24.04.09

Spitzname

Wie aus Andreas Neuendorf "Zecke" wurde

Zeckenbiss: Der Tag begann wie jeder andere - und sollte das Leben von Andres Neuendorf doch nachhaltig verändern. An einem Vormittag im Jahr 1995 fuhr der damals 20-Jährige zum Training der Profimannschaft von Bayer Leverkusen und zog sich seine Laufschuhe an. Trainer Erich Ribbeck hatte einen Waldlauf angesetzt. Irgendwo zwischen den Bäumen passierte es dann: Eine Zecke biss Neuendorf in die Kniekehle. Er musste ins Krankenhaus, die Ärzte diagnostizierten eine Blutvergiftung. Doch Neuendorf hatte Glück und wurde schon nach wenigen Tagen wieder entlassen.

Trainingsspaß: Beim ersten Training nach seinem Aufenthalt in der Klinik begrüßte ihn Ulf Kirsten mit den Worten: "Da ist die Zecke wieder." Dem damaligen Nationalstürmer war nicht bewusst, was er damit auslöste. Fortan nannte jeder Mannschaftskollege, Freund und Fan ihn nur noch "Zecke". Wenn ihn im Spiel jemand Andreas rief, "habe ich gar nicht mehr reagiert". Bei Hertha nannte ihn sogar der damalige Trainer Jürgen Röber nicht mehr beim richtigen Namen, und sein Nachfolger Huub Stevens soll den Profi nur unter seinem Spitznamen gekannt haben.

Trikot: Neuendorf gewöhnte sich so sehr an seinen Spitznamen, dass er ihn auch in seinem Ausweis und vor allem auf seinem Trikot stehen haben wollte. Schließlich hatte er bei seinem Freund Marcelinho gesehen, dass es möglich ist - der Brasilianer heißt mit ganzem Namen Marcelo dos Santos Paraiba. Doch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) machten ihm zunächst einen Strich durch die Rechnung: Laut Statuten darf auf dem Trikot nur der echte Name stehen. Oder ein Künstlername. Um aber einen solchen tragen zu dürfen, muss man auch Künstler sein. Und eben nicht nur Ballkünstler. Neuendorf blieb hartnäckig und informierte sich bei der Polizei sowie der Pass- und Ausweisstelle in Berlin über die Bedingungen für einen Künstlernamen.

Ölgemälde: Mit Hilfe seiner Ehefrau malte er unter anderem zwei Ölgemälde mit den Titeln "Gesicht 2001" und "Krickelkrakel 2001". Über die Vereinshomepage versteigerte er sie für rund 200 Euro und wies durch Vorlage von Presseberichten über die Aktion nach, dass er künstlerisch tätig ist. Vier seiner Bilder wurden später im Restaurant Franz am Alexanderplatz ausgestellt. In der Folge wurde "Zecke" als sein Künstlername anerkannt und stand von 2002 an auf seinem Trikot. Seine Autogrammkarten hatte er schon vorher mit "Zecke" unterzeichnet. Auch bei seinem aktuellen Verein FC Ingolstadt steht Zecke auf seinem Trikot.

Spitznamen: Dabei hatte er als Kind ganz andere Spitznamen. Zunächst "Pumuckl", und als er längere Haare hatte, auch mal "Pipi Langstrumpf." Zu Beginn seiner Fußballer-Karriere hieß er in Anlehnung an die ehemalige Arbeitsministerin Brandenburgs, Regine Hildebrandt, "Regine". Warum? "Weil ich schon damals so viel geredet habe."

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