10.11.12

Zweite Liga

Hertha BSC und das Dilemma mit dem Hauptsponsor

Der Kontrakt mit der Deutschen Bahn läuft zum Saisonende aus. Die Berliner wollen verlängern, der Sponsor denkt nach.

Von Uwe Bremer
Foto: dpa

Die Deutsche Bahn überweist aktuell in der Zweiten Liga drei Millionen Euro für den Namenszug auf den Hertha-Trikots
Die Deutsche Bahn überweist aktuell in der Zweiten Liga drei Millionen Euro für den Namenszug auf den Hertha-Trikots

Im Idealfall läuft es so wie bei Uli Hoeneß. Er verkündete während einer Diskussionsrunde, dass der FC Bayern bald einen Großinvestor präsentieren werde. Der Investor werde für Anteile an der FC Bayern AG "mehr als 100 Millionen Euro zahlen", so Hoeneß.

So hätte es auch Hertha BSC gern. Gut, beim Aufstiegsaspiranten geht es um den Hauptsponsor. Das ist seit 2006 die Deutsche Bahn. Aktuell in der Zweiten Liga überweist sie drei Millionen Euro für den Namenszug auf dem blau-weißen Trikot. Der Kontrakt läuft zum Saisonende aus.

"Unser grundsätzliches Interesse ist es, so früh wie möglich Klarheit zu haben", sagt Christian Jäger, der für Hertha zuständige Bereichsleiter von Rechtevermarkter Sportfive. Er widerspricht jedoch der Darstellung, der Vermarkter suche bereits nach Alternativen. "Das ist falsch. Wir haben eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft mit der Bahn." Herthas Finanzchef Ingo Schiller sagt: "Wir haben uns im besten Einvernehmen auf eine Zeitschiene geeinigt." Die besagt, dass im Frühjahr entschieden wird.

Der Sponsor hat viel Geduld mit Hertha

Damit steckt Hertha nun in einem Dilemma. Dürfte sich die Vereinsführung etwas wünschen, würde sie sich für eine Verlängerung mit der Bahn entscheiden. Hertha ist in der Partnerschaft für viele (zum Teil unerwünschte) Emotionen zuständig. Doch vor allem profitiert der Klub von der Bahn als größtem Arbeitgeber in Deutschland (Umsatz 2011: 52 Milliarden Euro).

Der Sponsor hat viel Geduld mit Hertha bewiesen. Bei der Vorstellung 2006 sagte der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn zum damaligen Hertha-Manager Dieter Hoeneß: Es sei schön, dass Hertha im Uefa-Cup spiele, er sehe den Verein aber lieber in der Champions League.

Die Entwicklung ist jedoch entgegengesetzt verlaufen. Hertha ist in den vergangenen drei Saisons zweimal abgestiegen. Realistisch betrachtet muss sich der Klub also auch mit dem Szenario befassen, dass die Bahn sich gegen eine Verlängerung entscheidet.

Doch der Markt ist viel zu klein, als dass sich eine Suche von Hertha nicht sofort herumsprechen würde. Es gibt im bezahlten Fußball hierzulande gerade 36 Vereine. Und überschaubar wenige Firmen, die sich das teure Investment bei einem Bundesligisten leisten wollen.

Herthas Finanzchef Schiller zählt auf, dass "nur bei drei Vereinen, uns mitgerechnet, der Vertrag mit dem Brustsponsor ausläuft". Gemeint sind Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen. "Wir von Sportfive betreuen auch diese Vereine", sagt Jäger. "Aber da gibt es derzeit keine Aktivitäten, weil es noch zu früh in der Saison ist."

Der Schlüssel für Hertha liegt in der sportlichen Entwicklung: Der Marktwert als Bundesligist ist ungleich höher als bei einem Zweitligisten. Ohnehin geht der Ligatrend beim Brustsponsoring hin zu späten Entscheidungen, teilweise erst im Sommer. Als Finanzchef eines Profivereins sind also gute Nerven gefragt – es sei, denn man vertritt Bayern München.

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