06.01.13

Zweite Liga

Sami Allagui kämpft um seinen Platz bei Hertha BSC

Nirgendwo im Kader von Hertha BSC ist die Konkurrenz so groß wie im Angriff. Stürmer Sami Allagui kämpft um seine Position.

Von Jörn Meyn
Foto: DPA

Sami Allagui kam bisher 13 Mal für Hertha BSC zum Einsatz
Sami Allagui kam bisher 13 Mal für Hertha BSC zum Einsatz

Am Sonnabend hatte Sami Allagui sein erstes Erfolgserlebnis im neuen Jahr. Beim Abschlussspiel der morgendlichen Trainingseinheit von Hertha BSC traf der 26-Jährige mit einem satten Schuss ins Eck zur 1:0-Führung seiner Mannschaft in den gelben Leibchen.

Dass nur ein paar Minuten später auch Pierre-Michel Lasogga traf, passte irgendwie ins Bild: Nirgendwo im Kader des Berliner Zweitligaklubs ist das Gedränge derart groß wie im Angriff. Zwar wurde durch den Wechsel von Elias Kachunga nach Paderborn gerade ein Platz frei, diesen nimmt nun aber eben jener Lasogga ein, der nach seiner Genesung von einem Kreuzbandriss bereits angekündigt hat, sich seinen Stammplatz zurückholen zu wollen. Und da macht es Sinn, nachzuziehen, wenn der Konkurrent vorlegt.

Insgesamt fünf Akteure bewerben sich um einen einzigen Platz im Angriffszentrum. Und Herthas Trainer Jos Luhukay sieht keinen Grund, das erfolgreiche System aus der Hinrunde mit nur einer Spitze zu verändern. Neben Allagui (bisher 4 Tore) und Lasogga stellen zudem Herthas derzeit bester Angreifer Adrian Ramos (6 Tore), Sandro Wagner (3 Tore) und bedingt auch Ben Sahar (2 Tore) Ansprüche.

Strategische Vorteile

Doch bei Allagui ist die Situation komplizierter. Der in Düsseldorf geborene tunesische Nationalspieler wurde im Sommer für rund 1,6 Millionen Euro aus Mainz verpflichtet und war damit Herthas Königstransfer. Als er im Laufe der Spielzeit von Ramos aus dem Sturmzentrum verdrängt wurde, machte er seinem Unmut Luft, und man konnte befürchten, dass das Kapitel Hertha für ihn schon bald wieder beendet sein könnte.

Obwohl sich der Konkurrenzkampf mit Lasoggas Rückkehr nun nochmals verschärft hat, denkt Allagui trotzdem keineswegs an Abschied: "Das ist überhaupt kein Thema für mich", sagte er am Sonnabend. Die Zeit bis zum allerersten Pflichtspiel in 2013 gegen Jahn Regensburg am 3. Februar sei noch lang, "und ich sehe meine Chancen sehr gut".

Dass die Chancen, auch in der zweiten Halbserie auf genügend Einsatzzeit zu kommen, tatsächlich besser für ihn stehen als für manche seiner Konkurrenten, liegt an einem strategischen Vorteil, den Allagui besitzt: Anders als die bulligen Wagner und Lasogga kann der wendige Torjäger auch auf den Außenpositionen eingesetzt werden. Nach der Rückversetzung des etatmäßigen rechten Mittelfeldspielers Marcel Ndjeng in die Viererkette im Zuge der Verletzung von Peter Pekarik Ende November hat Allagui in vier Partien auf Rechtsaußen begonnen. Und auch für die Zukunft scheint dies eine denkbare Alternative zu sein. Allagui sagte: "Ich habe bewiesen, dass ich auch auf der rechten Seite spielen kann. Ich bin zwar Stürmer und spiele lieber ganz vorne, aber wenn der Trainer mich rechts aufstellt, spiele ich dort."

Der Stürmer beweist Torinstinkt

Allagui, der in 47 Erstligaspielen für Mainz 05 immerhin 14 Tore erzielt und auch bei seinen Stationen in Jena, Fürth und Berlin in Liga zwei bereits seinen Torinstinkt bewiesen hat (insgesamt 34 Treffer in 94 Partien), kämpft um seinen Platz bei Hertha. Dafür ist er auch bereit, sich neu zu positionieren und sich den entsprechenden Bedürfnissen des Teams anzupassen.

Jos Luhukay jedenfalls lässt ihn seit geraumer Zeit im Training konsequent die Außenposition einüben. "Er hat dort zuletzt gespielt, und deswegen trainiert er auch weiterhin dort. Solange noch keine Alternativen da sind, werde ich daran nichts ändern", sagte der Niederländer und machte klar, dass er nicht gedenkt, das erfolgreiche Team zwangsläufig umzubauen, wenn alle noch verletzten Spieler wieder an Bord sind. "Die Mannschaft, die zuletzt gespielt hat, hat sich stabilisiert und über Monate gute Leistungen gezeigt. Warum sollte ich mir da jetzt Gedanken machen?"

Ein Umstand, der den angespannten Konkurrenzkampf im Sturm zweifelsohne entzerren würde, zeichnet sich bisher noch nicht ab: Für Ramos, mit dem Hertha vereinbart hat, ihn bei einem entsprechenden Angebot im Winter ziehen zu lassen, liegen noch keine Offerten vor. Ob sich ein Klub finden wird, der die von Hertha gewünschte Ablösesumme zahlt, ist fraglich. Vorerst muss Sami Allagui also weiter seine Chance auf Außen suchen.

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