31.12.12

Hertha BSC

Levan Kobiashvili fängt nach Sperre wieder bei null an

Nach einem Schlag gegen Schiedsrichter Stark war Kobiashvili sieben Monate gesperrt. Nun darf er wieder ran und will 2012 schnell vergessen.

Von Marc Stein
Foto: dapd

Rückkehrer: Im neuen Jahr darf Herthas Defensivspezialist Levan Kobiashvili wieder seinem Beruf nachgehen
Rückkehrer: Im neuen Jahr darf Herthas Defensivspezialist Levan Kobiashvili wieder seinem Beruf nachgehen

Es klingt verlockend. Ganz viel Zeit für die Familie hatte Levan Kobiashvili, so viel wie nie zuvor. Gemeinsam haben sie viel unternommen. Er selbst erfüllte sich sogar einen Traum und erwarb den Bootsführerschein. Doch hinter dem Georgier liegen nicht etwa wundervolle Monate, hinter ihm liegt die schwerste Zeit seiner Karriere als Fußballprofi. "Dieses Jahr will ich nur noch vergessen", sagt der Abwehrspieler.

Längste Sperre der Bundesliga-Geschichte

In den vergangenen Wochen wurde Kobiashvili immer unruhiger, weil der 31. Dezember näher rückte und damit der Tag, an dem er wieder für Hertha BSC auflaufen darf. Über sieben Monate fehlte ihm dazu die Erlaubnis, denn das DFB-Sportgericht verurteilte ihn zur längsten Sperre der Bundesliga-Geschichte. Das hat den Defensivspieler stark belastet, er musste viel nachdenken. "An manchen Tagen hatte ich keine Lust mehr, aufzustehen und zum Training zu fahren", sagt er. Auch auf die Familie, die Frau und die beiden Kinder, übertrug sich der Schwermut. Es führte soweit, dass zwischendurch sogar eine Woche Heimaturlaub in Georgien notwendig war, um die trüben Gedanken zu verscheuchen.

2012 war ein grausames Jahr für den Herthaner. Erst wurde er, der als Vorzeige-Profi gilt, zweimal in der Bundesliga-Rückrunde vom Platz gestellt. Dann folgte der Abstieg in die Zweite Liga, gemeinsam mit dem Skandal im Relegations-Rückspiel am 15. Mai in Düsseldorf. Es gab Tumulte, einen Platzsturm – und den Moment, in dem Kobiashvili den Schiedsrichter Wolfgang Stark berührte. Der sagte anschließend, er wäre geschlagen worden. Kobiashvili bekam die Rekordsperre, dazu Mitte Dezember noch einen Strafbefehl über 60.000 Euro.

Kobiashvili bestreitet Schlag gegen Schiedsrichter Stark

Noch immer betont er: "Ich habe ihn nicht geschlagen, ich bin im Gedränge geschubst worden und wollte mich abstützen." Akzeptiert habe er die Urteile nur, weil er wieder spielen wollte. Aussichten auf einen Freispruch habe es nicht gegeben. Aber er sei an diesem Tag kein schlechterer Mensch geworden, beteuert Kobiashvili. Das haben sie auch bei Hertha nicht geglaubt und den Vertrag im Juni um ein Jahr bis 2015 verlängert. "Ich bin dem Verein vieles schuldig", sagt er.

In der Zeit des Zuschauens hat der Georgier seinen Klub, für den er seit Januar 2010 spielt, auf eine andere Weise kennengelernt. Er war im Stadion unter den Zuschauern, dort merkte er zum ersten Mal, wie wichtig der Klub für die Fans ist, wie sehr sie mitleiden. Auf den Platz durfte Kobiashvili nur im Training. Dort hat er stets versucht, Gas zu geben, so aufzutreten wie immer, zu zeigen, "dass ich zur Mannschaft gehöre". Wo genau sein Platz ist nach der langen Zwangspause, kann niemand sagen. Aber er weiß, dass seine "Erfahrung hier im Verein gebraucht wird" Mit 35 Jahren wird er dann der älteste Profi im Hertha-Kader sein. Wie viele Spiele er noch bestreiten kann, ob er sich durchsetzen und einen festen Platz erobern kann, das steht im Moment für ihn an zweiter Stelle. Wichtig war ihm stets, die Karriere nicht so zu beenden. Ab Dienstag ist Levan Kobiashvili wieder ein vollwertiger Profi, mit allen trainiert wird erstmals am Mittwoch.

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