24.11.12

Zweite Bundesliga

Hertha geht mit Respekt ins Spiel gegen Aue

Hertha sucht die Schlagdistanz. Mit einem Sieg in Aue will Luhukays ersatzgeschwächte Elf auf zwei Punkte an Braunschweig heranrücken.

Von Uwe Bremer
Foto: dapd

Fünf Treffer und fünf Vorbereitungen in dieser Saison: Herthas Mittelfeldspieler Ronny
Fünf Treffer und fünf Vorbereitungen in dieser Saison: Herthas Mittelfeldspieler Ronny

Aus gegebenem Anlass sei daran erinnert: Vor dem 15. Spieltag der Zweiten Liga liegt Hertha BSC fünf Punkte zurück hinter Tabellenführer Braunschweig. Dennoch ist von Erzgebirge Aue, heute um 13.30 Uhr Gastgeber für die Berliner, nur eine Meinung zu hören.

"Mit Hertha kommt ein gefühlter Erstligist", sagte Aues Trainer Karsten Baumann und zählt mal auf: "Erstligareife Spieler, ein erstligareifes Stadion, ein erstligareifer Trainer. Das ist ein richtiger Brocken." Torwart Martin Männel sagte: "Hertha hat den Faden gefunden und spielt eine überzeugende Saison."

Aues Mittelfeldspieler und Ex-Herthaner Oliver Schröder sagte: "Mit Hertha kommt die beste Mannschaft der Zweiten Liga. Es wird schwieriger als gegen Braunschweig, weil Hertha noch mehr Qualität hat." Manager Steffen Heidrich verortet die Gäste nur deshalb im Unterhaus, "weil sie wieder mal einen Betriebsunfall hatten. Eigentlich ist Hertha ein Erstligist." So viel zu dem Respekt, der dem seit zwölf Spielen ungeschlagenen Hauptstadt-Klub entgegengebracht wird.

Im Erzgebirge-Stadion wird heute ein neuer Zuschauer-Rekord für diese Saison erwartet. Bisher liegt die Bestmarke bei 12.200 Besuchern (gegen St. Pauli). Im Vorverkauf wurden mehr als 10.000 Tickets abgesetzt, davon 1900 nach Berlin. Insgesamt verfügt die Arena über 15.700 Plätze.

Ben-Hatira fehlt Hertha noch immer

Ungeachtet der Kränze, die Hertha gebunden werden: Der Bundesliga-Absteiger ist weit entfernt davon, einsam und als Klasse für sich durch Liga zwei zu marschieren. Im Gegenteil, mit Energie Cottbus hat sich ein vierter Klub an das Spitzentrio Braunschweig, Kaiserslautern und Hertha herangeschlichen.

Durch das 3:1 gegen Braunschweig, das seine erste Saisonniederlage kassierte, haben die Lausitzer den Rückstand zu Hertha bis auf einen Punkt verkürzt. Und Lautern gewann einmal mehr durch einen rätselhaften Elfmeter, diesmal 1:0 beim FSV Frankfurt. Damit überholte Lautern Hertha und rangiert zumindest für eine Nacht auf Platz zwei. Bekanntlich steigen am Saisonende nur zwei Klubs direkt in die Bundesliga auf.

Die Berliner setzten sich gestern mit der erwarteten Reisegruppe in Bewegung. Der unter der Woche angeschlagene Ronny saß ebenso im Mannschaftsbus wie John Brooks. Nicht dabei sind Änis Ben-Hatira (Sprunggelenksprobleme) und Peter Pekarik (Schulter-Operation). Die Außenverteidiger-Position von dem Slowaken wird wohl Marcel Ndjeng übernehmen.

Der spielt zwar lieber im Mittelfeld, hatte aber bereits in den ersten drei Saisonpartien (mit mittelprächtigem Erfolg) hinten in der Abwehrkette ausgeholfen. Der zweite Kandidat, Fabian Lustenberger, wird jedoch an anderer Stelle benötigt. "Fabian spielt seit Wochen überragend in der Innenverteidigung und gibt der Defensive viel Halt. Dort ist er sehr wichtig", sagte Trainer Luhukay.

Ungeachtet der schönen Landschaft im Erzgebirge, weiß Hertha, was dort zu erwarten ist: ein sehr ungemütlicher Nachmittag. Der FC Erzgebirge Aue hat zwölf seiner 13 Saisonpunkt daheim geholt und unter anderem ein starke Vorstellung gegen Tabellenführer Braunschweig (1:1) gezeigt. "Aue hat tolle Fans im Rücken, spielt mit viel Leidenschaft und Herz", sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay, "sie sind in der Lage, jedes Team der Liga zu schlagen. Dieser Gegner wird uns alles abverlangen."

Erzgebirge Aue sieht sich als Underdog – will aber gewinnen

Torwart Thomas Kraft beschrieb den Tabellen-14. als "unangenehmen Gegner. Ich denke, dass sie es uns sehr schwer machen werden. Zudem stehen sie in dieser Saison nicht so gut da und kämpfen gegen den Abstieg." Sein Gegenüber im Auer Tor, Martin Männel, hat sich mit den Mannschaftskollegen einiges vorgenommen. "Gegen Hertha ist es ambitioniert, zu sagen, dass wir punkten wollen. Trotz Heimspiel gehen wir als Underdog in das Spiel. Aber wir wollen gewinnen."

Die Statistik spricht für den Favoriten. Die Berliner haben bisher zwei Pflichtspiele gegen Aue bestritten, beide wurden in der Saison 2010/11 jeweils mit 2:0 gewonnen. Zudem bietet sich Hertha nach den Resultaten vom Sonnabend noch eine weitere Chance: Mit einem Sieg im Erzgebirge kann der Aufstiegsfavorit den Rückstand auf Ligaprimus Braunschweig bis auf zwei Punkte verkürzen. Schließlich hat sich Trainer Jos Luhukay von seinen Mannen Platz eins zur Weihnachtspause gewünscht.

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