EM-Viertelfinale
Marco Rehmer erklärt, wie man gegen Griechenland siegt
Im Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 2002 traf der Ex-Herthaner zum 1:0 und schaffte den bisher letzten Sieg über die Griechen.
Morgenpost Online: Sie kommen gerade von den BMW International Open. Ist Golf der geeignete Ausgleich nach der Fußballkarriere?
Marko Rehmer: Auf jeden Fall, Fußball ist ein Mannschaftssport, es ist hektisch und laut. Beim Golf kommt man wieder runter. Die frische Luft, grüner Rasen. Aber man braucht Geduld.
Morgenpost Online: Geduld wird die deutsche Nationalmannschaft am Freitag auch brauchen. Erinnern Sie sich noch, wie man gegen Griechenland Tore schießt?
Marko Rehmer: Daran erinnere ich mich gerne, weil ich damals das 1:0 in der Qualifikation geschossen habe. Wirklich ein schönes Tor und ein starkes Spiel von mir, deswegen fahre ich auch so gerne nach Griechenland in den Urlaub (lacht). Nein, Scherz, man muss gegen die Griechen Ruhe bewahren, so wie wir damals. Auch wenn man zwei Gegentore bekommt.
Morgenpost Online: Damals mussten Sie im defensiven Mittelfeld ran. Das war eigentlich gar nicht Ihre Position, oder?
Marko Rehmer: Als es losging mit der Viererkette war ich mal Innen-, mal Außenverteidiger oder im Mittelfeld. Ich war flexibel einsetzbar, das war manchmal auch mein Vorteil. Ich hatte immer viel Offensivdrang und gegen Griechenland hat sich das ausgezahlt.
Morgenpost Online: Sie haben später in der Relegation gegen die Ukraine ein weiteres wichtiges Tor erzielt, kamen bei der WM aber nur eine Halbzeit zum Einsatz. War diese Qualifikation Ihre beste Zeit im deutschen Trikot?
Marko Rehmer: Ja, und ich muss Rudi Völler hoch anrechnen, dass er nach meiner bösen Verletzung im März 2002 zu mir ins Krankenhaus kam und sagte: "Du hast uns mit deinen Leistungen in der Qualifikation erst zur WM gebracht, und wenn du bis dahin auch nur ein bisschen geradeaus laufen kannst, bist du im Kader dabei." Ich habe mich dann rangekämpft und diese eine Halbzeit gegen Paraguay unter Schmerzen gespielt.
Morgenpost Online: Heute reden alle von der goldenen Generation. Was hat das Team von heute, was Ihres damals nicht hatte?
Marko Rehmer: Ich würde die Frage so nicht stellen. Wir haben damals vielleicht nicht den attraktivsten Fußball gespielt, aber gute Ergebnisse geliefert. Wir waren eine Einheit, nicht nur die ersten Elf, sondern bis zur Nummer 23. Da hatte keiner Streit. Von der erfolgreichen WM schreibt heute keiner mehr. Klar, wir sind nicht souverän durchmarschiert, aber es war seither das beste Ergebnis einer DFB-Elf.
Morgenpost Online: Was erwarten Sie für Freitagabend?
Marko Rehmer: Ich denke nicht, dass es so ein schweres Spiel wird. Die Griechen werden mit Sicherheit tief stehen und in der Offensive versuchen zu kontern. Die Deutschen müssen aufpassen und dürfen nicht auf Teufel komm raus stürmen. Aber wir haben intelligente Stürmer, die auch mal einen Tempowechsel machen oder vielleicht sogar mal die Griechen kommen lassen.
Morgenpost Online: Sie kennen sich mit Griechen aus, bei Eintracht Frankfurt spielten sie zusammen mit Ioannis Amanatidis und Sotirios Kyrgiakos. Was waren das für Typen?
Marko Rehmer: Das waren Pfundskerle, mit denen man auch mal gut Essen gehen konnte. Sehr ehrgeizige Kerle. Ioannis hat als Typ auch mal angeeckt und sich dadurch nicht immer beliebt gemacht, aber trotzdem: Es hat Spaß gemacht mit beiden zusammenzuspielen.
Morgenpost Online: Also war das mit den Urlauben in Griechenland vorhin gar kein Scherz?
Marko Rehmer: Nein, das stimmt tatsächlich. Ich habe früher dort viele Ecken besucht: Korfu, Kreta oder Kos. Das Wetter und das Wasser sind toll. Besonders gefallen hat mir die Küche, viel Fisch. Und die Griechen essen ja teilweise auch scharf, das mag ich. Also "scharfes" Essen. Nicht das Tier, "Schaaf".















