Zweitliga-Topspiel

Hertha will in Bochum erst einmal abwarten

Fast in jeder Saisonpartie war Hertha BSC Favorit: Die Berliner traten dementsprechend offensiv auf und mussten das Spiel machen. Beim Mitabsteiger VfL Bochum wollen sie es nun etwas ruhiger angehen lassen – die totale Offensive soll es jedenfalls nicht direkt geben.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Stephan Fürstner hatte das Wort. "Jetzt", sprach der Fußballprofi in Diensten der Spielvereinigung Greuther Fürth, "sind wir alle große Fans von Hertha BSC." Es war in den Momenten nach dem 0:0 der Seinen am Freitagabend beim FC Augsburg, einem Ergebnis, das den Beteiligten so recht nicht weiterhalf. Den Tabellenzweiten Augsburg brachte der eine gewonnene Punkt nicht zurück an die Spitze der Zweiten Liga. Erst recht trübte das Ergebnis die Aufstiegshoffnungen der viertplatzierten Fürther um ein weiteres Stück ein – es sei denn eben, Tabellenführer Hertha tut ihnen am Montagabend einen Gefallen und siegt beim Rangdritten, dem VfL Bochum. In diesem Fall wären Fürstners Fürther dem Relegationsplatz nach dem Wochenende sogar einen Punkt näher gekommen.

In jedem Fall war das 0:0 von Augsburg ein gutes Ergebnis für Hertha. An die Möglichkeit einer eigenen Niederlage gegen die von Friedhelm Funkel verantworteten Bochumer verschwenden Optimisten keinen Gedanken. Bei einem Unentschieden auch hier wäre der 29. Spieltag eben ein "totes Rennen" der vier besten Mannschaften gewesen. Ein Nachteil für den Führenden ist das gewiss nicht. Und gewinnen die Berliner gar, wäre es vielleicht schon der entscheidende Schritt hin zur ersehnten Rückkehr in die Bundesliga.

Rukavytsya meldet sich fit

Zu einem Sturmlauf werden sie deshalb aber nicht ansetzen. Zwar steht Trainer Markus Babbel inklusive Nikita Rukavytsya, der nach Adduktorenbeschwerden das Abschlusstraining uneingeschränkt mitmachen konnte, das beste Aufgebot zur Verfügung. Totale Offensive wird es deshalb aber nicht geben. Motto: Sollen die Bochumer doch erst mal was anbieten; die haben schließlich Druck, nicht wir. Mittelfeldspieler Peter Niemeyer sagt: "Ich fahre nach Bochum um zu gewinnen. Aber wir waren die ganze Saison lang immer der Favorit, mussten immer das Spiel machen. Jetzt können wir den Gegner mal kommen lassen." Und in Niemeyers Erinnerung sind durchaus ein, zwei Spiele verankert, in denen Hertha es zugute kam, wenn auch die andere Mannschaft sich an der Spielgestaltung beteiligte: "In Aachen, in Fürth war es ähnlich." Beide Male errichtete der Gegner nicht einfach eine Wagenburg rund um den eigenen Strafraum, in Fürth siegten die Berliner 2:0, in Aachen sogar 5:0.

Doch Manager Michael Preetz ahnt die Marschroute des Gegners, der auch in Heimspielen gern drei klassische Mittelfeldabräumer vor der Viererkette Dienst tun lässt. "Wir erwarten keinen Hurrafußball der Bochumer", sagt Preetz.

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