19.11.12

1:0 gegen St. Pauli

Hertha BSC ist seit zwölf Partien ungeschlagen

Hertha hat sich mit dem Tor von Sahar ein 1:0 gegen St. Pauli erkämpft – und sichert sich damit in der Tabelle Platz zwei.

Von Uwe Bremer und Jörn Meyn
Foto: Bongarts/Getty Images

Ben Sahar bescherte Hertha mit seinem Treffer den achten Saisonsieg
Ben Sahar bescherte Hertha mit seinem Treffer den achten Saisonsieg

Hertha hatte einen langen Anlauf genommen. Einen sehr langen. Bis zur 85. Minute mussten sich die Besucher im Olympiastadion gedulden. Ehe der eingewechselte Ben Sahar das längst überfällige 1:0 einköpfte. Ein Tor, das diese einseitige Partie entschied. Mit 1:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli beschloss Hertha BSC den 14. Spieltag der Zweiten Liga. Der Hauptstadt-Klub überholte mit dem achten Saisonsieg Kaiserslautern und eroberte sich Platz zwei zurück.

"In der zweiten Halbzeit haben wir versucht den Druck zu erhöhen. Man ist froh, wenn man das erlösende Tor macht", sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay, der lange haderte mit der Chancenverwertung. Sein Kollege Frontzeck stellte fest: "Unter dem Strich war Berlin die bessere Mannschaft. Es ist keine Schande hier zu verlieren."

Trauer um Alex Alves

Wie gut der blau-weiße Jahrgang unterwegs ist, belegt eine andere Zahl: Seit zwölf Partien sind die Berliner ohne Niederlage, die ist Vereinsrekord in der Zweiten Liga. "Das war ein enorm wichtiger Sieg, wir haben jetzt die Lücke nach oben geschlossen", sagte Mittelfeldspieler Peer Kluge.

Begonnen hatte der Abend mit einer Schweigeminute. Die 39.127 Zuschauer (darunter – neben Präsident Werner Gegenbauer – der rumänische Multimillionär Ion Tiriac) und die Mannschaften gedachten Alex Alves. Der ehemalige Herthaner war in der vergangenen Woche im Alter von 37 Jahren in Brasilien in einem Krebskrankenhaus verstorben. Über die Videotafeln wurde das 52-m-Tor von Alves gegen Köln aus dem Herbst 2000 eingespielt.

Dann begann der lange Anlauf. Hertha mit Trauerflor schaute sich eine halbe Stunde na, was die Gäste zu bieten hatten. Torwart Thomas Kraft parierte einen Kopfball von Daniel Ginczek (5.), aber mehr passierte zunächst nicht. Der Weckruf für die Hausherren war ein Aufsetzer von Marcel Ndjeng, den St. Pauli-Schlussmann Philipp Tschauner gegen den Pfosten lenkte (25.).

Es war der Auftakt eines Duells Hertha gegen den Torwart. Gegen Ende der ersten Hälfte kam die Junghüpfer-Seite der Berliner in Schwung. Zunächst flankte Fabian Holland, Adrian Ramos köpfte aus sechs Metern, Tschauner parierte glänzend (42.). Dann schlug der sprintstarke Nico Schulz einen gefährlichen Ball in den Strafraum, erneut gewann Ramos den Zweikampf in der Luft, aber erneut bekam der Pauli-Keeper seine Hand noch an den Ball (43.).

Im zweiten Durchgang wurde es gänzlich einseitig. Hertha legte sich den Gegner wie in einem Boxkampf zu Recht für den entscheidenden Schlag. Ramos versuchte es durch die Mitte, Tschauner parierte (50.). Ronny versuchte es mit einem gewaltigen Freistoß, der zur Ecke abgelenkt wurde (61.). Trainer Jos Luhukay versuchte es mit taktischen Varianten. Der schnelle Ben Sahar wurde eingewechselt, später kam der wuchtige Strafraum-Stürmer Sandro Wagner. Hertha rannte, Hertha machte. Jeder Ball, der verloren ging, wurde postwendend zurück erkämpft.

Nur rannte auch die Zeit langsam davon. Und dann kommt es manchmal anders als erwartet. Eigentlich hatte Ronny wieder einen seiner harten Freistöße in den gegnerischen 16er schlagen wollen. Der wurde aber abgeblockt. Und auf der rechten Seite nahm Peter Pekarik Fahrt auf, schlug den Ball aus vollem Lauf ins Getümmel vor dem St. Pauli-Tor. Dort wuchtete Wagner seine 1,94 Meter in die Höhe, bedrängte von zwei Verteidigern. Das komplette Trio verpasste den Ball. Dafür hielt Sahar, der eigentlich für seine fulminanten Antritte bekannt ist, den Kopf hin, nun war sogar Torwart Tschauner verwirrt, aus sechs Metern Entfernung schlug der Ball im Netz ein, 1:0 (85.).

Pekarik schwer verletzt

Sahar: "Das ist ein tolles Gefühl reinzukommen und der Mannschaft so zu helfen. Jeder hat gesehen, dass ich nicht zufrieden, aber ich habe die Entscheidung des Trainers respektiert. Ich habe jetzt eine bessere Bindung zum Team."

Auch die Kollegen freuten sich für den Israeli, der ungewöhnlich lange gebraucht hatte, um sich in Berlin zurechtzufinden. "Ben hatte eine schwere Zeit. Dass er heute das wichtige Tor geschossen hat, ist eine wichtige Sache für ihn und für uns als Mannschaft." Nico Schulz weiter: "Wir brauchen jeden Spieler, jetzt weiß der Trainer, dass er sich auf Ben verlassen kann." Allerdings hat Hertha eine herbe Verletzung zu beklagen. Pekarik konnte mit Verdacht auf ausgekugelter Schulter nicht zu Ende spielen. Ihm droht eine monatelange Pause. Manager Michael Preetz: "Wir haben den Sieg teuer bezahlen, weil Peter sich wohl schwer verletzt hat. Es war eine späte Erlösung. Wir haben in der zweiten Hälfte so viel Druck aufgebaut, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, wann das Tor fällt."

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