter-Transferperiode, neue Arbeitgeber zu finden.

Beichler kam für 650.000 Euro zu Hertha

Luhukay und Manager Michael Preetz hatten Beichler bereits am zweiten Trainingstag, dem 5. Januar, mitgeteilt, dass der Österreicher beim Aufstiegsaspiranten keine Perspektive hat. Beichler: "Ich war natürlich enttäuscht. Aber so ist Fußball." Beichler war im Sommer 2010 als hochgelobter Jung-Nationalspieler für 650.000 Euro Ablöse von Sturm Graz gekommen.

Trotz eines Vertrages bis 2014 ist der schnelle Mittelfeldspieler aber nie wirklich in Berlin angekommen. Mit dem damaligen Trainer Markus Babbel kam Beichler nicht zurecht. Nach einem halben Jahr Ausleihe in St. Gallen, wo er wegen einer Krankheit kaum spielte, passte es im Sommer 2011 mit Babbel erneut nicht. Beim Zweitligisten MSV Duisburg ging Beichler nach wenigen Wochen und wurde zum SV Ried weitergereicht.

Österreicher unterstützte kranke Mutter

Im vergangenen Sommer unter Luhukay begann er hoffnungsvoll. Im Herbst jedoch verlor Beichler den Anschluss, als er über längere Zeit seiner Mutter in Österreich beistand, die unter Depressionen leidet. "Mir wurde gesagt, dass ich nichts verkehrt gemacht hätte", sagte Beichler, "aber die Mannschaft hat sich in der Hinserie ohne mich gefunden."

Hertha hat ihm gestattet, mit anderen Vereinen zu verhandeln. "Es gab ein, zwei Möglichkeiten, aber das war nicht rund", sagte Beichler. "Ich habe einen kleinen Sohn. Der nächste Schritt muss passen. Aber bis Ende Januar ist noch etwas Zeit."

Radjabali-Fardi durch Kreuzbandriss zurückgeworfen

Bei Radjabali-Fardi liegen die Dinge anders. Der Linksverteidiger war 2008/09 als damals 17-Jähriger unter Lucien Favre in der Europa-League eingesetzt worden. Von seiner Ausleih-Station bei Zweitligist Alemannia Aachen kehrte der gebürtige Berliner indessen mit einem gerissenen Kreuzband zurück. Nun ist er fit. Doch seine Einsatzchancen liegen bei Null, da Hertha auf der linken Seite mit Fabian Holland, Felix Bastians, Levan Kobiashvili und Nico Schulz breit aufgestellt ist.

"Das ist schade für Shervin", sagte Manager Michael Preetz. "Aber er braucht nach seiner langen Pause jetzt unbedingt Spielpraxis. Die können wir ihm nicht bieten."

In Herthas Regionalliga-Mannschaft ist Radjabali-Fardi sehr willkommen. Um sich jedoch zu entwickeln, müsste der Verteidiger, dessen Kontrakt im Sommer ausläuft, sich zu einem guten Dritt- oder soliden Zweitligisten orientieren.

26 Profis fahren mit ins Hertha-Trainigslager

Trainer Luhukay stärkt mit den Personal-Entscheidungen den Zug in der Truppe. Nach der Vorbereitung im vergangenen Sommer hatte er bereits drei Spieler aussortiert (Neumann, Perdedaj, Djuricin). Nun traf es Beichler und Radjabali-Fardi. Das Signal an die verbleibenden Teammitglieder: Es gibt keinen Stillstand. Die Qualität soll sich ständig verbessern. So sind 26 Profis in dem 42-köpfigen Tross, mit dem Hertha ans Mittelmeer reist. Trainer Luhukay, der auf seiner letzten Station in Augsburg nicht im Wintertrainingslager war, musste überzeugt werden von den Vorteilen. Das Paket in der Türkei erfüllte dann jedoch alle Vorstellungen des Übungsleiter: Die Anreise erfolgt direkt, ohne Zwischenlandung. Die Trainingsbedingungen sind exzellent. Es wird keine Zeit durch die Anreise mit dem Bus verloren. Der Fußweg vom Hotel zum hoteleigenen Platz beträgt vier Minuten.

Und in einem anderen Punkt ist Ingo Schiller, der Finanz-Chef von Hertha BSC zufrieden. Das einwöchige Trainingslager in Belek ist für den mit 41 Millionen Euro verschuldeten Zweitligisten praktisch kostenneutral. Der siebentägige Ausflug in die Sonne schlägt mit rund 45.000 Euro zu Buche. Den allergrößten Teil davon bringen Sponsoren auf. Unter anderem unterstützt das Tourismusministerium der Türkei ausländische Fußballmannschaften finanziell, die ihr Quartier in Belek aufschlagen.

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