22.02.13

Mönchengladbach

Messerattacken – Lazio-Boss spricht von "Kratzern"

Am Rande der Europa-League-Partie Lazio Rom gegen Gladbach wurden drei deutsche Anhänger niedergestochen. Eines der Opfer soll ein 50-jähriger Arzt sein. Der Lazio-Boss spielt den Vorfall herunter.

Foto: picture alliance / dpa

Polizei-Einsatz vor dem Römer Stadion. Immer wieder kommt es bei Lazio-Spielen zu Zwischenfällen
Polizei-Einsatz vor dem Römer Stadion. Immer wieder kommt es bei Lazio-Spielen zu Zwischenfällen

Am Rande des Europa-League-Spiels zwischen Lazio Rom und Borussia Mönchengladbach sind in der italienischen Hauptstadt am Donnerstag drei deutsche Fans niedergestochen worden. Keiner der Verletzten sei in kritischem Zustand, berichteten italienische Medien am Abend unter Berufung auf Polizeiangaben.

Zu den Vorfällen sei es noch vor Anpfiff der Begegnung zwischen dem Bundesliga-Zehnten und dem Vierten der Serie A an drei verschiedenen Orten der Stadt gekommen. Demnach sei ein 50 Jahre alter Arzt auf der Milvischen Brücke vor dem Olympiastadion angegriffen worden, am Ufer des Tiber und vor dem Hilton-Hotel habe es weitere Angriffe gegeben.

Zwei der Männer hätten dabei Messerstiche in den Oberschenkel bekommen, einer einen Stich in die Seite. Insgesamt 10.000 Fans hatten die Gladbacher nach Rom begleitet. Die Polizei suche die Täter in der Lazio-Fanszene.

"Niemand ist in Lebensgefahr. Wir haben zu allen Kontakt, und allen dreien geht es gut. Einer hat wohl einen Stich in die Wade bekommen, ein anderer in den Oberschenkel", sagte Borussias Pressesprecher Markus Aretz.

"Nicht richtig gestochen"

Claudio Lotito, Präsident von Lazio Rom, spielte den Vorfall herunter: "Wir sollten keinen falschen Alarm machen. Ich habe mit der Polizei gesprochen. Die ersten beiden wurde nicht richtig gestochen, der dritte hat einen Kratzer am Gesäßmuskel."

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno nahm die Vorfall ernster. Er appellierte an die italienischen Vereine, den Kampf gegen gewaltbereite Fans zu verstärken. "Es ist nicht hinzunehmen, dass drei deutsche Anhänger von Hooligans des rivalisierenden Klubs verletzt werden", sagte Alemanno.

Eine Woche nach dem 3:3-Spektakel im Borussia-Park verlor Mönchengladbach das Rückspiel bei Lazio mit 0:2 (0:2) und brachte sich damit um die erste Achtelfinal-Teilnahme im Europapokal seit 18 Jahren. Vor 25.000 Zuschauern sorgten Antonio Candreva (10.) und Alvaro Gonzalez (33.) schon in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber.

Lazio steht unter Bewährung

Für Lazio könnte der Vorfall dramatische Folgen haben. Erst Ende Januar wurde der Klub von der Uefa aufgrund antisemitischer Gesänge von Fans beim Gruppenspiel im November gegen Tottenham Hotspur mit einem Europacupspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. Die Strafe wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt.

Diese galt schon in den Spielen gegen Gladbach. Die Uefa drohte dem Klub bei fortgesetzt fremdenfeindlichen Ausfällen seiner Anhänger auch mit dem Ausschluss von europäischen Wettbewerben.

Quelle: DW/SUF
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