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12.02.12

Alex Ferguson

"Suarez ist eine Schande für den FC Liverpool"

Liverpools Luis Suarez sorgte beim Spitzenspiel in Manchester für einen handfesten Skandal. Und wurde deshalb von ManUs Trainer Sir Alex Ferguson hart kritisiert.

© dpa/DPA
Manchester United vs Liverpool

Luis Suarez hat sich einmal mehr ins Abseits manövriert: Schon vor dem 1:2 bei Manchester United hatte der Torjäger des FC Liverpool verloren - an Respekt und Reputation! Vor dem Prestigeduell der englischen Premier League verweigerte der Fußball-Nationalstürmer aus Uruguay seinem dunkelhäutigen Gegenspieler und ManUnited-Kapitän Patrice Evra den obligatorischen Handschlag und sorgte damit für einen Eklat - und für heftige Reaktionen von Manchesters Teammanager Sir Alex Ferguson.

"Als ein Klub mit der Tradition des FC Liverpool würde ich Suarez rausschmeißen. Ich würde es wirklich tun, er ist eine Schande für den Verein", sagte Ferguson. Der langjährige Macher von United versuchte gar nicht erst, seine Entrüstung zu verbergen: "Der Kampf gegen Rassismus ist ein extrem wichtiges Thema in diesem Land, ich konnte sein Verhalten einfach nicht glauben. Er hätte Ausschreitungen auslösen können."

Am Sonntag entschuldigte sich Suarez, wohl auch auf Druck des Klubs, für sein Verhalten. "Ich habe mit dem Trainer gesprochen. Ich habe einen Fehler gemacht und bedaure diesen", zitierte der Verein den Profi auf der Homepage: "Ich hätte Patrice Evra die Hand schütteln müssen. Ich möchte mich entschuldigen."

Suarez war nach dem Hinspiel gegen die Red Devils im Oktober vorgeworfen worden, Evra rassistisch beleidigt zu haben und hatte vom englischen Fußballverband FA eine Acht-Spiele-Sperre sowie eine Geldstrafe in Höhe von knapp 50.000 Euro kassiert.

Evra von Suarez' Verhalten irritiert

Im Rückspiel lief Evra nun mit der Kapitänsbinde auf - und war vom Verhalten des Südamerikaners sichtlich irritiert. Evra versuchte noch, Suarez am Arm zu greifen, sein Teamkollege Rio Ferdinand sprang ihm zur Seite und verweigerte Liverpools Angreifer kurze Zeit später ebenfalls den Händedruck.

Nach dem Duell, das Englands Nationalspieler Wayne Rooney in der 48. und 51. Minute für United enschieden hatte, breitete Evra seine Arme aus und ging triumphierend an dem Uruguayer vorbei aus dem Old Trafford. Liverpools Torschütze Suarez (80.) schleppte sich vom Rasen und schrieb später beim Internetdienst Twitter: "Wir haben verloren und sind traurig, weil wir einen großen Aufwand betrieben haben. Ich bin enttäuscht, weil alles anders ist als es scheint."

Dalglish fehlt bei der Pressekonferenz

Das sah auch Liverpools Teammanager Kenny Dalglish ähnlich. Er bezeichnete jegliche Kritik an Suarez als "völlig daneben" und zog es nach dem Duell vor, von der obligatorischen Pressekonferenz fernzubleiben.

Neben all den unrühmlichen Randerscheinungen bedeutete die Niederlage für den FC Liverpool einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Ränge. Tottenham Hotspur festigte durch ein beeindruckendes 5:0 gegen Newcastle United Platz drei und hat zehn Punkte mehr auf dem Konto als Per Mertesackers FC Arsenal (43) auf Rang vier; Liverpool ist nur Siebter (39). Tabellenführer bleibt Manchester City, das durch ein Tor von Joleon Lescott 1:0 (0:0) bei Aston Villa gewann. Die Citizens liegen zwei Punkte vor dem Stadtrivalen United, der mit dem Sieg vorübergehend vorbeigezogen war.

Der deutsche Nationalspieler Mertesacker hatte trotz des Last-Minute-Treffers von Thierry Henry und dem 2:1 beim FC Sunderland kaum Grund für gute Laune. Mertesacker verletzte sich in der 70. Minute am Knöchel und wurde kurz danach ausgewechselt. Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch beim AC Mailand (20.45 Uhr/Sky) wird er auf jeden Fall fehlen.

"Mertesacker sagte mir, er hat einen Schlag auf den Knöchel bekommen und konnte ihn überhaupt nicht mehr bewegen. Wir sind ein bisschen besorgt, weil er an Krücken nach Hause gehen musste", sagte Arsenals Teammanager Arsene Wenger. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Zudem muss sich Mertesacker vom Siegtorschützen Henry verabschieden. Den Franzosen zieht es nach Ende seines Leihvertrages zurück zu den New York Red Bulls.

Der FC Chelsea muss auch Abschied nehmen - vom Titelkampf. Mit dem 0:2 beim FC Everton verspielten die Londoner die letzten Chancen. Mit 43 Punkten rangiert Chelsea punktgleich hinter dem Lokalrivalen Arsenal auf Platz 5.

Quelle: sid/jr
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