01.02.13

Reise nach Mali

François Hollande will Truppen persönlich danken

Die französischen Einheiten und ihre malischen Verbündeten stehen schon vor der letzten Hochburg der Islamisten im Norden des Landes. Präsident Hollande will sich ein Bild von der Lage verschaffen.

Foto: AFP

Ein begeisterter Empfang ist dem französischen Präsidenten François Hollande in Mali sicher
Ein begeisterter Empfang ist dem französischen Präsidenten François Hollande in Mali sicher

Der französische Präsident François Hollande wird am Samstag Mali besuchen. Dies teilte der Élysée-Palast am Freitag mit. Hollande wird in Bamako den malischen Übergangspräsidenten Dioncuanda Traoré treffen. Außerdem ist ein Kurzbesuch in Timbuktu geplant. Begleitet wird er vom französischen Außenminister Laurent Fabius und dem Verteidigungsminister Yves Le Drian. Bereits am Freitagabend soll Hollande von Paris aus nach Bamako aufbrechen.

"Der Präsident begibt sich nach Mali, um den französischen Truppen dort seine Anerkennung und Unterstützung auszusprechen, die auf Bitten der malischen Autoritäten und der Internationalen Gemeinschaft dort im Einsatz sind, um gegen terroristische Gruppen zu kämpfen, die den Norden Malis besetzt hatten", sagte ein Berater des Präsidenten in Paris. "Der Präsident wird außerdem dem malischen Volk seiner Solidarität versichern", so der Berater.

Begeisterter Empfang ist ihm sicher

In Mali darf Hollande mit einem begeisterten Empfang rechnen. Die malische Bevölkerung ist dem Präsidenten der ehemaligen Kolonialmacht überaus dankbar, dass er sie vom islamistischen Joch befreit hat.

Französische Truppen haben in den vergangenen zwei Wochen den Vormarsch der in Richtung der malischen Hauptstadt vorrückenden Islamisten gestoppt und die von ihnen bereits besetzten Städte Timbuktu, Douentza und Goa befreit. Im Rahmen der Aktion "Serval" sind rund 4600 französische Soldaten im Einsatz, davon 3500 auf malischem Boden.

Inzwischen stehen die französischen Einheiten und die mit ihnen verbündeten malischen Truppen auch vor Kidal, der vermeintlichen Hochburg der Terrororganisation Ansar al Dine, im Nordosten des Landes. In den Bergen von Ifoghas hinter Kidal, nahe der algerischen Grenze, werden im Übrigen die sieben französischen Geiseln vermutet, die sich seit Monaten in der Hand islamistischer Gruppen befinden. Dies teilte Verteidigungsminister Yves Le Drian am Donnerstag in Paris mit.

"Was brütet der Gegner aus?"

Neben französischen und malischen Truppen sollen auch 1400 Soldaten aus dem Tschad von der nigerischen Grenze her im Anmarsch auf Kidal sein. Zwischen Hombori und Gao sind am Donnerstag mindestens zwei malische Soldaten getötet worden, als sie mit ihrem Fahrzeug auf eine Mine fuhren.

In dieser Gegend sind nach wie vor viele Kämpfer von al-Qaida im islamischen Maghreb (Aqmi) aktiv. In Hombori waren im November auch zwei der französischen Geiseln entführt worden.

Militärexperten vermuten inzwischen, dass sich ein Großteil der islamischen Kämpfer in das Ifoghas-Gebirge zurückgezogen hat. "Warum hat es kaum Gefechte gegeben? Was brütet der Gegner da aus?", wunderte sich der malische Übergangspräsident Dioncuanda Traoré im französischen Radiosender RFI.

Schwere Vorwürfe gegen malische Armee

Unterdessen haben mehrere Menschenrechtsgruppen Vergeltungsaktionen malischer Soldaten an Islamisten in Mali angeprangert. Die Organisation Human Rights Watch wirft Soldaten der regulären malischen Truppen "Vergeltungsmorde und Verschleppungen" islamistischer Kämpfer vor und fordert die Einsetzung internationaler Beobachter. Die Fédération internationale des droits des Hommes (FIDH) hatte bereits in der vergangenen Woche Massenerschießungen beklagt.

Auch Amnesty International spricht von "schweren Verstößen gegen die Menschenrechte" und hat Hinweise auf willkürliche Hinrichtungen. Zudem fordert Amnesty eine Untersuchung der französischen Luftschläge gegen Stellungen der Islamisten in der Stadt Konna. Dabei seien mindestens fünf Zivilisten, darunter eine Mutter mit drei Kindern, getötet worden, so die Organisation. Französische Offizielle bestreiten bislang, zum fraglichen Zeitpunkt Luftschläge durchgeführt zu haben.

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