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05.04.09

Halbmarathon 2009

Berlin läuft – Mit vollem Tempo durch die Stadt

Ganz Berlin war auf den Beinen: Exakt 25.193 Sportler nahmen am Sonntag am Berliner Halbmarathon teil, angefeuert von 170.000 Zuschauern. An der gut 21 Kilometer langen Strecke quer durch die Innenstadt jubelten die Berliner den Sportlern zu, mehrere Musikgruppen heizten ihnen zusätzlich ein und trieben sie in Richtung Ziel am Roten Rathaus.

Hopsen, trippeln, stretchen, Socken anziehen – eine gute halbe Stunde vor dem Start des 29.Vattenfall Berliner Halbmarathons ist zwischen Alexanderplatz und Lustgarten sowie in den Straßen rund um die Schlossbrücke alles in Bewegung. Dominierender Farbton: ein freundliches Gelb. Es ist das Gelb der Windplanen, die viele der insgesamt 25.193 Teilnehmer des Laufs kurz vor dem Start noch ein wenig warm halten sollen. Nicht wenige haben ihre Plane allerdings nur unter den Arm geklemmt, das Wetter meint es schließlich gut mit den Sportlern.

Es ist kühl, aber nicht kalt, immer wieder scheint die Sonne. Im Laufe des Tages wird es sogar richtig frühlingshaft werden. "Ideale Bedingungen", freut sich Marc Klages. Der 32-Jährige ist zum zweiten Mal extra aus Hannover angereist, um am Berliner Halbmarathon teilzunehmen. Mit ihm am Start sind seine Frau Nicole und Sohn Felix. Die beiden wollen ihn ordentlich anfeuern und später dann am Ziel auf ihn warten. "Am Nachmittag steht noch einmal Sightseeing auf dem Programm", sagt Nicole Klages.

Bratwurst und Bier nach dem Lauf

Für Marc Klages gilt es allerdings, erst einmal die 21,0975 Kilometer durch die Innenstadt zu bestreiten. Brigitte Helterloff, die bereits 15-mal den Berliner Halbmarathon gelaufen ist und heute mit einer Jubiläumsnummer startet, freut sich schon auf die Strecke: "Die Stimmung ist immer so gut, das macht einfach Spaß." An Kilometer elf wird die 58-Jährige schließlich an ihrem Lieblingsrestaurant vorbeikommen. "Dann gibt es einen Ouzo, wie jedes Jahr", sagt Helterloff strahlend.

170.000 Zuschauer haben nach Angaben des Veranstalters SCC Running an der Halbmarathonstrecke gestanden, um die Läufer anzufeuern. "Die Stimmung war super, das Rufen und Klatschen jedes Mal ein Energieschub für uns", berichten Jens und Bert Stegemann und Jörk Dubiel. Die Grünauer Laufgruppe ist nach eineinhalb Stunden ins Ziel gekommen und bester Dinge. "Jetzt wird in aller Ruhe Luft geholt, bei Bratwurst und Bier", sagt Bert Stegemann.

Hoch her geht es auch an Kilometer elf, Joachim-Friedrich-Straße Ecke Kudamm. Hier hüpfen, mit Trillerpfeife und Kuhglocke ausgerüstet, die Geschwister Karla, Jakob und Paul Eis voller Vorfreude um die Wette. Auch Mutter Katrin Eis wartet gespannt. Wer jetzt noch fehlt, ist Papa Michael: "Der ist ganz schnell", versichert die siebenjährige Karla. "Und wenn er hier vorbeirennt, klatscht er uns alle ab", fügt Paul hinzu. Bereits seit 1997 laufe ihr Mann regelmäßig beim Halb- und Vollmarathon für den SCC in Berlin mit, erzählt Katrin Eis. Ein paar Meter weiter stehen Isolde und Gerd Drescher. Das Rentnerehepaar kennt zwar heute keinen der Läufer persönlich, trotzdem sei es für sie ein Muss, an der Strecke zu stehen: "Das war fest eingeplant. Wir wohnen nur eine Straße weiter, und das ist doch eine tolle Abwechslung."

Benno Fittkaus und Sohn Thomas kommunizieren heute vor allem über ein ein-mal-zwei-Meter großes Plakat. "Thomas die Nr.1", steht dort kurz und prägnant in großen roten Lettern geschrieben. Das Hochhalten ist ein Kraftakt, aber ein bisschen Schmerz müsse man für den Sohn schon ertragen, findet Fittkaus senior.

Am Ende sieht es rund um den Neptunbrunnen fast so aus wie kurz vor Beginn des Halbmarathons. Statt der gelben Planen leuchten nun allerdings die farbigen T-Shirts der Läufer, die sich hier ihre Urkunden und die Medaillen abholen. Erschöpft, aber glücklich.

Alle Läufer, alle Zeiten finden Sie HIER in der Ergebnis-Datenbank von Morgenpost Online

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