22.02.13

Fußball

VfB Stuttgart zieht ins Achtelfinale der Europa League ein

Die Schwaben setzten sich im Zwischenrunden-Rückspiel beim belgischen Vertreter KRC Genk mit 2:0 durch. Borussia Mönchengladbach verlor.

Foto: dpa

Jubel in Stuttgart (Foto), Trauer in Mönchengladbach: Während das Europacup-Comeback der Elf vom Niederrhein in der „ewigen Stadt“ ein frustrierendes Ende fand, zogen die Schwaben souverän ins Achtelfinale der Europa League ein
Jubel in Stuttgart (Foto), Trauer in Mönchengladbach: Während das Europacup-Comeback der Elf vom Niederrhein in der "ewigen Stadt" ein frustrierendes Ende fand, zogen die Schwaben souverän ins Achtelfinale der Europa League ein

Ein kurioses Billard-Tor von Arthur Boka und ein eiskalter Konter-Treffer von Christian Gentner haben dem VfB Stuttgart den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der Europa League beschert.

Der Abwehrmann von der Elfenbeinküste und der ehemalige Nationalspieler erzielten am Donnerstagabend im Zwischenrunden-Rückspiel der Schwaben beim KRC Genk die Tore zum umjubelten 2:0 (1:0) und ebneten dem Fußball-Bundesligisten nach dem 1:1 im Hinspiel den Weg zum Duell mit Borussia Mönchengladbachs Bezwinger Lazio Rom am 7. und 14. März 2013. "Das ist nicht nur touristisch schön. Das ist ein attraktiver Gegner", sagte ein sichtbar erleichterter VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

Ein deutsches Duell in der Runde der letzten 16 wird es aber nicht geben, weil Borussia Mönchengladbach nach dem 3:3 im Hinspiel bei Lazio Rom trotz der Unterstützung von 10.000 Fans mit 0:2 (0:2) verlor und den ersten Achtelfinaleinzug in einem europäischen Wettbewerb seit 18 Jahren verpasste.

Zweimal wurde Bokas Schuss in der 45. Minute von belgischen Gegenspielern abgefälscht – dem VfB nahm die gütige Mithilfe gern an. Gentner (59.) erhöhte vor etwa 22 000 Zuschauern nach einem blitzschnellen Angriff. "Wir haben nichts zuglassen und waren voll drin im Spiel. Wir freuen uns auf die nächste Runde. Wir wollen dann auch weiterkommen. Wir wollen uns mit starken Mannschaften aus Europa messen", sagte Gentner.

Mit dem leichten Aufwärtstrend in der Liga und dem verdienten Weiterkommen gegen einen sehr limitierten Gegner hat sich Stuttgart erst einmal aus seiner Krise befreit. "Jeder war voll in den Zweikämpfen und hat alles für den anderen gegeben. So muss ich auftreten in Europa", sagte Bobic.

Dritte Gelbe Karte für Genk

Im Heimspiel gegen Lazio wird allerdings Stürmer Vedad Ibisevic fehlen, der in Genk seine dritte Gelbe Karte sah. Ob der Aufwärtstrend anhält, muss Stuttgart bereits am Sonnabend gerade mal 43 Stunden nach dem Abpfiff in Genk beweisen, wenn es gegen den 1. FC Nürnberg wieder um Bundesliga-Punkte geht.

Frostig war es in der Cristal Arena von Genk. Beide Teams trotzten der Kälte mit munterem Spiel im Vorwärtsgang. Es gab kein großes Taktieren. Beim VfB zahlte sich zunächst für die Offensivaktionen die Hereinnahme des extrem fleißigen Shinji Okazaki für Raphael Holzhauser aus. In der 14. Minute wäre dem agilen Japaner sogar beinahe die ersehnte frühe Führung gelungen, doch Kalidou Koulibaly klärte den Lupfer kurz vor der Torlinie stehend.

Genk wurde gegen Ende der ersten Halbzeit stärker, gerade wenn über die linke Seite mit de Ceulaer gespielt wurde. Der VfB stand aber solide, Antonio Rüdiger als Ersatz des gesperrten Georg Niedermeier agierte in der Innenverteidigung sehr abgeklärt.

Und die Schwaben schlugen im denkbar günstigen Moment zu: Boka zog nach einem Eckball ab, zweimal wurde der Schuss abgefälscht und landete im Netz. Spitzbübisch lächelte der nicht für's Toreschießen bekannte Ivorer. Zuletzt hatte er im November 2010 in der Bundesliga für Stuttgart getroffen.

Genk reagierte in der zweiten Halbzeit keineswegs mit mehr Offensive. Die Belgier waren mit ihren Mitteln doch begrenzt. Umso ärgerlicher für den VfB, dass Ibisevic (54.) eine weitere Großchance aus kurzer Distanz leichtfertig vergab.

Besser machte es Gentner, der einen sehenswerten Konter mit einem souveränen Flachschuss ins lange Eck krönte. Nun konnten die Schwaben recht beruhigt sein. Ibrahima Traoré (74.) hätte frei vor dem KRC-Tor sogar noch erhöhen können, zielte aber knapp vorbei. Einmal musste sich auch VfB-Torwart Sven Ulreich (82.) noch strecken, als Khaleem Hyland aus 14 Metern abzog.

Weitere Ergebnisse der Europa-League-Spiele

Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat den Einzug ins Achtelfinale der Europa League verpasst. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka schied nach einem 1:1 (0:0)-Erfolgs gegen Anschi Machatschkala im Rückspiel der Zwischenrunde aus dem Wettbewerb aus.

Das Hinspiel hatten die Niedersachsen in Moskau mit 1:3 verloren. Anschi um den Top-Star Samuel Eto'o trifft im Achtelfinale am 7. und 14. März auf Newcastle United.

Und auch Bundesligist Bayer Leverkusen verpasste den Einzug ins Achtelfinale. Der Werksklub unterlag im Zwischenrunden-Rückspiel beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon 1:2 (0:1).

Ola John (60.) und Nemanja Matic (75.) trafen für die Gastgeber, Andre Schürrle gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (75.). Schon das Hinspiel hatte Bayer mit 0:1 verloren.

Quelle: dpa/sid/sei
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