23.11.12

Zweitligist

Drahtiger Lasogga meldet sich bei Hertha BSC zurück

Den Kreuzbandriss hat der 20-Jährige nach sieben Monaten auskuriert. Wann Lasogga seinen ersten Einsatz für Hertha hat, wird sich zeigen.

Von Uwe Bremer
Foto: picture alliance / ZB

Den Spottnamen „Lasagne“ trägt Pierre Michel Lasogga schon lange nicht mehr
Den Spottnamen "Lasagne" trägt Pierre Michel Lasogga schon lange nicht mehr

Hager sieht er aus. Und gute Laune versprühte er. "Das ist ein wunderschöner Tag", sagte Pierre Michel Lasogga (20) nach dem Training. Knapp sieben Monate liegt der Kreuzbandriss zurück vom Torjäger von Hertha BSC. Seit dem 5. Mai hatte sich Lasogga durch verschiedenste Stufen der Reha gekämpft.

Am Donnerstag war der erste Tag, an dem der Stürmer gemeinsam mit der Mannschaft wieder auf dem Platz stand. Der Ball rollte – und Lasogga mittendrin. Zwar im gelben Leibchen desjenigen, der von den Kollegen nicht angegriffen werden durfte, aber er war dabei. "Wenn man so lange in der Reha zugebracht hat, ist es einfach ein tolles Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen."

Manager Michael Preetz hatte bei der Rückkehr des Langzeit-Patienten genau hingeschaut. "Pierre hat im athletischen Bereich gearbeitet, das sieht man." Lasogga verändert seit mittlerweile zwei Jahren kontinuierlich seinen Körperbau. Im Sommer 2010 hatte der damalige Trainer Markus Babbel seinen Neuen noch mit dem Spottnamen "Lasagne" bedacht.

Das hat sich schon lange erledigt. Aber so drahtig wie im Moment war Lasogga noch nie. "Wenn man sieben Monate Reha macht, ist klar, dass Fett verschwindet und Muskel aufgebaut werden", sagte Lasogga. Und im Übrigen wollte er nicht zur Mannschaft stoßen, "und dann noch etwas Zeit im Training benötigen, ehe ich mithalten kann".

Komplettes Programm absolviert

Am Donnerstag spulte der Angreifer das komplette 70-minütige Programm mit den Kollegen ab, genauestens beäugt von Mutter Kerstin. Er war bei den technischen Übungen ebenso dabei wie bei den Tempoläufen, die die Übungseinheit beschlossen.

Trainer Jos Luhukay hatte sich mehrfach in der Leidenszeit mit Lasogga getroffen. Ebenso wie Manager Preetz: "Pierre hat immer den Eindruck gemacht, dass er nach vorne schaut, er ist sehr zielstrebig." Nun soll der U21-Nationalspieler vor allem genügend Zeit bekommen für den Anschluss an den Rest der Mannschaft.

"Der Plan ist, dass Pierre zum Jahresanfang voll angreifen kann", sagte Trainer Luhukay. Das gleiche gilt für Maik Franz, der nach seiner Schulter-Operation am Donnerstag ein Einzelprogramm mit Physiotherapeut Jörg Blüthmann absolvierte, sowie für Christoph Janker (Leistenprobleme). "Pierre soll in den nächsten Wochen die letzte Sicherheit bekommen", sagte Manager Preetz.

Somit würde Lasogga frühestens Anfang Februar 2013 zum Einsatz kommen, Hertha startet am ersten Februar-Wochenende mit einem Auswärtsspiel in Regensburg, eine Woche später steht das Derby gegen den 1. FC Union im Olympiastadion an.

Interessant wird, wie sich die Rückkehr von Lasogga in die ohnehin gut gefüllte Sturm-Abteilung auswirken wird. Lasogga hat in 57 Hertha-Einsätzen 21 Tore erzielt und acht vorbereitet, eine ansehnliche Bilanz. Schon jetzt hadern im Kader Sami Allagui, Sandro Wagner und Ben Sahar damit, dass sie neben dem gesetzten Adrian Ramos zu wenig Einsatzzeiten bekommen. Bei dem Kolumbianer bleibt im Januar, wie bei jeder Transferperiode, abzuwarten, ob er Hertha erhalten bleibt. Die aktuelle Ramos-Bilanz (13 Einsätze, vier Treffer) ist nicht so, dass es Millionen-Offerten für ihn hagelt.

Pierre Michel Lasogga hat den 15. Dezember im Blick

Vor diesem Hintergrund wird es immer wahrscheinlicher, dass der erst im Sommer von Mönchengladbach ausgeliehene Elias Kachunga Berlin im Winter verlassen wird. Ohnehin wird Hertha mit den ebenso ehrgeizigen wie wuchtigen Stürmern Lasogga und Wagner zweimal einen sehr ähnlichen Typ im Kader haben.

Man darf gespannt sein, ob Trainer Luhukay an seiner Taktik mit nur einem Stürmer festhalten wird. Doch soweit ist es noch nicht. Lasogga lobt die Arbeit der Mannschaft, die Hertha aktuell auf Platz zwei der Zweiten Liga gebracht hat: "Für uns geht es nur um den Aufstieg. Ich freue mich für die Kollegen, habe alles genau verfolgt. Ich hatte immer Kontakt mit den Spielern."

Und ungeachtet der Zeitplanung von Trainer Luhukay hat Lasogga ein Auge auf den 15. Dezember geworfen. Da feiert er seinen 21. Geburtstag – und Hertha empfängt den FSV Frankfurt. Nein, er wolle sich keine Fristen setzen, sagte Lasogga, "aber vielleicht…"

Die Karriere von Pierre-Michel Lasogga
bis 1999
1. FC Gladbeck
1999 bis2006
FC Schalke 04
2066 bis 2007
Rot-Weiss Essen
2007
SG Wattenscheid 09
2008 bis 2009
VfL Wolfsburg
2009 bis 2010
Bayer 04 Leverkusen
2010
Bayer 04 Leverkusen II
2010
Hertha BSC II
seit 2010
Hertha BSC
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