03.12.12

Zweite Liga

Herthas Serie ohne Niederlage hält auch in Cottbus

2:1 gegen Cottbus. Die Berliner haben als Tabellenzweiter weiter vier Zähler Rückstand auf Halbzeit-Meister Braunschweig.

Von Uwe Bremer
Foto: Bongarts/Getty Images

Peer Kluge (2.v.l.) schoss per Kopfball das 1:0 für Hertha BSC. Die Vorlage lieferte Peter Niemeyer (2.v.r.)
Peer Kluge (2.v.l.) schoss per Kopfball das 1:0 für Hertha BSC. Die Vorlage lieferte Peter Niemeyer (2.v.r.)

Die Cottbuser Anhänger buhten und pfiffen, die Hertha-Fans feierten am Montag ihren Mann des Abends mit lautstarken "Ronny, Ronny"-Sprechchören. Der Star im Team von Hertha genoss jeden Schritt in dieser 89. Minute auf dem Weg zur Bank.

Mit seinem achten Saisontor hatte der Brasilianer Hertha BSC ein wertvolles 2:1 (1:0) bei Energie Cottbus gesichert. Damit unterstrichen die Berliner ihre Favoritenstellung in der Zweiten Liga. Sie sind seit mittlerweile 15 Spielen ungeschlagen und verkürzten den Abstand auf Spitzenreiter Braunschweig auf vier Punkte.

Wichtiger noch: Mit dem zehnten Saisonsieg hat der Hauptstadt-Klub beachtliche acht Zähler Vorsprung vor Cottbus auf Rang vier.

Bommer lobt Luhukay-Team

"Wir hatten eine sehr starke Defensive, der Cottbuser Sturm war praktisch abgemeldet", sagte Trainer Jos Luhukay. Und fügte hinzu: "Und dann macht Ronny aus dem Nichts das Siegtor. Riesenkompliment an meine Mannschaft. Cottbus hat aus dem Spiel gar nichts gehabt."

Auch Cottbus-Coach Rudi Bommer lobte das Gästeteam: "Hertha war die beste Mannschaft die bisher hier war."

Traditionell intensiv ging es bei dem Prestigeduell vor 13.070 Zuschauern zur Sache. Beide Mannschaften schenkten sich bei Minustemperaturen in der Lausitz nichts. Wobei die Hausherren ihre spielerische Unterlegenheit immer wieder mit einer betont forschen Zweikampf-Führung ausgleichen wollten.

Dazu war der angefrorene Platz glatt, ein schwierige Spielleitung für Schiedsrichter Florian Meyer. Der leitete die Partie, bei der der grippekranke Ramos fehlte, zunächst betont kleinlich.

Hertha ließ sich trotz der Kälte nicht beeindrucken und suchte sein Heil im einfachen Spiel. Ronny konnte trotz seiner Knieverletzung auflaufen, der Brasilianer schickte auf der linken Seite Ben Sahar, der schnelle Israeli enteilte seinem Gegenspieler, zog den Ball dann aber am rechten Pfosten vorbei (8.).

Einige Hertha-Fans leisteten sich ein Eigentor

Nach 12 Minuten und 12 Sekunden endete der Fanprotest im Stadion, nun meldeten sich die Anhänger beider Klubs lautstark zu Wort. Im Hertha-Block jedoch leistete sich einige Fans ein Eigentor, dort wurden dutzende Fackeln gezündet. Doch langsam sollte sich auch bei den Ultras die Einsicht breit machen, dass Pyrotechnik keine Zukunft im Stadion hat, weil sie zu gefährlich ist.

Hertha stand im Mittelfeld sehr eng und lauerte darauf, Cottbuser Pässe abzufangen. Auf dieser Weise eroberte sich Peter Niemeyer einen Ball, zog aus 20 Metern einfach mal ab. Ein gutes Mittel bei diesen Bodenverhältnissen, der Ball sprang auf, Energie-Torwart Torsten Kirschbaum konnte ihn nur nach vorn abklatschen.

Darauf hatte Peer Kluge spekuliert und köpfte den Ball aus Mittelstürmerposition gegen den rechten Pfosten, von dort aus sprang er ins Netz, 1:0 (16.).

Nun waren die Gastgeber genervt, die Gangart wurde noch rustikaler. Doch die Hertha-Defensive stand gut. John Brooks lieferte sich viele Duelle mit FC-Torjäger Boubacar Sanoga. Der Stürmer aus der Elfenbeinküste entwischte der Berliner Abwehr nur einmal. Nach einer Flanke hatte sich Sanogo davongeschlichen, verpasste die Eingabe aber knapp (38.).

Nach der Pause ließen sich die Gäste zu weit hinten hineindrängen. Cottbus drängte auf den Ausgleich – und war erfolgreich. Marco Stiepermann trat einen 24-m-Freistoß Dennis Sörensen verlängerte den Ball aus 13 Metern unhaltbar für Torwart Thomas Kraft, 1:1 (54.).

Am Sonnabend muss Hertha gegen Paderborn ran

"Wir wollen dieses Spiel gewinnen", forderten die Energie-Anhänger von ihrer Mannschaft. Doch das entscheidende Tor gelang Herthas Lebensversicherung: Ronny.

Cottbus konnte sich nach einer Berliner Ecke nicht befreien. Den hohen Ball aus dem Strafraum nahm Ronny in seiner unnachahmlichen Art an, drehte sich um die eigene Achse und zog ab, flach im rechten Eck schlug der Ball ein, 2:1 (85.).

Wieder einmal hatte sich das durchgesetzt, wovor die Liga sich fürchtet: Die Qualität in der Offensive der Berliner. Zum Auftakt der Rückrunde spielt Hertha am Sonnabend beim SC Paderborn.

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