14.02.13

Champions League

Hummels lässt Dortmund in Donezk jubeln

2:2 in der Ukraine: Hummels und Lewandowski lassen Borussia Dortmund vom ersten Champions-League-Viertelfinale seit 15 Jahren träumen.

Foto: AFP

Später Held: Dortmunds Mats Hummels (r.) sah beim 2:1-Führungstreffer für Donezk durch Douglas Costa nicht gut aus, sorgte aber für den späten Ausgleich
Später Held: Dortmunds Mats Hummels (r.) sah beim 2:1-Führungstreffer für Donezk durch Douglas Costa nicht gut aus, sorgte aber für den späten Ausgleich

Mats Hummels lässt Borussia Dortmund auf den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der Champions League seit 15 Jahren hoffen. Durch das Kopfballtor des Nationalverteidigers in der 87. Minute erreichte der deutsche Fußball-Meister am Mittwoch ein 2:2 (1:1) bei Schachtjor Donezk und schuf sich damit eine gute Ausgangsposition für das Achtelfinal-Rückspiel am 5. März vor heimischem Publikum. "Das war unfassbar wichtig und schön für mich und die Mannschaft", sagte Hummels nach der Partie.

Flugzeugunglück vor der Partie

Robert Lewandowski (41.) hatte vor 52 187 Zuschauern die Führung der Ukrainer durch Dario Srna (31.) ausgeglichen. Nach dem zweiten Tor der Gastgeber durch Douglas Costa (68.) drohte Schwarz-Gelb die erste Niederlage in der laufenden Saison der Königsklasse. Die Borussen konnten in der Ukraine nicht an ihre brillanten Auswärts-Auftritte von Manchester und Amsterdam anknüpfen, zeigten sich aber vom 1:4-Schock gegen den HSV gut erholt.

"Das 2:2 war extrem wichtig", sagte Kapitän Sebastian Kehl, der am Mittwoch 33 Jahre alt geworden ist. "Jetzt haben wir zwei Auswärtstore geschossen und können es zu Hause packen." Zudem sei es wichtig, nach der Pleite gegen den HSV wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden zu haben: "Wichtig war, dass wir unsere Lehren aus dem Wochenende gezogen haben", sagte Kehl. Angesichts des Flugzeugunglücks in der ukrainischen Metropole geriet der Fußball fast zur Nebensache.

In einer Schweigeminute vor der Partie gedachten Spieler und Fans der Opfer der Bruchlandung am Nachmittag. Beim Anflug im dichten Nebel war eine aus Odessa kommende ukrainische Linienmaschine über die Landebahn hinausgeschossen und zerbrochen. Zahlreiche Passagiere wollten das Spiel in der Donbass-Arena besuchen, hieß es. Obwohl der Flughafen gesperrt wurde, schien der Rückflug des BVB am Donnerstag zunächst nicht gefährdet.

Vier Tage nach dem empfindlichen Rückschlag gegen Hamburg zeigten die Dortmunder gegen Schachtjor, das in der Vorrunde Titelverteidiger FC Chelsea ausgeschaltet hatte, phasenweise wieder ihr Königsklassen-Gesicht. Zur Freude der etwa 2000 mitgereisten Fans steckte die Borussia zwei Rückstände weg und kontrollierte das Spiel. Allerdings ließ Jürgen Klopps Elf im zweiten Durchgang die Entschlossenheit im Spiel nach vorne vermissen und zeigte auch in der Abwehr wieder Schwächen.

Ohne Ilkay Gündogan starteten die Borussen im Stile eines Champions, schufen dank Marco Reus und Mario Götze ein Übergewicht im Mittelfeld und erspielten sich gute Chancen. Beim Kopfball von Hummels (17.) verhinderte nur die Latte eine frühe Gäste-Führung. Zwei Minuten später zog Reus nach starkem Antritt aus gut 20 Metern ab, konnte Schachtjor-Keeper Andrej Pjatow aber nicht überwinden. Auf der Gegenseite wurde Roman Weidenfeller wurde eine halbe Stunde lang kaum geprüft, weil seine Vorderleute sehr aufmerksam agierten.

Dann geriet Klopps Elf aber doch zum ersten Mal in dieser Champions League-Saison in Rückstand. Nach einem Foul von Felipe Santana an Luiz Adriano zirkelte Schachtjor-Spielmacher Srna den fälligen Freistoß aus gut 25 Metern über die Abwehrmauer in die Maschen.

Doch der BVB behielt die Nerven und schlug umgehend zurück: Der für die Bundesliga nach seiner Roten Karte am Samstag gesperrte Lewandowski traf im Nachsetzen zum 1:1, nachdem ihm Götze den Ball aufgelegt hatte. Mit dem fünften Tor im laufenden Wettbewerb dürfte der mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachte Pole seinen Marktwert weiter gesteigert haben. Sekunden vor der Pause verhinderte Marcel Schmelzer auf der Linie den erneuten Rückstand für seine Elf.

Wiedergutmachung für Patzer

Im zweiten Durchgang hielt die Dominanz des BVB an, doch wurden die Angriffe nicht mehr so zielstrebig vorgetragen. Dafür patzten die Abwehrspieler Hummels und Marcel Schmelzer in der 68. Minute. Schmelzer ließ eine Flanke über rechts zu und Hummels verschätzte sich sich, sodass Douglas Costa sehenswert zur 2:1-Führung traf und Weidenfeller bei der ersten Torchance der zweiten Halbzeit keine Abwehrchance ließ.

"Den Ball muss ich haben. Das darf mir nicht passieren", sagte Hummels selbstkritisch. Umso schöner sei, dass er am Ende noch den Ausgleich nach einer Ecke von Schmelzer erzielen konnte: "Dass Marcel und ich zusammen für das Ausgleichstor gesorgt haben, ist wunderbar. So haben wir unseren Fehler wieder gut gemacht." Mit dem Remis sei man zufrieden, sagte der Nationalspieler. "Wenn man sieht, dass wir zweimal in Rückstand geraten sind, können wir damit gut leben. Es war ein versöhnliches Ergebnis."

Quelle: BM
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