16.12.12

Kommentar

Im neuen Jahr wird Hertha BSC noch stärker

Der Verein hat sich erholt und kann als Tabellenerster in die Feiertage gehen. Doch können die Berliner auch wieder Bundesliga?

Von Uwe Bremer
Foto: dpa

Leistungsträger wie Pierre-Michel Lasogga (r.) kehren im Januar 2013 zu Hertha zurück
Leistungsträger wie Pierre-Michel Lasogga (r.) kehren im Januar 2013 zu Hertha zurück

Hertha BSC zu Weihnachten, das sind fünf Saisonmonate mit einer klaren Botschaft. Sie lautet: Der Hauptstadt-Klub kann Zweite Liga. Wie vor zwei Jahren stehen die Berliner zum Winter auf einem Aufstiegsplatz. Der gesamte Verein hat sich von den traumatischen ersten fünf Monaten des Jahres samt katastrophaler Rückrunde, Relegationsskandal in Düsseldorf sowie dem Marathon vor der DFB-Gerichtsbarkeit überraschend schnell erholt. Die Mitgliederversammlung im Mai hat ein klares Votum abgegeben, dass die lautstarken Kritiker überrascht hat: Der Souverän hat auf Kontinuität gesetzt. Präsident Werner Gegenbauer wurde klar im Amt bestätigt. Manager Michael Preetz durfte weitermachen. Und diesmal scheint seine wichtigste Personalentscheidung aufzugehen.

Trainer Jos Luhukay hat mit dem Manager den Kader runderneuert. Überraschend schnell hat sich die Mannschaft nach einem holprigen Start gefunden. Luhukays größte Qualität ist seine unaufgeregte Autorität, die er intern genießt. Es gab diverse Spieler wie Sandro Wagner, Sami Allagui oder Ben Sahar, die viel mehr hätten spielen wollen. Luhukay moderiert überzeugend, was er vom ersten Tag an gefordert hat: Der Aufstieg wird nur über eine mannschaftliche Geschlossenheit funktionieren. Dass Hertha nun eine imposante Serie von 17 Spielen ohne Niederlage hinlegen würde, dass der Vorsprung auf Platz drei bereits zehn Punkte beträgt, überrascht selbst kühne Optimisten.

Kann Hertha auch wieder Bundesliga?

Im Januar kehren mit Maik Franz, Pierre-Michel Lasogga oder Änis Ben-Hatira weitere Leistungsträger zurück. Die Zweitliga-Konkurrenz findet das schon lange nicht mehr lustig: Hertha wird noch stärker werden. Wenn Hertha sich nicht selbst völlig aus dem Rhythmus bringt, sollte der Erstliga-Rückkehr nichts im Wege stehen.

Doch die Frage ist: Kann Hertha dann auch Bundesliga? Das übergeordnete Ziel lautet, ein etablierter Erstligist zu werden. Das hat Hertha 2009/10 nicht hinbekommen. Auch 2011/12 nicht. Die beiden Abstiegs- und die Zweitliga-Jahre haben die ohnehin prekären Hertha-Finanzen weiter malträtiert. Bei einem Minus von 42 Millionen Euro ist der Spielraum auf Jahre hinaus eingeschränkt. Der gesamte Verein muss sich verbessern: in der Führung, finanziell und auch sportlich. Während die Mittel eher geringer werden. Je früher der Aufstieg feststeht, desto hilfreicher auf allen Ebenen wäre es.

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