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Saisonvorbereitung

Lucien Favre spricht über Herthas Problemzonen

Hertha-Kapitän Arne Friedrich ist nicht ganz zufrieden, Leistungsträger Josip Simunic spricht öffentlich vom Weggang, Neuzugänge lassen auf sich warten. Nun hat Herthas Trainer Lucien Favre sich zu den offenen Fragen zu seinem Verein geäußert.

Lucien Favre
Foto: dpa/DPA
Lucien Favre hat sich zu den Querelen im Verein geäußert, er will nur nach vorne schauen

Der Sechzehnmeterraum des Trainingsplatzes wird überhaupt nicht gebraucht. Obwohl sich Hertha BSC bereits seit dem vergangenen Donnerstag auf die neue Saison vorbereitet, haben die Spieler ihn noch nicht einmal betreten. Auf Torschuss- und Flankentraining verzichtet Trainer Lucien Favre bislang. Der Fußball-Lehrer setzt in den ersten Tagen vielmehr auf lockere Übungen. Die Nationalspieler sind noch nicht aus dem Urlaub zurück, Favre stehen lediglich 14 Feldspieler zur Verfügung. Auch deswegen lässt er die Profis derzeit vor allem auf kleine Tore spielen und an der Passtechnik feilen. Die Einheiten verfolgen nur wenige Fans, es ist ruhig auf der Anlage – Hertha befindet sich noch im Dornrösschenschlaf.

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Dies kann sich aber schon bald ändern. Wenn Arne Friedrich am Mittwoch erstmals trainiert, dürfte Favre mit ihm ein Gespräch führen. Der Kapitän hatte sich zum Ende der vergangenen Saison darüber beschwert, dass er kurzfristig nur Ersatzspieler war. Und wenn fünf Tage später Josip Simunic nach Berlin kommt, besteht erneut Gesprächsbedarf. Der Verteidiger war enttäuscht als er las, dass Favre Zweifel an ihm hat.

Der Trainer weiß offenbar um die Brisanz in beiden Fällen. Er will die derzeit herrschende Ruhe behalten und schon vor dem Eintreffen von Friedrich und Simunic schlichten. Auf der Homepage von Hertha ließ er ein Interview veröffentlichen, in dem er den Stellenwert der beiden betont. Es sei ihm ein großes Bedürfnis gewesen, sich öffentlich zu äußern, heißt es.

Favre über Josip Simunic:

„Ich sage das ganz deutlich, ich plane mit ihm. Ich wollte und will mit Joe zusammenarbeiten, ich bin von ihm überzeugt. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel miteinander gearbeitet, viel gesprochen. Das Resultat waren sehr gute Leistungen von Joe. Er ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler – das habe ich ihm auch am vergangenen Freitag in einem Telefonat gesagt. Allerdings hat er – und dies ist bekannt – eine Klausel im Vertrag, die es ihm erlaubt, für eine bestimmte Summe zu wechseln. Bezahlt ein anderer Klub diese Summe, sind uns die Hände gebunden. So ist das leider.“

Favre über Arne Friedrich:

„Arne Friedrich ist der Kapitän unserer Mannschaft, er ist auch mein Kapitän. Er ist sehr, sehr wichtig, wir brauchen ihn. Punkt.“

Favre über den Wechsel in der Geschäftsführung:

„Ich habe das verfolgt und muss sagen, dass in dieser Zeit viel geschrieben worden ist. Auch vieles, was nicht stimmt. Es waren zu viele Unwahrheiten dabei, auch im Hinblick auf meine Person. Aber ich werde das nicht mehr weiter kommentieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich ungern zurückschaue. Vergangenheit ist Vergangenheit und Gegenwart ist Gegenwart. Ich möchte nur nach vorn blicken. Die Zukunft von Hertha BSC ist wichtig. Wir müssen hart arbeiten, es liegen viele Herausforderungen vor uns.“

Favre über seinen durch den Abgang von Hoeneß entstandenen Machtgewinn:

„Es geht mir doch überhaupt nicht um Macht, so etwas interessiert mich nicht. Es geht darum, Ideen zu verwirklichen und für Hertha BSC die richtigen Weichen für eine gute sportliche Entwicklung zu stellen. Herr Preetz ist der Geschäftsführer Sport, ich bin der Trainer. Wir haben beide Ideen zur Weiterentwicklung des Klubs, die zusammen passen. Wir arbeiten sehr gut, sehr kooperativ für Hertha zusammen.“

Favre über mögliche Zugänge:

„Ich habe immer gesagt, die Transferperiode ist die wichtigste Zeit im Jahr. Wir müssen genau prüfen, was wir machen – aber wir haben Zeit bis zum 31. August.“

Favre über die zahlreichen Wechselgerüchte um ihn:

„Wie in jedem Job, freut es mich, wenn andere meine Arbeit anerkennen. Aber ich habe es schon oft gesagt, ich betone es gern noch einmal: Ich bin generell kein Trainer, der einen Klub und eine Stadt einfach so verlässt. Einen Klub wie Hertha mit seinen tollen Fans, eine wunderbare Stadt wie Berlin schon gar nicht. Sie wissen, dass ich bisher überall langfristig gearbeitet habe. Das ist auch gerade bei Hertha so. Warum würde ich sonst meinen Kontrakt verlängern wollen? Mein Verein ist Hertha BSC. Ich bin mit, wie sagt man hier, mit Herzblut Herthaner. Ich will hier, gemeinsam mit Herrn Preetz und all den anderen im Verein, etwas Gutes und Starkes aufbauen. Wir wollen Zukunft bewegen.“

Favre über seine Erwartungen an die neue Saison:

„Ein Saisonziel zu definieren, ist derzeit schwierig. Wir müssen die Transferperiode abwarten. Die Meriten der letzten Spielzeit zählen nicht mehr. Wir fangen wieder neu an. Wir haben zuletzt eine hervorragende Saison gespielt, Platz vier war ein großer Erfolg. Es hat alles gepasst, unsere Leistung und die der Gegner. Aber, das ist Vergangenheit. Nur eines steht für mich fest: Wir wollen unseren Fans, den Berlinern, gute Leistungen zeigen. Und noch etwas anderes ist klar: Die Fans, die uns fantastisch unterstützt haben, wissen, dass wir immer hart arbeiten werden.“

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