27.06.13

Bundesliga

Herthas Jungstar Brooks fühlt sich bereit für die Bundesliga

John Anthony Brooks hat in der vergangenen Saison bei Hertha den Durchbruch geschafft. Im Interview verrät der 20-Jährige, dass er ohne Trainer Jos Luhukay wohl noch bei den Amateuren spielen würde.

Von Jörn Meyn
Foto: picture alliance / ZB

Hände zum Himmel: Im Saisonfinale gegen Energie Cottbus erzielte John Anthony Brooks (l.) sein allererstes Profitor. Fütr Hertha stand er 26 Mal in der Startelf.
Hände zum Himmel: Im Saisonfinale gegen Energie Cottbus erzielte John Anthony Brooks (l.) sein allererstes Profitor. Fütr Hertha stand er 26 Mal in der Startelf.

John Anthony Brooks hat das geschafft, wovon viele Nachwuchsspieler träumen: Dem 20-Jährigen gelang bei Hertha BSC in der vergangenen Saison der Durchbruch. Unverhofft avancierte der Sohn eines US-Amerikaners und einer Deutschen zum Stammspieler. Nun hat der gebürtige Berliner seinen Vertrag zu verbesserten Bezügen vorzeitig bis 2017 verlängert. Mit Jörn Meyn sprach Brooks über seine bevorstehende erste Bundesligasaison und das seltsame Gefühl, plötzlich bekannt zu sein. Am Donnerstag bestreiten Brooks und Hertha das erste Testspiel beim SV Falkensee-Finkenkrug (18 Uhr, Sportplatz Ringpromenade, Rosenstraße 1).

Berliner Morgenpost: Herr Brooks, sind Sie ein leidenschaftlicher Spieler der Fußballsimulation Fifa auf der Playstation?

John Anthony Brooks: Ja, total. Mit meinen Kumpels ist das eine Supersache. Das macht riesig Spaß, und ich kann da natürlich überhaupt nicht gut verlieren.

Haben Sie sich schon einmal selbst gespielt?

Nein, das finde ich irgendwie komisch. Es ist schon cool, mich da im Spiel zu sehen. Ein Kumpel hat mal mit Hertha und mir in der Startformation gespielt, und ich habe zugeschaut. Aber was ich da gesehen habe, hat mich nicht begeistert.

Weil der Brooks beim Fifa zur vergangenen Saison noch keine gute Stärke hatte?

Ich war im Spiel total schlecht. Aber während der vergangenen Saison gab es dann auch bei Fifa neue Updates, mit denen die aktuelle Stärke der Spieler angepasst wurde. Da wurde ich dann immer besser...

...weil sie auch im echten Leben bei Hertha zum Stammspieler aufstiegen.

Das ist schon Wahnsinn. Keiner hat damit gerechnet, dass es plötzlich so schnell für mich nach oben geht. Ich selbst auch nicht. In meiner ersten Saison 2011/12 hat mich die Mannschaft noch gar nicht richtig wahrgenommen. Ich war eigentlich mehr ein Trainingsgast und habe meist bei den Amateuren gespielt. Ich selbst habe mich auch noch nicht als Teil der Mannschaft gefühlt. Deshalb bin ich in die letzte Saison mit dem Ziel gegangen, mit dabei zu sein und mir vieles abzugucken. Und plötzlich bin ich mittendrin.

Werden Sie mittlerweile im Alltag anders wahrgenommen?

Vor einem Jahr bin ich durch die Stadt gelaufen und niemand kannte mich. Heute erkennen mich die Leute plötzlich und sagen: Guck mal, da ist der Brooks. Manche tuscheln, andere sind offener, kommen direkt auf mich zu und möchten Fotos machen. Das ist schon ein Supergefühl.

Wenn man Sie zu Beginn und zum Ende der Saison erlebt hat, konnte man denken, dass es zwei verschiedene Brooks' gibt: einen vorsichtigen und einen sehr selbstbewussten.

Ich bin definitiv sicherer geworden, als Spieler und auch als Person. Ich bin darüber hinaus auch professioneller geworden. Früher bin ich nach dem Training immer gleich weggefahren. Alles andere war wichtiger. Kumpels treffen und so Sachen. Heute nehme ich mir die Zeit und mache Extraübungen.

Wo würden Sie stehen, wenn es den Trainer Jos Luhukay bei Hertha nicht geben würde?

Ohne Luhukay wäre ich heute wohl bei den Amateuren. Für mich war er ein Glücksgriff. Das Vertrauen, das er mir entgegen bringt, versuche ich, so gut es geht, zurückzuzahlen.

Was waren die Gründe für Ihre Vertragsverlängerung?

Ich habe hier alles, was ich brauche. In bin in Berlin aufgewachsen. Meine Familie ist hier, und ich fühle mich wohl im Verein. Der Trainer ist super, die Mannschaft auch. Es gab keinen Grund, jetzt nicht zu verlängern.

Sie gehen bald mit Hertha in Ihre allererste Bundesligasaison. Was erwarten Sie?

Ich gehe so in die Saison, wie in mein allererstes Zweitligaspiel mit dem Wissen, dass in der Bundesliga alles noch viel schneller sein wird und andere Qualität auf mich zukommt. Dem muss ich mich natürlich anpassen.

Jetzt kommen Lewandowski und Kießling. Sind Sie schon bereit für diese Topstürmer?

Ich freue mich unglaublich auf diese Spieler. Das sind natürlich ganz andere Kaliber als in der Zweiten Liga. Aber ich bin bereit für die erste Liga. Von mir aus kann es losgehen.

Nerven Sie Vergleiche mit Jerome Boateng?

Nein. Sie kommen, weil er eben auch bei Hertha ausgebildet wurde, und wir uns vielleicht, das sagen zumindest die Leute, in unserer Spielweise ähnlich sind. Aber darüber werde ich mich nicht beschweren: Boateng spielt bei Bayern München, hat gerade das Triple gewonnen und ist Nationalspieler. Nicht die schlechteste Perspektive.

Sie haben in den U-Nationalteams bereits für die USA und Deutschland gespielt. Für die A-Mannschaft müssten Sie sich entscheiden. Sie haben gesagt, dass Ihr Herz eher an den USA hängt. Warum?

Ich könnte mir beide Nationalmannschaften gut vorstellen. Dass ich zur Zeit zu den USA tendiere, kommt wahrscheinlich daher, weil sie sich sehr um mich bemühen. Das ist bei Deutschland nicht so. Da habe ich nicht den Eindruck, dass man mich unbedingt will.

Zum Sommer 2014 wird es ein neues Fifa-Spiel geben, mit dem man die WM in Brasilien spielen kann. Werden Sie dabei sein und sich selbst spielen können?

In welcher Nationalmannschaft?

Suchen Sie sich eine aus!

(lacht) Es ist ja kein Wunschkonzert. Aber es wäre natürlich ein Traum – egal ob ich für Deutschland oder die USA dabei wäre. Das ist natürlich noch sehr weit weg. Aber wenn ich dabei wäre, hätte ich bei Fifa wahrscheinlich eine wesentlich bessere Stärke als jetzt. Ich hätte also nicht allzu viel falsch gemacht.

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