11.09.12

Zweite Liga

Hertha leiht Perdedaj an dänischen Lyngby BK aus

Für ein Jahr spielt Berlins Profi Fanol Perdedaj nun in der Zweiten Liga in Dänemark. Sein Ziel aber ist die Rückkehr zu Hertha.

Von Jörn Meyn
Foto: DeFodi
1. Bundesliga 14.04.2012: Bayer Leverkusen - Hertha BSC Berlin
Kampfstarker Abräumer: Fanol Perdedaj will sich in Dänemark für höhere Aufgaben empfehlen

Am Montag war Fanol Perdedaj noch einmal in seiner Heimatstadt. Es war ja noch einiges zu erledigen in Berlin: den Umzug nach Dänemark organisieren, ein paar Einkäufe mit der Familie machen und ein Mittagessen mit Berater Mark Rubinstein.

Dabei hatte der neue Lebensabschnitt für den 21-Jährigen bereits einen Tag zuvor endgültig begonnen. Denn am Sonntagnachmittag lief Perdedaj erstmals für seinen neuen Arbeitgeber auf, den dänischen Zweitligaklub Lyngby BK. Beim Heimspiel gegen Skive IK wurde die Leihgabe von Hertha BSC zur zweiten Halbzeit beim Stand von 1:0 für Lyngby eingewechselt. Am Ende stand es 5:1, Lyngby baute damit die Tabellenführung auf fünf Punkte nach nur acht Spieltagen aus. Perdedajs Einstand war geglückt.

"Das war ein perfekter Tag für mich. Alles ist nach Plan gelaufen", sagte Perdedaj und lobte auch die Qualität seiner neuen Teamkollegen. "Da sind richtig gute Leute dabei."

Dass der kampfstarke Mittelfeldspieler aber überhaupt den Umweg über die dänische Provinz nehmen muss und nicht für Hertha BSC aufläuft, hängt besonders mit einem Mann zusammen: Jos Luhukay. Berlins Trainer hatte Perdedaj Ende Juli aus dem Profiteam gestrichen und in die zweite Mannschaft versetzt. Zu aufgeblasen sei der Kader. Besonders auf der Position im defensiven Mittelfeld sei man mit Zugang Peer Kluge, Kapitän Peter Niemeyer sowie Ronny und Fabian Lustenberger überdurchschnittlich gut besetzt.

Perdedaj sehr enttäuscht

Kein Platz also für das Eigengewächs, das im Kosovo geboren wurde und seit seinem elften Lebensjahr für Hertha spielte. "Für mich kam das überraschend" sagt Perdedaj. Er sei persönlich sehr enttäuscht gewesen, "aber der Trainer entscheidet". Vor einer Woche gab Hertha das Leihgeschäft für eine Spielzeit zu Lyngby BK bekannt. Die Dänen sicherten sich zudem eine Kaufoption, falls der direkte Wiederaufstieg in Liga eins gelingt. Das aber ist eigentlich nicht im Sinne der Herthaner, die den deutschen U21-Nationalspieler, dessen Vertrag noch bis 2014 läuft, halten wollen.

Ohnehin mutet Perdedajs Wechsel nach Lyngby, nördlich der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gelegen, zunächst seltsam an: Hatte der nur 1,72 Meter große Defensivspieler in der vorangegangenen Bundesligasaison doch seinen Durchbruch bei den Profis geschafft, nachdem ihn der damalige Trainer Otto Rehhagel beim 1:0-Heimsieg gegen Werder Bremen überraschend in die Startelf beordert hatte. "Paradise", wie ihn Rehhagel in der Folge nannte, mutierte zum einzigen Gewinner in einer ansonsten katastrophalen Rückrunde, die bekanntlich im Abstieg mündete. Jos Luhukay aber fürchtete wohl, dass Perdedaj in der aktuellen Saison zu wenig Einsatzzeit bekäme und ließ ihn vorläufig ziehen.

Bei Dänen teuerster Spieler

Warum aber Lyngby? Warum die zweite dänische Liga? "Ich musste einen neuen Weg gehen, um Spielzeit zu bekommen", sagt der 21-Jährige. Über den Umweg Dänemark will Perdedaj sich für höhere Aufgaben bei Hertha empfehlen: "Ich hoffe, dass ich mich weiterentwickle, zu Hertha zurückkehre und Stammspieler werde." Deshalb sei Lyngby auch kein Rückschritt, sondern eine "neue Chance".

Der Kontrast zu Berlin aber könnte kaum größer sein: Bei den Dänen ist Perdedaj mit einem Marktwert von rund 500.000 Euro neben Kim Aabeck der teuerste Spieler. Der gesamte Kader des zweimaligen dänischen Meisters kommt mit 4,75 Millionen Euro auf einen Marktwert, den allein Perdedajs ehemaliger Mitspieler bei Hertha BSC, Pierre-Michel Lasogga, übertrifft (fünf Millionen Euro).

Eine lange Eingewöhnungszeit wird Fanol Perdedaj bei Lyngby BK jedenfalls nicht benötigen – zumindest, was die Orientierung auf dem Spielfeld angeht. Denn die Vereinsfarben der Dänen sind blau und weiß, und die sind dem Berliner ja vertraut.

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