Europa League
Manchester City schießt den Titelverteidiger ab
Titelverteidiger Porto hat sich sang- und klanglos aus der Europa League verabschiedet. Nach der Heimpleite setzte es eine deftige Packung in Manchester.
Mit dem schnellsten Treffer in der laufenden Europa-League-Saison hat der argentinische Nationalstürmer Sergio Agüero Manchester City den Weg ins Achtelfinale geebnet.
Beim 4:0 (1:0) im Rückspiel gegen Titelverteidiger FC Porto traf Agüero bereits nach 18 Sekunden zur Führung. Der frühere Wolfsburger Edin Dzeko (76.), David Silva (84.) und David Pizarro (86.) erzielten die weiteren Tore.
Das Hinspiel in Portugal hatte ManCity, das als Dritter in der Gruppe von Bayern München aus der Champions League ausgeschieden war, 2:1 für sich entschieden.
Schnitzer von Otamendi
Porto scheiterte damit erstmals seit der Saison 2000/01 (0:0, 0:2 im Viertelfinale gegen den FC Liverpool) vorzeitig im "kleinen" Europapokal. 2003 (Uefa-Cup) und 2011 (Europa League) gewannen die Portugiesen dem Wettbewerb, in den übrigen Jahren spielten sie in der Champions League.
Bei seinem Blitztor in der vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) geleiteten Begegnung profitierte Agüero von einem katastrophalen Schnitzer seines Landsmanns Nicolas Otamendi. Portos Abwehrspieler passte unbedrängt in die Füße des Ex-Hamburgers Nigel de Jong, dessen Zuspiel Yaya Toure zu Torschütze Agüero weiterleitete.
Die Uefa hat im Zuge der Rassismus-Vorwürfe gegen den FC Porto ein Disziplinarverfahren gegen den portugiesischen Meister eingeleitet. Das gab die Uefa am Donnerstag bekannt, nachdem Manchester City Anzeige erstattet hatte. Das Kontroll- und Disziplinarkomitee will am 29. März über mögliche Sanktionen entscheiden.
Rassistische Beleidingungen
Nach dem Hinrundenspiel der Europa-League-Zwischenrunde zwischen Porto und Manchester am vergangenen Donnerstag (1:2) waren die dunkelhäutigen City-Profis Mario Balotelli und Yaya Toure offenbar rassistisch beleidigt worden.
Fans verhöhnten die beiden Spieler mit Affengeräuschen. Porto hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Die vermeintlichen Affengeräusche seien Anfeuerungsrufe für zwei andere Spieler gewesen - nämlich Hulk (Porto) und Sergio "Kun" Agüero (City) -, sagte Sprecher Rui Cerqueira.
"Kun, Kun, Kun; Hulk, Hulk, Hulk. Das kann doch leicht als rassistisch missverstanden werden", sagte Cerqueira. Aber: Agüero stand zum fraglichen Zeitpunkt noch gar nicht auf dem Platz und wird von den City-Fans auch nicht mit "Kun, Kun, Kun" angefeuert.
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