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Fußball-Bundesliga

Noch fünf Siege - dann will Hertha Meister sein

In Zürich wurde Steve von Bergen zwei Mal Schweizer Meister. Bei Hertha BSC zählte der Nationalspieler eher zu den Sorgenkindern der Mannschaft. Doch seit der Verletzung von Arne Friedrich erleben die Berliner einen ganz neuen Spieler. Mit Hertha BSC hat van Bergen nun den Titel im Visier.

Steve von Bergen
Foto: DPA
Platz da, hier komm' ich: Steve von Bergen hat sich bei Hertha BSC wieder in den Vordergrund gespielt

Fünf Siege. Sicher ist sicher. „Wenn wir noch 15 Punkte holen“, sagt Steve von Bergen, „werden wir garantiert Deutscher Meister.“ Schafft Hertha BSC aus den verbleibenden Spielen die Maximalausbeute, hat der Verteidiger keinen Zweifel, dass der neue Titelträger aus Berlin kommen wird. Noch vier Siege, wie Ersatzkapitän Josip Simunic sie einfordert, sind ihm hingegen „nicht genug Garantie“.

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Gleich im ersten Schritt wird die Quote fünf aus fünf auf die Probe gestellt. Nicht zufällig habe der Hamburger SV das Halbfinale im Uefa-Pokal erreicht, befindet von Bergen – und erkennt doch im gewiss Kraft raubenden Hinspiel im Vorfeld der Ligapartie am Sonntag (17 Uhr) einen Vorteil für Hertha. „Ein gutes, ein interessantes Spiel“ erwartet von Bergen in Hamburg. Eines, das somit stellvertretend steht für diese Saison in der Bundesliga, in der sich fünf Spieltage vor Ende noch fünf Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf Meisterehren machen dürfen.

Verschlungene Wege zum Gipfel

„So eng war es wohl noch nie“, sagt von Bergen und darf die zweifelnde Einschränkung gern streichen. Spannung ist gewiss garantiert – für alle: Die Zuschauer strömen in die Stadien, „endlich auch bei uns in Berlin“, sagt von Bergen. „Aber auch für uns Spieler ist es speziell, wenn es am Ende noch um etwas geht.“ Sicher hat er hier noch das Schlussdrittel der vergangenen Saison in Erinnerung, als Hertha auf Platz zehn festzementiert schien.

Mit dem FC Zürich wurde von Bergen 2006 und 2007 Schweizer Meister; er kennt die oftmals verschlungenen Wege zum Gipfel ganz genau. Im ersten Jahr holten er und Trainer Lucien Favre mit dem FCZ bis zu acht Punkte Rückstand im Duell mit dem FC Basel auf; im Jahr darauf war es umgekehrt, Zürich drohte Platz eins noch zu verspielen. „Egal wie“, sagt von Bergen, „im Titelkampf musst du ruhig bleiben und kühl im Kopf sein.“ Und doch auch aggressiv, hart. Wie Hertha am Sonntag: „Wir müssen zeigen, dass wir da sind.“

Diese Forderung erhebt von Bergen bewusst. Nicht gefallen hat ihm – trotz des 1:0 – der passive Auftritt in Hoffenheim. Er war dem Angriffswirbel der Gastgeber geschuldet, doch wirkte Hertha dem nach Auffassung des Innenverteidigers zu wenig entgegen – und war offensiv zu wenig präsent. „Mit nur ein, zwei Torschüssen werden wir in Hamburg nicht gewinnen.“

Ein solcher Wortführer war von Bergen in Berlin lange nicht mehr. Aus dem Schweizer Nationalspieler (fünf Länderspiele) war ein Sorgenfall geworden. Patzer, die gerne auch zu Elfmetern führten, kennzeichneten sein Spiel. Von Bergen verschwand im Hinterfeld des Kaders und schien einer jener Spieler, von denen Hertha sich nach der Saison auf dem Weg zu selbstverordneten fünf Millionen Euro Transferüberschuss leichten Herzens trennen würde.

Doch seit der Verletzung von Arne Friedrich erleben die Berliner einen gegensätzlichen von Bergen. Das 1:3 gegen den BVB war zuallerletzt ihm anzulasten, der mit einer Quote gewonnener Zweikämpfe von 93 Prozent überzeugte. In Hoffenheim legte von Bergen an der Seite von Josip Simunic erneut ein starkes Spiel hin – was für Trainer Favre „keine Überraschung“ war: Innenverteidiger, wo von Bergen in Vertretung des am Meniskus operierten Arne Friedrich spielt, „ist seine Position“. Noch wichtiger: „Steve ist gesund. Er hat keine Probleme mehr mit dem Rücken“, wo eine Bandscheibe lange Zeit Beschwerden hervorrief.

Von Bergen selbst hat für seinen mit dem Saisonendspurt einhergehenden Höhenflug eine andere Erklärung: Er habe nach seinen Fehlern an sich gearbeitet und auf seine Chance gewartet – und ausdrücklich nicht mehr an die Fehler gedacht. „Denn dann“, sagt von Bergen und lacht, „hätte ich mit Fußball aufhören müssen.“

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