03.01.13

Zweite Bundesliga

Elias Kachunga wechselt von Hertha nach Paderborn

Fliegender Wechsel zum Trainingsauftakt: Kachunga verlässt den Verein, dafür ist Levan Kobiashvili nach seiner Sperre wieder im Einsatz.

Von Jörn Meyn
Foto: dpa

Trainer Jos Luhukay muss sich auf einige Veränderungen einstellen.
Trainer Jos Luhukay muss sich auf einige Veränderungen einstellen.

Mit einem geschlossenen "Frohes Neues" betraten die Profis von Hertha BSC um 14.26 Uhr den Schenckendorffplatz für die erste Trainingseinheit in 2013. Dass die Berliner damit gestern sogar vier Minuten vor der Zeit waren, passte irgendwie zum Eindruck, den der Zweitligaklub zum Jahresende hinterlassen hatte: Volle Konzentration auf die Mission "Wiederaufstieg". Nur keinen Schlendrian aufkommen lassen. Sofort wieder die Form finden. "Wir alle haben die freien Tage genossen. Nun bin ich aber froh, dass es wieder losgeht. Jetzt geht es erneut um elf Plätze in der Startelf", sagte Kapitän Peter Niemeyer. Man habe ein einziges Ziel, den Aufstieg. Dafür gilt es jetzt, die "Grundlagen zu schaffen".

Neben Niemeyer präsentierten sich gestern 24 Profis (darunter der nach Dänemark entliehene Fanol Perdedaj, der sich bei Hertha fit hält) den etwa 80 Fans. Vermisst wurde der zuletzt starke Innenverteidiger Fabian Lustenberger, der wegen einer Erkältung fehlte. Die Stimmung war ausgelassen, aber konzentriert.

Sportlich ist alles komfortabel

Kein Wunder: Der Aufgalopp war auch der Auftakt in ein Jahr der Wahrheit für die Herthaner. Bei der Mitgliederversammlung Anfang Dezember musste Finanzvorstand Ingo Schiller einen Anstieg der Verbindlichkeiten auf 42 Millionen Euro verkünden. Vor diesem Hintergrund ist die sofortige Rückkehr in die Bundesliga Pflicht. Mit einer kompakten Mannschaftsleistung in der zweiten Jahreshälfte 2012 hat sich Hertha unter Cheftrainer Jos Luhukay dafür bereits in eine komfortable Ausgangssituation gebracht: 42 Punkte hat das Team aus den ersten 19 Spielen geholt und überwinterte auf Tabellenplatz zwei, nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Zehn Punkte Vorsprung haben die Blau-Weißen bereits vor Verfolger Kaiserslautern auf Relegationsrang drei. Darüber hinaus steht eine beeindruckende Serie aus 17 Partien ohne Niederlage zu Buche.

Für Luhukay gibt es dennoch keinen Grund, sich auf dem Erreichten vorschnell auszuruhen: "Wir können und müssen uns noch verbessern. Zunächst gilt es für uns, die Fitness zurück zu erlangen, denn für die Rückrunde brauchen wir einen langen Atem." Dass der Niederländer es ernst meint, spürten die Profis zum Ende der ersten Einheit, als er einige Steigerungsläufe absolvieren ließ.

Auf Luhukay werden in den kommenden 32 Tagen bis zum ersten Pflichtspiel auswärts gegen Schlusslicht Jahn Regensburg (3. Februar) neue Herausforderungen zukommen: Insgesamt sieben Spieler kehren schrittweise zurück ins Team. Der nach seiner schweren Schulterverletzung Ende September genesene Abwehrspieler Maik Franz trainierte am Donnerstag noch individuell, während der langzeitverletzte Christoph Janker (Leistenbeschwerden) bereits wieder im Team aufgenommen werden konnte. In den nächsten Wochen erwartet werden zudem Außenverteidiger Peter Pekarik (Schulterverletzung) und Flügelspieler Änis Ben-Hatria, der immer noch Knöchelprobleme hat, aber schon ins leichte Lauftraining eingestiegen ist, sowie Nico Schulz, der sich nach seiner Sprunggelenksverletzung Ende November noch im Aufbautraining befindet. Alle drei fehlten gestern noch.

Nach seiner abgesessenen, monatelangen Sperre ist auch der Georgier Levan Kobiashvili wieder einsetzbar. Für ihn endet ebenso eine lange Leidenszeit wie für U21-Nationalspieler Pierre-Michel Lasogga, der bereits angekündigt hat, sich seinen Stammplatz zurückholen zu wollen, den er durch seinen Kreuzbandriss vor sieben Monaten verloren hatte.

Kachunga wechselt zum SC Paderborn

Bei dem personellen Überangebot kommt auf Luhukay die Aufgabe zu, einerseits die beste Startelf für Regensburg zu finden und gleichsam als Vermittler dafür zu sorgen, dass alle Akteure zufrieden sind. "Wenn alle Spieler zurück sind, haben wir größere Konkurrenz im Team, aber damit werden wir umgehen", sagte er. Niemeyer ergänzte: "Das sind alles Spieler mit Format, die jetzt zurückkommen. Darauf freue ich mich. Für uns sind sie zum Teil wie Neuzugänge." Der erhöhte Wettbewerb im Team könne nur positiv wirken.

Besonders im Angriff gibt es ein dichtes Gedränge. Ein Platz im Sturm ist derweil schon am Donnerstag frei geworden: Elias Kachunga, den die Hauptstädter eigentlich für eine Saison von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen hatten, wechselt mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten SC Paderborn. Zu schlecht waren die Aussichten für den 20-Jährigen, der in Berlin nur auf zwei Ligaeinsätze und insgesamt 43 Minuten Spielzeit kam. Herthas Manager Michael Preetz bestätigte: "Wir haben den Vertrag mit dem Spieler aufgelöst. Er hat in Paderborn unterschrieben."

Für Preetz dürfte das allerdings nur der Beginn einer Transferperiode (noch bis zum 31. Januar) gewesen sein, die auch in diesem Jahr wieder turbulent werden könnte. Bekannt ist die generelle Bereitschaft der Herthaner, ihren besten Stürmer der Hinrunde, Adrian Ramos (6 Tore, 4 Vorlagen), ziehen zu lassen, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Von fünf bis sechs Millionen Euro Ablöse ist die Rede. Preetz sagte dazu: "Bis dato ist noch nichts passiert."

Verlängerung mit Ronny geplant

Ebenso wichtig wie die zeitnahe Klärung der Personalie Ramos ist die anstehende Vertragsverlängerung mit dem Brasilianer Ronny. Pünktlich, aber mit einer leichten Erkältung, ist der Spielmacher aus dem Heimaturlaub zurückgekehrt. Mancher hatte befürchtet, der 26-Jährige käme mit ein paar Pfunden zu viel nach Berlin. Aber Ronny präsentierte sich so schlank wie in der Hinrunde, als er zum Leistungsträger und mit neun Treffern und sieben Vorlagen zum besten Scorer der Zweiten Liga avancierte. Sein gesteigerter Wert für Hertha zeigte sich auch direkt nach dem Training. Minutenlang musste der Mittelfeldspieler Autogramme schreiben und verschwand mit einem Lächeln in der Kabine. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er: "Gut."

Doch sein Vertrag läuft im Sommer aus. Seine Bereitschaft zu bleiben, hatte er bereits signalisiert. Auch Preetz hat eine zeitnahe Verlängerung angekündigt. Gestern sagte er: "In den nächsten Tagen werden die Verhandlungen weitergehen. Aber wir haben keinen Zeitdruck." Im Fall Ronny ist man bei Hertha zuversichtlich.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Zufallstreffer Touristen filmen F-18-Testflug im Death Valley
Glück gehabt Bungee-Seil nicht festgemacht - Mann überlebt
Himmelskreaturen Der Angriff der Riesendrachen
Skandal-Schauspielerin Lindsay Lohan verrät ihr Beauty-Geheimnis
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Ex-Fußball-Star

Die fünf Frauen des Lothar Matthäus

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote