21.11.12

Jimmy Jump

Herthas Flitzer bekommt bundesweites Stadionverbot

Der wohl berühmteste Flitzer Jimmy Jump störte im Spiel Hertha gegen St. Pauli. Trotz Verbots sagt er: "Ich komme auf jeden Fall wieder."

Foto: picture alliance / INSIDE-PICTUR

Heimspiel: Jimmy Jump flitzt im Berliner Olympiastadion
Heimspiel: Jimmy Jump flitzt im Berliner Olympiastadion

Das musste ja passieren, war dieser verrückte Spanier doch bereits im August in die Stadt gezogen und hatte sich im Bürgeramt Steglitz-Zehlendorf angemeldet (Morgenpost berichtete). Montagabend war es dann soweit. Jimmy Jump, inzwischen der wohl bekannteste Flitzer, rannte auf den Rasen des Berliner Olympiastadions, bevor Hertha BSC den FC St. Pauli 1:0 besiegte.

39.127 Zuschauer waren vor Ort dabei, eine Million schaute via TV zu, das macht offenbar den Reiz aus: Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit zu bekommen. Oder wie Jimmy Jump sagt: "Ich habe eine Mission: Die Menschen zum Lachen zu bringen."

Auch wenn tatsächlich einige schmunzeln, bleibt Jimmy Jump ein Störenfried, ein Risikofaktor. Dementsprechend grimmig schaute auch der Sicherheitsmann, dem Jimmy Jump bei seinem Lauf quer über das Spielfeld entwischt war, bis ihn dessen Kollege stellte.

"Beim Hertha-Spiel bin ich anlässlich meines zehnjährigen Jubiläums als professioneller Flitzer aufgetreten. Ich mag den Verein", erzählte Jump, der eigentlich Jaume Marquet heißt, 37 Jahre alt ist und weder Frau noch Kinder hat: "Es war ein großer Spaß. Die Leute haben mich bejubelt. Ich komme auf jeden Fall wieder."

Strafbefehle in Höhe von 200.000 Euro

Die Tatsache, dass er nach seiner Aktion festgenommen wurde, das Spiel nicht anschauen durfte und nach Herthas Anzeige erst kurz vor Mitternacht nach Hause fahren durfte, interessiert ihn nicht. Auch dass in Deutschland die Klubs und ihre Fans gerade über einen Sicherheitskodex diskutieren, tangiert ihn nicht. "Die Polizisten waren sehr nett zu mir, man kennt mich ja", sagte Marquet, dem nun auch eine Geldstrafe droht. Außerdem hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) umgehend ein bundesweites Stadionverbot bis 2016 gegen den Spanier verhängt.

An die Folgen seiner Auftritte hat er sich gewöhnt. In mehr als einem Dutzend Ländern darf er Fußball nicht mehr im Stadion gucken, beim "Clásico" zwischen Barcelona und Real Madrid wird er im Vorfeld schon in der Stadt gesucht und bis Spielende festgehalten. Trotzdem trickst er die Sicherheitskräfte immer wieder irgendwie aus, ans Aufhören denkt er trotz zahlreicher Strafbefehle in Höhe von insgesamt 200.000 Euro, von denen er nur die wenigstens bezahlt hat, nicht.

"Flitzen ist mein Leben"

"Flitzen ist mein Leben. Ich werde immer mehr von Jaume Marquet zu Jimmy Jump", sagt er, der für seine Passion vor einigen Jahren sogar seinen Job als Buchverkäufer aufgab. Nun will er sein eigenes Modelabel gründen, Jimmy-Jump-Shirts, Jimmy-Jump-Schuhe. "Ich weiß nicht, ob das wirklich klappt", sagt er: "Erst einmal brauche ich jetzt einen ganz normalen Job in Berlin." So langsam, sagt er, werde das Geld knapp. Und das obwohl er 230.000 Fans bei Facebook hat, die Videos seiner Flitzerei auf Youtube Millionen angesehen haben und eine Doku über sein Leben ("One Minute of Glory") weltweit bei Filmfestspielen läuft.

Jumps Mütze stammt übrigens nicht vom Weihnachtsmann, sondern ist eine katalanische Kopfbedeckung namens Barretina. Jimmy Jump will ja nicht nur Clown sein, sondern auch ein Zeichen für die Unabhängigkeit Kataloniens setzen. Nur leider nicht mit erlaubten Methoden.

Quelle: trn
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia
Zweite Liga

Hertha holt einen Punkt bei Kellerkind Duisburg

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Infizierte Pfleger Bentley darf leben - Hund hat kein Ebola
Sonnenfinsternis "Man muss das sehen, um es zu glauben!"
Terror in Kanada Überwachungskameras zeigen Angriff auf Parlament
Gasexplosion Explosion verwüstet ganze Straße in Ludwigshafen
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Trend

Die schönsten Fotobomben der Stars

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote