08.07.2009, 23:11

Hertha BSC Wichniarek ist der Gewinner des Lokalderbys

1. FC Union Berlin - Hertha BSC Berlin

Foto: dpa / dpa/DPA

Zwei Tore und eine Vorlage beim 5:3 gegend den 1. FC Union. Artur Wichniarek war der größte Gewinner auf Seiten des Siegers.

Der Kapitän übernahm Verantwortung. Soeben hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe Strafstoß für Hertha BSC gepfiffen, und in Zeiten nach Marko Pantelic trug Cicero den Ball in der sicheren Gewissheit in Richtung Elfmeterpunkt: Den schieße ich – wer sonst! Da bedeutete Arne Friedrich dem entsetzten Brasilianer freundlich aber bestimmt: Den schießt ein anderer. Und so hielt unverhofft Artur Wichniarek den Ball in Händen.

Friedrichs Vehemenz war der Auftakt zu einem 60-Minuten-Auftritt von Wichniarek, wie ihn sich der Pole im zweiten Spiel seit der Rückkehr zu Hertha besser kaum hätte vorstellen können. Den Elfmeter verwandelte er mittig hoch (10. Minute). Eine gute Viertelstunde später (24.) stand er erneut, wo ein Stürmer zu stehen hat. Per Flachschuss ins leere Tor veredelte Wichniarek eine von Pal Dardai sehenswert eingeleitete und von Lukasz Piszczek ebenso formidabel fortgeführte Direktpass-Stafette.

Zwei Tore und eine Vorlage beim 5:3 für den Bundesligisten – Wichniarek war der größte Gewinner auf Seiten des Siegers. Auch Raffaels 3:1 war ein Querpass des Polen entscheidend vorausgegangen (55.).

"Ich bin glücklich, wieder hier zu sein und habe bei Hertha BSC etwas wieder gutzumachen", sagte Wichniarek, "beim Elfmeter war ich nicht zugeteilt, aber Arne hat gesagt, ich soll das jetzt machen. Ich freue mich über die Tore."

Das Spiel nach vorn ging beim Meisterschafts-Vierten der vergangenen Saison schon wieder recht ansehnlich vonstatten. Auf den Außenbahnen der Abwehrkette empfahlen sich Christoph Janker links und Piszczek rechts mit einigen dynamischen Vorstößen. Im Mittelfeld war Lucio auf dem linken Flügel präsenter als Maximilian Nicu auf der Gegenseite; gleichwohl ist der eindreiviertel Jahre lang rekonvaleszente Brasilianer allen Beteuerungen zum Trotz sichtlich noch nicht wieder bei 100 Prozent. Schwächen selbst gegen einen Zweitliga-Aufsteiger offenbarte hingegen Rodnei im Abwehrzentrum, der bei Zweikämpfen und in der Luft zu spät kam.

(sto)
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