15.12.13

Hertha BSC

"Wir sind in der Bundesliga. Brooks muss erwachsen werden"

Bereits das zweite Mal wechselte Jos Luhukay Verteidiger John Brooks in der ersten Hälfte aus. Der Hertha-Trainer fordert von dem Defensivmann den nächsten Entwicklungsschritt.

Von Uwe Bremer und Sebastian Fiebrig
Foto: picture alliance / ZB

Bei Hertha gilt John Brooks als riesiges Talent in der Innenverteidigung
Bei Hertha gilt John Brooks als riesiges Talent in der Innenverteidigung

John Brooks war in sich gekehrt. Er verschwand nach dem Auslaufen in der Kabine, bestieg kurze Zeit später seinen Rover und fuhr vom Trainingsgelände. So erfolgreich Hertha BSC die Partie gegen Werder Bremen gestaltete (3:2), der junge Innenverteidiger hatte die Höchststrafe bekommen.

Nach 38 Minuten hatte Trainer Jos Luhukay den 20-Jährigen vom Platz geholt. Und in der Pressekonferenz sagte Luhukay öffentlich, was sonst in der Kabine bleibt: "John muss das Jugendliche abschütteln. Wir sind in der Bundesliga, da ist es knallhart. John muss erwachsen werden."

Rasanter Aufstieg in kurzer Zeit

Brooks gilt als Rohdiamant bei Hertha. Er war der Aufsteiger der vergangenen Zweitliga-Saison, als sich das Eigengewächs überraschend einen Stammplatz erobern konnte. Brooks verteidigte seinen Platz in der Vorbereitung, erzielte im ersten Bundesliga-Spiel sein erstes Tor. Trainer Jürgen Klinsmann machte Brooks zum US-Nationalspieler. Der Aufstieg war derart rasant, dass manchmal übersehen wird, wie zart das Pflänzchen ist.

Brooks hat mit 1,93 Meter zwar ein Gardemaß für einen Innenverteidiger, er bestritt gegen Werder aber erst sein sechstes Bundesliga-Spiel. Bereits gegen den HSV Ende August wurde Brooks nach 23 Minuten ausgewechselt. "Es ist zum wiederholten Mal, dass John mit zu wenig Spannung in ein Spiel geht. Er ist dann zu wenig aktiv", kritisierte Luhukay. Der Trainer wechselt eigentlich nur ungern vor der Pause. "Es tut mir zwar leid, aber da muss ich eingreifen, um der Mannschaft zu helfen."

Ungewöhnlich an dem Vorgang ist der Weg über die Öffentlichkeit. Was darauf schließen lässt, dass Luhukuy intern schon mehrfach mit Brooks über dieses Thema gesprochen hat. Schon zu Jugendzeiten war bekannt, dass Brooks einerseits ein großes Potenzial mitbringt. Aber auch, dass der Hochbegabte immer etwas zu schnell zufrieden war.

Sein Vertrag läuft bis 2017

Luhukay sprach auch diesen Punkt an. "Wenn er Charakter hat und sich hinterfragt, ist John auf einem guten Weg. Wenn er das nicht macht, muss ich als Trainer ihn dort hinführen. Aber es muss aus ihm selbst kommen. Denn das ist nicht das erste Mal."

Für Brooks kommt die Auswechslung gegen Werder ungelegen. Eigentlich sollte er in den verbleibenden Partien dieses Jahres – am kommenden Sonnabend geht es zu Borussia Dortmund – die Innenverteidigung mit Kapitän Fabian Lustenberger bilden. Bekanntlich fällt Sebastian Langkamp wegen eines Muskelfaserrisses bis zum Jahresende aus.

Nun wird sich Brooks anstrengen müssen, um seinen Vorgesetzten in dieser Trainingswoche davon zu überzeugen, dass er sehr wohl der richtige Mann ist, um zum Ende der Hinrunde BVB-Torjäger Robert Lewandowski zu stoppen. Perspektivisch setzt der Klub ohnehin auf den gebürtigen Berliner. Hertha hat erst im Mai den Vertrag mit Brooks bis 2017 verlängert.

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