Bundesliga

Die Schmerzgrenze für Lasogga liegt bei zehn Millionen Euro

Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

Hertha BSC Berlin will seinen umworbenen Torjäger nicht zum Liga-Rivalen Hamburger SV ziehen lassen. Der Premier-League-Klub Newcastle United ist raus aus dem Rennen um Pierre-Michel Lasogga.

Das Trio ist nur noch ein Duo. Während Hertha BSC und der Hamburger SV weiter auf Pierre-Michel Lasogga hoffen, ist Newcastle United raus aus dem Rennen. Der Premier League-Klub aus England war der Meinung, dass sich aus der Vertragskonstellation von Lasogga, 22, eine Situation ergäbe, dass Newcastle den Torjäger zu einem "knockdown price", als Schnäppchen, erwerben könne.

Befeuert durch die öffentlichen Aussagen von Lasogga, es sei ein Kindheitstraum, einmal in der Premier League zu spielen, wähnte sich der Tabellen-Zehnte aus England in aussichtsreichen Position. Das Interesse endete schlagartig, als Newcastles Trainer Alan Pardew erfuhr, was Hertha BSC haben will.

The Journal, eine Zeitung aus Newcastle, berichtet, dass zehn Millionen Pfund (12,5 Mio. Euro) aufgerufen wurden. Eine Summe, außerhalb der Reichweite von United.

Hertha bietet bis zu 2,5 Millionen

Nun ist es so, dass sich bisher kein Klub offiziell bei Hertha gemeldet hat. Dort steht Lasogga bis Juni 2015 unter Vertrag. Die Kontakte von Newcastle liefen zum Familienunternehmen Lasogga. Dazu gehören Mutter Kerstin sowie der belgische Berater Didier Frenay, ein Vertrauter der Familie.

Aber die Größenordnung, die in England angekommen ist, entspricht exakt dem internen Kalkül von Hertha. Der Hauptstadt-Klub will grundsätzlich den Vertrag mit Lasogga über 2015 hinaus verlängern. Seit vergangenem Herbst liegt Lasogga die Offerte vor. Das angebotene Jahressalär von rund 2,5 Millionen Euro pro Saison würde Lasogga zum Topverdiener machen. Sowohl Trainer Jos Luhukay als auch Preetz haben bei ausführlichen Treffen mit der Familie Lasogga ihre Absichten und Perspektiven dargelegt.

Beiersdorfer will Lasogga als Symbolfigur

Nun ist es aber das gute Recht von Lasogga seinen Vertrag in Berlin nicht zu verlängern. Schließlich wirbt auch der Hamburger SV, wohin er in der vergangenen Saison ausgeliehen war und sich mit 13 Toren sowie seiner Art Fußball zu spielen auf Anhieb zum Publikumsliebling gemausert hat, intensiv um den Stürmer. Täglich rufen derzeit HSV-Verantwortliche bei Lasogga (oder seiner Entourage) an und versichern ihre Wertschätzung. Mäzen Klaus-Dieter Kühne will, dass der neue Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer einen guten Einstand hat. Das Symbol für den Neuanfang des HSV soll Lasogga werden. Der dem Vernehnen nach in Hamburg nochmals deutlich mehr verdienen kann als in Berlin.

Natürlich kalkulieren die Hertha-Verantwortlichen auch die Möglichkeit, dass Lasogga das Angebot aus Berlin ablehnt. Und egal, wie sehr sich der HSV aktuell ins Zeug legt: Im Fall einer Lasogga-Absage ist der aktuelle Arbeitgeber am Zug. Nach Informationen der Morgenpost ruft Hertha für diesen Fall eine Ablöse im zweistelligen Millionen-Bereich auf. Zu zahlen sofort und auf einen Schlag (also nicht in Raten).

Preetz will den HSV nicht stärken

Nur dann, so die interne Argumentation, hätte der Hauptstadt-Klub ausreichend finanziellen Spielraum, um einen komplett neuen Sturm zu verpflichten. Schließlich wechselt auch Adrian Ramos zu Borussia Dortmund. Der BVB überweist dafür 9,7 Millionen Euro nach Berlin.

Das Werben von Newcastle war mit Bekanntwerden der Ablöseforderung schlagartig beendet. Auch der HSV, den 100 Millionen Euro an Verbindlichkeiten drücken, wäre bei einer Ablöse dieser Größenordnung aus dem Spiel. Schon aus Eigeninteresse will es Hertha-Manager Michael Preetz vermeiden, mit dem HSV einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zu stärken.

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